15.500 Touren,  1.700 Hütten  und täglich Neues aus den Bergen
Anzeige
Saisonstart

10 Tipps für die erste Skitour der Saison

• 2. November 2021

Der Winter klopft bereits an die Türe und die erste Skitour rückt in greifbare Nähe. Wie wir alle wissen, ist Planung die halbe Miete. Damit zu Saisonstart dann auch wirklich alles so funktioniert, wie es soll, verraten euch die Skitouren-Experten Riki Daurer und Stephan Mitter zehn Tipps für einen problemlosen Saison-Auftakt.

Skitourengeher im Kühtai in Tirol
Foto: mauritius images / imageBROKER / Christian Vorhofer
Skitourengeher im Kühtai in Tirol
Anzeige

1. Ausrüstung rechtzeitig checken

„Es schneit!“ – also: runter in den Keller, die Ausrüstung herauskramen und los geht’s. Am Ausgangspunkt herrscht dann oft Ernüchterung, weil das Fell nicht mehr hält, ein Ausrüstungsteil fehlt oder man nichts zu trinken mit hat. Um solchen Enttäuschungen vorzubeugen, solltet ihr vor der ersten Skitour die gesamte Ausrüstung kontrollieren. Dabei solltet ihr besonderes Augenmerk auf die Klebekraft eurer Felle, die richtige Einstellung der Tourenbindung, die Schnallen eurer Skischuhe und die Verstellfunktion eurer Teleskopstöcke legen.

Neben den Hard-Goods (Ski, Felle, Schuhe und Stöcke) solltet ihr natürlich auch eure Soft-Goods – also Jacke, Hose, Unterwäsche, Haube, Stirnband, Skibrille, Handschuhe, etc. – auf Zustand und Qualität überprüfen und anschließend sorgfältig im Skitouren-Rucksack verstauen. Wenn eure Skitourenausrüstung nicht vollständig ist oder die Funktionen mangelhaft sind, empfehlen wir euch, die erste Skitour der Saison im Zweifelsfall zu verschieben, den Fachhändler eures Vertrauens aufzusuchen und erst im Anschluss Richtung Berge zu starten. Denn wie immer gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Das könnte dich auch interessieren

  • 2. Check der Notfall-Ausrüstung

    • Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS): Zu Saisonbeginn solltet ihr auf unbedingt neue Batterien einlegen, einen Selbsttest durchlaufen lassen, die Software gegebenenfalls aktualisieren und den allgemeinen Zustand des Geräts und des Displays überprüfen. Falls ihr im Umgang mit dem LVS-Gerät nicht mehr ganz vertraut seid, dann gilt es, vor der ersten Skitour eine kleine Auffrischung mittels Bedienungsanleitung und Fachhändler zu unternehmen.
    • Schaufel & Sonde: Beides einmal in Ruhe daheim zusammenbauen, schauen ob alles reibungslos flutscht und die Sonde nicht verbogen oder gar gebrochen ist. Es empfiehlt sich außerdem, die Sonde nachzuspannen und alle Materialteile z. B. mit Silikonspray geschmeidiger zu machen.
    • Airbag (ABS-Rucksack): Verwendet man einen Airbag-Rucksack, dann muss das jeweilige System entsprechend den Herstellerangaben geprüft werden. Das kann vom reinen Wiegen der Kartuschen über eine Trockenauslösung bis zum Ölen von Kabel-Verbindungen gehen. Auch hier hilft die Bedienungsanleitung oder der Fachhändler bzw. Hersteller.
    • Erste-Hilfe Paket & Biwaksack: Wer diese Dinge im Sommer nie in die Hand genommen hat, sollte beides überprüfen: Also den Biwaksack ausbreiten (und ev. etwas lüften lassen), das Erste-Hilfe-Material auf Vollständigkeit und Zustand prüfen und bei Bedarf einige Dinge austauschen.
    • Stirnlampe: Eine kleine Stirnlampe sollte auf Skitour ebenso immer mit dabei sein. Diese auch auf ihre Funktion prüfen und neue Batterien einsetzen (bzw. den Akku laden).

    3. Reserve-Material

    Gerade bei den ersten Touren macht es Sinn, ausreichend Reservematerial mitzunehmen – falls etwas doch nicht so funktioniert wie erwartet. Ein kleines Reparaturset – bestehend aus Kabelbindern, PU-Skistraps oder Klebe-Pads (wenn das Fell nicht kleben möchte) und einem Multifunktions-Tool – solltet ihr immer dabei haben.
    Ein Block Universalwachs kann außerdem Wunder bewirken: Wenn nach dem Abziehen des Fells plötzlich der Kleber am Skibelag zurückbleibt oder der Schnee am Belag weiterhin haftet, weil der Ski schon länger kein Service mehr gesehen hat, kann durch Auftragen des Wachses die Lauffähigkeit der Ski wieder hergestellt werden. Und natürlich braucht man diese Dinge oft auch den restlichen Winter.

    Das könnte dich auch interessieren

  • 4. Blasenpflaster

    Nichts nervt mehr als Blasen an den Füßen: Wer einen neuen Tourenskischuh zum ersten Mal ausprobiert oder sich nicht sicher ist, ob die sommerverwöhnten Füße den ersten Anstieg problemlos überstehen, kann entweder vorsorglich seine Problemstellen (meistens Ferse) mit speziellen Blasenpflastern abkleben oder solche für den Fall der Fälle in den Rucksack packen.

    Das könnte dich auch interessieren

  • 5. Packliste Notfallausrüstung

    Folgende Dinge müssen auf der Skitour immer dabei sein:

    • Erste Hilfe-Set
    • Biwaksack
    • Stirnlampe
    • Mobiltelefon
    • LVS-Gerät
    • Sonde
    • Schaufel

    Das könnte dich auch interessieren

  • 6. Verpflegung

    Jedes Mal aufs Neue ist man überrascht, wie anstrengend die erste Skitour sein kann, obwohl man doch über eine allgemeine Grundkondition verfügt. Auch Personen, die vielleicht den restlichen Winter über mit relativ wenig Flüssigkeit und Nahrung auf Tour auskommen, brauchen für die erste Tour mehr Verpflegung als Energiekick. Und auch der Rest der Gruppe wird es einem danken.

    7. Zeitmanagement

    Skitourengehen soll vor allem eines: Freude bereiten. Gerade die ersten Skitouren können aber in Stress und Chaos ausarten, da die Routine erst wieder einkehren muss. Dabei kann schnell einmal nicht nur der Spaß zu kurz kommen, sondern die ganze Sache auch gefährlich werden.
    Also: Rechtzeitig die gesamte Ausrüstung herrichten, ein altbekanntes Tourenziel und die richtigen Tourenpartner auswählen.
    Die ersten Ausflüge ins winterliche Gelände dienen vor allem dazu, sich einerseits mit dem herrlichen Weiß anzufreunden und andererseits sein Gespür für die Skier wieder ins Gedächtnis zu rufen.

    Das könnte dich auch interessieren

  • 8. Tourenplanung

    Auch wenn uns online eine große Menge an Informationen zur Verfügung steht: Jede einzelne davon gilt es stets zu hinterfragen und nach eigenem Ermessen zu bewerten – das gilt vor allem für Informationen zu aktuellen Schnee- und Lawinenverhältnissen und den Powder-Fotos, die im Netz kursieren.
    Gerade zu Beginn der Wintersaison im November kann es sein, dass man auf keine amtliche Lawinenprognose zurückgreifen kann. 

    9. Gelassenheit

    Ja, wir alle freuen uns total auf die ersten Schwünge. Gerade deswegen wäre es schade, wenn der erste Ausflug ins Gelände zugleich der letzte der Saison ist – also: gelassen, entspannt und defensiv starten. Der Winter ist noch lang, die Verhältnisse werden erfahrungsgemäß ohnehin erst nach Weihnachten richtig gut und halten aber bis spät in den Frühling an. Lieber die ersten Abfahrten zurückhalten angehen und dafür den gesamten Winter in vollen Zügen genießen.

    Das könnte dich auch interessieren

  • 10. Frühwinter-Gefahren

    Nur weil es Spätherbst ist, bedeutet das nicht, dass es keine Lawinen gibt. Jedoch besteht die größte Gefahr im Frühwinter darin, nicht zwangsläufig von einer Lawine komplett verschüttet zu werden, sondern durch den Schneerutsch in felsiges und steiniges Gelände mitgerissen zu werden.


    Apropos Steine: Bei einer geringen Schneedecke im Frühwinter sind „Sharks“ – vereinzelt herausstehende oder gerade verdeckte Steine – die Gefahrenquelle Nummer 1 für Körper und Material. Deswegen sollte man bei geringer Schneeauflage lieber auf Wiesen oder Pisten unterwegs sein, dort also, wo es wenig Steine gibt. Das gilt für den Aufstieg und vor allem für die Abfahrt.


    Und noch ein Wort zu den Pistentouren, die gerade zu Saisonbeginn eine gute und beliebte Option sind, da diese zumeist sicher, schon beschneit oder gar präpariert sind. Da die Pistenbetreiber das Aufsteigen auf ihren Pisten immer stärker reglementieren, sollte man sich dazu im Vorfeld unbedingt informieren bzw. auch hier die aktuellen Empfehlungen der Pistenbetreiber berücksichtigen.

    Tourentipps für den Saison-Auftakt

  • Alles über Skitouren

  • Mehr zum Thema

    Bergwelten entdecken