Hütten

9 Winterhütten in Kärnten

Hütten-Tipps • 15. Januar 2019

Kärnten liegt ja bekanntlich an der Sonnenseite der Alpen – das gilt allerdings nicht nur für den Sommer. Vom Wetterchaos samt hoher Lawinenwarnstufen in den Nordalpen ist Österreichs südlichstes Bundesland verschont geblieben. Ob Schneeschuhwandern, Skitourengehen, Rodeln oder einfach nur eine Brettljause genießen – für die folgenden Hüttenziele ist jetzt die richtige Zeit.

Das Hannoverhaus auf 2.565 m
Foto: Elisabeth König
Das Hannoverhaus auf 2.565 m

1. Klagenfurter Hütte, 1.664 m

Karawanken und Bachergebirge

Klagenfurter Hütte
Die Klagenfurter Hütte (1.664 m) steht im Herzen der Karawanken auf der Matschacher Alm in Kärnten. Der Hochstuhl, der höchste Gipfel in den Karawanken, ist fast in Griffweite. Von der 2016 generalsanierten Hütte schaut man in das imposante Kar des Berges. Hütte und Alm sind zwischen Kosiak und Bielschitza eingebettet. Zu diesem Karawanken-Kleinod kann man aus Rosen- und Bärental, wovon Teile im Besitz der Familie des 2008 verstorbenen Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider stehen, oder aus dem Bodental aufsteigen.  Von der Johannsenruhe im Bärental ist die Klagenfurter Hütte in kurzer Gehzeit zu erreichen. Weg, Alm und Hütte eignen sich für Familien-Ausflüge. Das Gelände um die Hütte ist ein großer Naturspielplatz. Zu sehen und zu erkunden gibt es genug wenn man zu Fuß, mit Schneeschuhen oder dem Rad von Feistritz im Rosental oder Windisch-Bleiberg Richtung Hütte unterwegs ist. Der Hochstuhl ist via Klettersteig zu erklimmen. Oben auf Kosiak und Bielschitza kann man den Blick in den Süden nach Slowenien oder nach Norden in das Rosental und zur Drau schweifen lassen. Der Kosiak ist ein Skitouren-Gipfel an dessen Südwestflanke abgefahren und an dessen Nord- und Nordostseite in der schneefreien Zeit in unteren Schwierigkeitsgraden geklettert werden kann. Klettern kann man auch in der von der Hütte etwas weiter entfernten Vertatscha. Durch die Nordwand führen Routen in mittleren Schwierigkeitsgraden.
Geöffnet
Ganzjährig
Verpflegung
Bewirtschaftet

Die 2016 generalsanierte Hütte befindet sich in malerischer Lage auf der Matschacher Alm, im Herzen der Karawanken. Im Norden ragt der Kosiak auf – ein beliebter Skitouren-Gipfel, der den Blick weit nach Slowenien freigibt. Der Blick auf die Speisekarte der Hütte vermag aber ebenfalls zu begeistern – der neue Pächter Roland Ertl, vormals Hüttenwirt des Glocknerhauses, setzt auf heimische Hausmannskost. Die Klagenfurter Hütte ist derzeit an den Wochenenden geöffnet.

2. Neue Bonner Hütte, 1.712 m

Gurktaler Alpen

Neue Bonner Hütte
Hütte • Kärnten

Neue Bonner Hütte (1.712 m)

Die Kärntner Neue Bonner Hütte (1.712 m) steht auf dem Gemeindegebiet von Rennweg am Katschberg. Sie wird im Sommer wie im Winter bewirtschaftet. Im Sommer ist sie ein attraktives Ziel für Familien mit Kindern, Genusswanderer und Mountainbiker. Die Sonnenterrasse und der große Kinderspielplatz laden zum Kommen und Verweilen ein. Die Hütte ist umgeben von den sanften Hügeln und blühenden Wiesen der Lausnitzalm. Im Sommer ist das Klima mild und sonnig, im Winter eröffnet sich durch die relativ schneesichere Lage ein reizvolles, für Anfänger bestens geeignetes, Gebiet für Skitouren und Schneeschuhwanderungen. Insbesondere im Winter lädt die friedvolle Einsamkeit zum Erkunden der schneebedeckten Pfade ein. Im Sommer erreicht man die Hütte mit dem Auto, auf unterschiedlichen, einfachen Weg zu Fuß oder mit dem Mountainbike. Die Wanderrouten in dieser Gegend sind nicht anstrengend und familientauglich, wie beispielsweise jene auf das Aineck, den Katschberg oder die Gaipahöhe.
Geöffnet
Jan - Dez
Verpflegung
Bewirtschaftet

Die Neue Bonner Hütte ist zu jeder Jahreszeit ein beliebtes Ausflugsziel. Im Winter jedoch locken ganz besondere Argumente: Ihre relativ schneesichere Lage am Katschberg eröffnet auch Anfängern ein schönes Terrain für Schneeschuhwanderungen, Skitouren oder einfach nur das Erkunden einsamer, schneebedeckter Pfade. Dieses Jahr ist es auch möglich, mit dem Auto direkt zur Hütte zu fahren (Schneeketten von Vorteil) – die Zufahrt ist gleichzeitig eine Rodelbahn!

3. Dobratsch-Gipfelhaus, 2.143 m

Gailtaler Alpen

Dobratsch Gipfelhaus
Wo das Dobratsch Gipfelhaus (2.143 m) steht, geht aus dem Namen eindeutig hervor: auf dem westlich des Stadtrandes von Villach beginnenden Dobratsch. Der Bergstock ist ein östlicher Ausläufer der Gailtaler Alpen. Er liegt zwischen den Flüssen Drau und Gail, die in Villach zusammenfließen. Das Haus sitzt im Gipfelbereich der höchsten Erhebung der Villacher Alpe. Das 2010 neu gebaute Gipfelhaus gilt als wegweisend dafür wie Schutzhütten der Zukunft aussehen könnten. Alpine Schutzhütten müssen mittlerweile sehr vielen ökologischen, ökonomischen und architektonischen Ansprüchen gerecht werden. Das Dobratsch Gipfelhaus, das noch dazu im Naturpark Dobratsch liegt, ist Ausdruck dieser, fast schon unzähligen Ansprüche. Es ist, nur um ein Beispiel dafür zu geben, nach modernsten Passivhaus-Richtlinien errichtet. Außerdem soll es effektiv zu bewirtschaften sein und aufgrund seiner Lage allen Gästegruppen - Tagesausflügler, Wintersportler, Bergwanderer und Genießer - nützlich sein, Erlebnisse vermitteln und Sehnsüchte stillen.
Geöffnet
Ganzjährig
Verpflegung
Bewirtschaftet

Auf dem Gipfel des Villacher Hausbergs gelegen, ist das moderne (2010 neu gebaut) und ökologisch vorbildliche Schutzhaus stets gut besucht. Idyllische Ruhe in ihrer reinsten Form wird man hier somit eher nicht finden, doch alleine die fulminante Aus- und Fernsicht auf die Karawanken und Co. rechtfertigt den Ausflug. Und: Johannes Staudachers köstliche Küche à la Kärntner Kasnudeln und Buchteln mit Vanillesauce.

4. E.T.-Compton-Hütte, 1.585 m

Gailtaler Alpen

E.T. Compton Hütte
Die Edward-Theodore-Compton-Hütte (1.585 m) liegt in der Reißkofelgruppe, einer Untergruppe der Gailtaler Alpen, und im sogenannten Drauzug. Die Hütte ist nach dem deutsch-englischen Alpenmaler und Bergsteiger E.T. Compton (1849 - 1921) benannt. Der Alpinist Compton machte mindestens 27 Erstbesteigungen, darunter der Torre di Brenta in der Brentagruppe.   Die 1928 eröffnete Hütte ist aus von Berg und Greifenburg im Drautal für kleine, große, gemütlich und sportliche Wanderer sowie für Mountainbiker zu erreichen. Und auch aus Weißbriach im Gitschtal gelangt man zu dem urigen Gailtaler-Alpen-Schutzhaus recht komfortabel. Aus dem Gailtal, von Reisach und Gundersheim, ist der Aufstieg kürzer aber deftiger. Trittsichere und schwindelfreie Geher durchsteigen die Südflanke des Reißkofels, dem „König der Gailtaler Alpen“, entweder direkt oder kraxeln in Richtung Kleiner Reißkofel empor.
Geöffnet
Apr - Nov
Verpflegung
Bewirtschaftet

Die seit 1928 bestehende Traditionshütte ist nicht etwa nach E.T. – dem Außerirdischen, sondern E.T. Compton, dem deutsch-englischen Alpenmaler und Bergsteiger (1849 - 1921) benannt. Außerirdisch gut ist hier oben, inmitten eines Lärchenwalds am Fuße des Reißkofels, allenfalls die Hausmannskost (Kaspressknödel, Krenfleisch). Das alles kann man heuer erstmals auch im Winter genießen – die Compton-Hütte hat bis 12. Mai durchgehend geöffnet. Bei entsprechender Schneelage ist sie nur über die für Schneeschuhwanderer uns Skitourengeher präparierte Forststraße ab Egg erreichbar.

5. Sadnighaus, 1.880 m

Goldberggruppe

Sadnighaus
Hütte • Kärnten

Sadnighaus (1.880 m)

Das Sadnighaus (1.880 m) im Astental ist am einfachsten mit dem Auto zu erreichen. Das Tal liegt in Kärnten und ist eines der östlichen Seitentäler des oberen Mölltals in der Goldberggruppe. Diese Gruppe ist wiederum eine Untergruppe der Zentralen Ostalpen und befindet sich in der östlichen Hälfte der Hohen Tauern.  Das Sadnighaus ist ein perfekter Ausgangspunkt für Wander- oder Skitouren. Ski-Bergsteiger zieht es in das Astental, da die Süd-Abhänge des Tales fast baumfrei und deshalb sehr schön zu befahren sind. Das Haus bietet aber auch Menschen, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt und auf einen Rollstuhl angewiesen sind, ungehinderten Zugang zur Natur. Holzüberstiege, Weideroste oder sonstige Hemmnisse wurden beseitig, Wege verbreitert. Insgesamt stehen Rollstuhlfahrern ab dem Sadnighaus acht Kilometer barrierefreie Wege zur Fauna und Flora des Tales bereit. 
Geöffnet
Jan - Dez
Verpflegung
Bewirtschaftet

Das Sadnighaus ist ein perfekter Ausgangspunkt für Touren im Astental, das als traumhaftes Skitouren- und Schneeschuhwandergebiet gilt. Derzeit liegt ausreichend Schnee – übrigens auch zum Rodeln.

6. Hannoverhaus, 2.565 m

Ankogelgruppe

Hannoverhaus
Hütte • Kärnten

Hannoverhaus (2.565 m)

Das Hannoverhaus, eine moderne Bergsteiger- und Skifahrerunterkunft, liegt mitten im Ankogelskigebiet und ist im Sommer ein wichtiger Stützpunkt am Tauernhöhenweg. In unmittelbarer Nähe zur Bergstation der Ankogelseilbahn in Mallnitz ist die Hütte sehr gut erreichbar und damit auch für Familien und Gruppen ein attraktives Ausflugs- und Urlaubsziel.
Geöffnet
Jan - Dez
Verpflegung
Bewirtschaftet

Die äußerst moderne, mit der Ankogelseilbahn erreichbare Hütte liegt direkt neben der Skipiste des Ankogels. Sie wurde 2013 neu errichtet und ersetzt das „alte Hannoverhaus“, das sich etwas höher, am Gipfel der Arnoldhöhe, befand. Die Aussicht auf Hohen Tauern, Dolomiten und Julische Alpen ist absolut spektakulär. Auch Skitourengeher kommen im Umkreis der Hütte voll auf ihre Kosten.

7. Fraganter Schutzhaus, 1.810 m

Goldberggruppe

Fraganter Schutzhaus
Das Fraganter Schutzhaus (1.810 m) ist eine große, moderne und bewirtschaftete Hütte in der Goldberggruppe in Kärnten. Die in der Großfragant, einem Seitental der Fragant, liegende Hütte wird im Sommer gerne von Wanderern, Familien, Kletterern und Mountainbikern besucht. Im Winter nutzen vor allem Skitourengeher das Schutzhaus als Stütz- und Ausgangspunkt zur Begehung der zahlreichen umliegenden Berge. Die einfache Erreichbarkeit, die ungefährliche Lage und der eigene Erlebnisbereich machen auch Aufenthalte und Übernachtungen mit Kindern zum Vergnügen.
Geöffnet
Jan - Dez
Verpflegung
Bewirtschaftet

Das Fraganter Schutzhaus sperrt nach einer kurzen Pause Ende Jänner wieder auf. Dann verwöhnen Peter und Elisabeth Gastinger ihre Gäste wieder mit regionalen Spezialitäten wie Kärntner Kas- und Kletzennudeln, Almochsenfleisch und Hüttensteak. Gut investierte Kalorien – von der Fraganter-Hütte aus ist eine Vielzahl an Skitouren möglich.

8. Watschiger Alm, 1.629 m

Gailtaler Alpen

Watschiger Alm
Hütte • Kärnten

Watschiger Alm (1.629 m)

Die Watschinger Alm liegt am Nassfeld unter dem Gartnerkofel in den Karnischen Alpen, direkt an der Skipiste. Es handelt sich dabei um eine urige Hütte mit gemütlicher Stuben. Von der Sonnenterrasse hat man einen wunderbaren Panoramablick auf die Kärntner Bergwelt. Wenn die Skifahrer und Snowboarder Sommerpause haben, kommen Wanderer und Familien mit Kindern. Hier können sie u.a. die geschützte Pflanze Wulfenia bewundern, die Mitte Juni bis Ende Juli am Wegesrand blüht. Auf der Alm wird Gailtaler Almkäse produziert und verkauft.  
Geöffnet
Ganzjährig
Verpflegung
Bewirtschaftet

Die Watschinger Alm liegt am Nassfeld unter dem Gartnerkofel-Gipfel in den Karnischen Alpen – direkt an der Skipiste! Hier kann man bei herrlichem Ausblick auf der Sonnenterrasse die Seele baumeln und sich mit Schmankerln wie Kaiserschmarren, Almgröstl oder Gailtaler Almkäse aus eigener Produktion verwöhnen lassen.

9. Lärchenhütte, 1.670 m

Gurktaler Alpen

Lärchenhütte
Hütte • Kärnten

Lärchenhütte (1.670 m)

Die Lärchenhütte liegt inmitten der Kärntner Nockberge auf einer Höhe von 1.670 m in der Nähe von St. Oswald. Im Sommer, von Ende Mai bis Ende Oktober, ist sie durchgehend bewirtschaftet. Während der Winterzeit vom 24. Dezember bis Ende März (Montag Ruhetag) öffnet sie für Winterfans ebenfalls ihre Pforten. Die Hütte liegt am Ende der 15. Etappe des beliebten Alpe-Adria Trail‘s und bietet sich hervorragend als Etappenziel an. Doch auch als Ausgangspunkt für zahlreiche Unternehmungen in der Natur, ist die Hütte eine gute Basis. Für Gäste ist die Zufahrt mit dem Fahrzeug möglich (Bitte vor der Anreise telefonisch abklären).
Geöffnet
Jan - Dez
Verpflegung
Bewirtschaftet

Die 3 Kilometer vom nächsten Skilift entfernte Lärchenhütte liegt sonnseitig inmitten der Kärntner Nockberge. Gäste dürfen sich auf heimische, im Holzofen zubereitete Schmankerln wie Kärntner Kasnudeln oder Glundner Kas freuen. Sowohl das Brot, als auch der Speck, die Salami und die Bratwürstl stammen aus eigener Produktion (im Sommer werden auf der Alm Kühe und Jungrinder gehalten). Weit über die Gipfel von St. Oswald hinaus bekannt ist der Kaiserschmarrn! Bei ausreichender Schneelage geht’s mit der Rodel zurück ins Tal.

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