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Meilerhütte über Partnachklamm und Schachen in Bayern
3 geschichtsträchtige Wanderungen in Bayern und Tirol
Tourentipps2 Min.13.09.2016
Foto: Garmisch-Partenkirchen Tourismus/Rene Weiss Photography
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von Sissi Pärsch

Selbstverständlich kann man aus Freude an Natur und Bewegung wandern gehen. Aber schön ist es schon, wenn man On-Tour auch spannende Geschichten erzählen kann.

Die Berge sind besondere Rückzugsorte. Wild, mächtig, romantisch. Orte, an denen man sich (oder etwas) gut verbergen konnte. Entsprechend spannend sind die Geschichten, die sich um manche Berge ranken. Hier haben sich Liebestragödien und Dramen um Wilderer abgespielt. Bergsteiger erlangten Ruhm und Könige markierten ihr Reich.

Wir stellen drei Berge in Bayern und Tirol vor, bei denen man auf Tour besondere Geschichten erzählen kann. Und natürlich sind es auch landschaftlich besonders lohnenswerte Runden!


1. Ammergauer Alpen: Grubenkopf und Hasentalkopf

Die Route mit 1.120 Höhenmetern führt über die beiden wenig frequentierten Gipfel Grubenkopf (1.839 m) und Hasentalkopf (1.797 m) im Ammergebirge und weiter zur Kenzenhütte. Vom Grubenkopf  aus blickt man direkt auf die legendären Ost- und Nordwände des Geiselsteins. Bezwungen wurden die beiden bis zu 400 m hohen Wände erstmals von „Rambo“ Otto Herzog 1920/21. Auch am Bäckenalmsattel kommt man vorbei. Die Beckenalm gehörte wohl zu einer der ältesten Almen der Gegend und wurde schon 1405 erwähnt. Eingestellt wurde der Betrieb 1955.

Die Kenzenhütte hingegen ist ein königlicher Ort. König Max II. und später sein Sohn Ludwig II. nutzten sie einst als Jagdhütten bzw. Waldresidenz. Der Märchenkönig hatte hier einen Lieblingsplatz, zu dem sich ein Abstecher lohnt: Der Kenzenwasserfall. Sein Hofkoch berichtete einst: „Der König lässt seinen Speisetisch vor dem beleuchteten Wasserfall aufstellen und nimmt seine Mahlzeit in stummer Bewunderung dieses unerwarteten Schauspiels ein.“


2. Wetterstein Gebirge: Schachen und Frauenalplkopf

Eine anspruchsvolle Zweitagestour mit Übernachtung im Schachenhaus (1.866 m). Von Garmisch-Partenkirchen führt diese Tour über das Oberreintal auf den Frauenalplkopf (2.352 m). Das felsig-schroffe Gelände war einst fest in Schmugglerhand. Einer der Berühmtesten seiner Zunft war der sogenannte Rote Veitl, der bis zu seiner Erschießung 1815 über 20 Jahre in der Gegend schmuggelte. Die Pfade führten über die Oberreintalscharte von Tirol nach Bayern. Nach dem 2. Weltkrieg half Franzl Fischer, der Wirt der Oberreintalhütte, den Schmugglern, indem er ein weißes Handtuch an eine bestimmte Stelle der Wäscheleine hängte, wenn er wusste, dass die Grenzer unterwegs waren.

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Auf dem Schachen steht seit 1870 das höchstgelegene Schlösschen Deutschlands. Ludwig II. hat das Haus einst errichten lassen. Von außen wirkt es unspektakulär, doch innen strahlt unter anderem der Maurische Saal in prunkhaftem Glanz. Ludwig feierte hier neun Mal seinen Geburtstag.


3. Wilder Kaiser: Stripsenjoch und Feldberg

Vom König zum Kaiser: Von Kufstein führt die Tour nicht nur hoch hinaus auf schöne Kaiser-Gipfel, sondern auch tief hinein (oder weit zurück) in die Geschichte. In der Tischoferhöhle (20 m breit und 40 m tief) waren schon vor 37.000 Jahren zur Altsteinzeit Menschen ansässig. Das beweisen Funde von Pfeilspitzen aus Knochen sowie von Bären-Skeletten. Ebenso gefunden wurden hier menschliche Skelett-Teile aus der Bronzezeit (ca. 1800 v. Chr.) – zu sehen im Museum auf der Festung Kufstein. Weiter auf der Strecke kommt man an der Antoniuskapelle vorbei, die einen majestätischen Ausblick erschließt. Sie wurde 1711 erbaut und gehört zum Hinterkaiserhof. Weiter geht es zum Anton-Karg-Haus (829 m), von wo aus man einen guten Blick auf den Totensessel hat. Die stuhlförmige Felszackenformation links von der Kleinen Halt (2.116 m) bekam ihren Namen übrigens von einem Wilderer, der sich hier angeblich verstiegen hat und verhungert sein soll.

Am Feldberg hat man vor allem Klettergeschichten im Kopf (und vor Augen): Von hier aus sieht man die Steinerne Rinne, die Westwände des Predigtstuhls und die Ostwände der Fleischbank – die großartigsten Kletterwände des Gebirges. Von Hans Dülfer, der schon 1912 (als gerade einmal 20-Jähriger) die Fleischbank-Ostwand durchkletterte, bis hin zu Stefan Glowacz’ berühmter „Des Kaisers neue Kleider“-Route von 1993.


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