Hast du den passenden Tourenskischuh gefunden? Dann kann es mit dem Tourenski weitergehen! Wenn du nicht beides gleichzeitig kaufst, denk daran, auch den Schuh in das Sportgeschäft mitzunehmen oder dir zumindest die Sohlenlänge zu notieren. Was du beim Kauf sonst noch im Auge behalten solltest, findest du in diesem Abschnitt.
Als Maßstab für die Länge von Tourenski ist die Augenhöhe empfehlenswert. Wenn du häufiger im Gelände unterwegs bist, kannst du deinen Ski auch etwas länger wählen. Denn je größer die Auflagefläche, desto leichter lässt er sich im tieferen Schnee oder auch im Bruchharsch kontrollieren. Ein zu langer Ski kann jedoch vor allem den Aufstieg im steileren Gelände erschweren. Wichtig: Das Fahrverhalten hängt nicht allein davon ab, wie lang dein Ski ist. Die Länge sollte also auch unbedingt mit anderen Merkmalen, etwa der Breite und der Form, harmonieren.
Die Breite von Tourenski wird üblicherweise in der Mitte gemessen und daher oft als „Mittelbreite“ bezeichnet. Je nach Modell liegt sie, ähnlich wie bei alpinen Ski, zwischen 65 und 110 mm. Dabei eignen sich schmalere Ski vor allem für aufstiegsorientierte Skitourengeherinnen und -geher und jene, die überwiegend auf der präparierten Piste abfahren. Breitere Modelle hingegen sind die beste Wahl für Tiefschnee-Fans, da sie weniger zum „Absaufen“ neigen und mehr Auftrieb bieten. Zwar erfordern breitere Ski beim Aufstieg etwas mehr Kraft, dafür schwebst du bei der Abfahrt umso leichter über den Pulverschnee. Als Einsteigerin oder Einsteiger empfiehlt sich ein vielseitiger Allround-Ski mit einer Mittelbreite zwischen 85 mm für leichte Frauen und 95 mm für kräftigere Männer – der perfekte Kompromiss für unterschiedlichste Bedingungen.
Bei der Form beginnt es nun etwas technischer zu werden. Ein Tourenski kann entweder „klassisch“ oder mit einem „Taper Top“ konstruiert sein. Die klassische Form entspricht der traditionellen Bauweise des Alpinskis, wo die breiteste Stelle in der Schaufel liegt – also im vorderen, leicht nach oben gebogenen Teil des Skis. Ein solcher Ski ist agil und reagiert leicht auf Druck und Gewichtsverlagerungen, was vor allem bei schnelleren Abfahrten auf präparierten Pisten von Vorteil ist. Bei der Bauart des Taper Tops hingegen liegt die breiteste Stelle unterhalb der Schaufel, was dem Ski eine markante Tropfenform verleiht. Im Gegensatz zur klassischen Form reagiert ein solcher Ski zwar etwas schwerfälliger, neigt jedoch gleichzeitig weniger zum Verschneiden. Damit ist er vor allem bei geringeren Geschwindigkeiten, etwa im Gelände abseits der Piste, angenehmer und ruhiger zu fahren.
Ein weiteres wichtiges Formmerkmal von Tourenski ist der sogenannte „Rocker“. Damit ist das nach oben gebogene Ende des Skis gemeint, das heutzutage bei so gut wie allen Modellen am vorderen Ski-Ende zu finden ist. Wenn sich der Ski erst kurz vor der Schaufel aufbiegt, wie etwa beim modernen Alpinski, spricht man von einem „schwachen“ Rocker. Ein „starker“ Rocker kann hingegen bereits unmittelbar nach der Bindung beginnen und sich somit über den gesamten vorderen Teil des Skis erstrecken. Das sorgt für mehr Wendigkeit und Auftrieb im Tiefschnee, verringert aber gleichzeitig die Laufruhe bei höheren Geschwindigkeiten und auf hartem Untergrund, da weniger Kantenfläche in den Schnee greift. Das kann wiederum durch die Wahl eines längeren Skis ausgeglichen werden. Je stärker also der Rocker, desto länger kann der Ski gewählt werden. Freeride-Profis fahren häufig einen „Full Rocker“, also einen Ski, der an beiden Enden aufgebogen ist. Als Einsteigerin oder Einsteiger bist du jedoch mit einem schwächer ausgeprägten Rocker besser beraten. Auch wenn du hin und wieder im tieferen Schnee unterwegs sein möchtest, reicht dafür ein Allroundski mit einem moderaten „Tip-Rocker“. Damit hast du auch auf hartem Untergrund genügend Halt.
Beim Gewicht der Tourenski stehst du vor einem ähnlichen Dilemma wie schon bei den Tourenskischuhen: Je leichter der Ski, desto müheloser ist der Aufstieg – aber desto unruhiger wird auch die Abfahrt. Die gute Nachricht: In der Regel hast du die Entscheidung mit dem Kauf deiner Tourenskischuhe bereits getroffen. Kombinationen aus leichten Schuhen und schweren Ski – oder umgekehrt – sind zwar nicht völlig ausgeschlossen, doch in den meisten Fällen nicht wirklich sinnvoll. Wenn also beim Tourengehen für dich der Aufstieg Priorität hat, wird ein leichter Tourenski die ideale Ergänzung zu deinem leichten Schuh sein. Aber Vorsicht: Nur gute Skifahrerinnen und -fahrer sollten zu den besonders leichten Modellen (ab ca. 750 Gramm) greifen! Damit der Ski beim Hinunterfahren ruhiger läuft, empfiehlt sich für Anfängerinnen und Anfänger, aber auch für abfahrtsorientierte Tourengeherinnen und -geher ein etwas schwererer und stabilerer Ski. Eine sinnvolle Obergrenze sind dabei 1,5 kg, um das Bergaufgehen nicht unnötig zu erschweren.