Berg-Know-How

10 Regeln für Pistenskitouren

Tipps & Tricks • 13. Januar 2020

Schnell, gefahrlos, bequem: Pistenskitouren boomen. Der Alpenverein hat 10 Regeln für ein konfliktfreies Miteinander auf den Pisten formuliert. Wir stellen sie euch vor.

Südtirol: Pistenskitour am Schnalstaler Gletscher
Foto: MGM Mario Enterio
Südtirol: Pistenskitour am Schnalstaler Gletscher

Pistenskitouren haben im Wesentlichen zwei große Vorteile gegenüber Touren im freien Gelände: Sie sind vergleichsweise weniger Gefahren ausgesetzt und gewährleisten Touren auch bei wenig Schnee – noch dazu auf präparierten Pisten. Michael Larcher, Bergführer und Leiter der Bergsportabteilung im Österreichischen Alpenverein, weist aber darauf hin, dass „Pisten für Liftbenützer gebaut“ sind, Tourengeher sich „daher auch wie Gäste im Skigebiet verhalten“ sollten.

Das betrifft zunächst einmal die Aufsstiegsspur: Aufgestiegen wird am Pistenrand, „Engstellen geht man einzeln hintereinander, um die Abfahrer nicht zu behindern. Gleiches gilt für das Queren von Pisten – bitte nur an übersichtlichen Stellen und mit genügend Abstand“, so Larcher weiter.

Die Nachfrage nach Pistenskitouren boomt
Foto: Dynafit
Die Nachfrage nach Pistenskitouren boomt

Gemeinsam mit dem Kuratorium für Alpine Sicherheit hat der Alpenverein 10 Regeln für ein friedliches Auskommen von Tourengehern, Skifahrern und Skigebietsbetreibern festgeschrieben. Das sind sie:

1. Warnhinweise und lokale Regelungen beachten.

2. Der Sperre einer Piste ist Folge zu leisten: Beim Einsatz von Pistengeräten - insbesondere Seilwinden - kann es zu lebensgefährlichen Situationen kommen. Pisten können aus Sicherheitsgründen für die Dauer der Arbeiten gesperrt sein.

3. Nur am Pistenrand und hintereinander aufsteigen.

4. Die Piste nur an übersichtlichen Stellen und mit genügend Abstand zueinander queren.

5. Frisch präparierte Pisten nur im Randbereich befahren. Über Nacht festgefrorene Spuren können die Pistenqualität stark beeinträchtigen.

6. Bis 22:30 Uhr oder zur (von den Seilbahnunternehmen) festgelegten Uhrzeit die Pisten verlassen.

7. Sichtbar machen: Bei Dunkelheit mit Stirnlampe oder reflektierender Kleidung.

8. Falls vorhanden: Gekennzeichnete Aufstiegsrouten nutzen.

9. Hunde nicht mit auf die Pisten nehmen. 

10. Ausgewiesene Parkplätze nutzen und allfällige Parkgebühren entrichten.

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Ausnahme Schneeband

Einen Sonderfall stellen kleine Skigebiete dar, die hauptsächlich aus schmalen Schneebändern bestehen: „Hier stellt sich die Frage, ob man die Ski nicht lieber gegen die Wanderschuhe tauscht, bevor man sich auf engstem Raum im Kunstschnee austobt“, gibt Bergführer Michael Larcher gegenüber dem Alpenverein an. Wo die Pisten breit genug sind und die oben angeführten Regeln befolgt werden, sollten Tourengeher aber kein Problem darstellen.

Generelles Pistenverbot

Von einem mancherorts bereits praktizierten Pistenverbot für Tourengeher hält der Alpenverein nichts: „Auch Pisten sind Naturraum, aus dem nicht einfach einzelne Personengruppen verbannt werden können“, sagt Larcher.

Zugeständnis Parkgebühren

Während eine Pistenmaut vom Alpenverein zurückgewiesen wird, zeigt er Verständnis für eine angemessene Parkplatzgebühr als kompensatorische Maßnahme für das Entfallen des Kaufs einer Tageskarte. Letztlich profitieren auch Tourengeher von den präparierten und beschneiten Pisten in den Skigebieten.

Fazit

Mit gebotenem gegenseitigen Respekt und der Beachtung der 10 Regeln für Pistentourengeher sollten alle Wintersportler die Skigebiete für sich nutzen können – ohne dabei Abstriche machen zu müssen. Am Ende möchten schließlich alle auf einen gelungenen Tag im Schnee zurückblicken können.

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