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Brenta, Dolomiten, Karnische Alpen

Zu Fuß über alte Grenzen

Anzeige • 25. Juni 2022

Ob in der Brenta, am Adamello, in den Dolomiten oder am Karnischen Hauptkamm – an vielen Orten in den Alpen stößt man auf Spuren ehemals umkämpfter Grenzen. Heute sind diese Grenzen zum Glück kaum sichtbar und frei passierbar. Die Schönheit der Natur darf wieder die Hauptrolle spielen. Gemeinsam mit dem Rother Bergverlag haben wir hier fünf Tourentipps für dich zusammen gestellt, auf denen du auf Tageswanderungen, spannenden Klettersteigen oder Weitwanderwegen von Hütte zu Hütte historische Grenzen überschreitest und in eine faszinierende Bergnatur eintauchst. 

Am Sfulminigletscher mit Blick nach Westen zur Cima Presanella in der Brenta.
Foto: Franz Hauleitner, Rother Bergverlag
Am Sfulminigletscher mit Blick nach Westen zur Cima Presanella in der Brenta.

1. Sentiero della Pace

Auf dem Friedensweg vom Vinschgau in die Dolomiten

Was sich im Ersten Weltkrieg von 1915 bis 1918 zwischen Stilfser Joch und Sexten abgespielt hat, ist heute kaum fassbar. Hier, mitten in den Alpen, standen sich österreichische und italienische Soldaten gegenüber, gefangen in diesem zermürbenden Krieg, der nur Verluste brachte. Der Sentiero della Pace folgt auf 45 Etappen dem damaligen Frontverlauf. Inmitten der prächtigen Bergnatur mit ihren wilden Felsszenarien, traumhaften Aussichtsgipfeln, glasklaren Gebirgsbächen und einer ausgezeichneten italienischen Alpenküche erlebt man heute pures Wanderglück. Aber die Geschichte ist nicht vergessen: Ehemalige Schützengräben und Kriegsstollen führen einem immer wieder die Absurdität dieses Krieges vor Augen und sind Mahnmal für Gegenwart und Zukunft. 
Der Sentiero della Pace ist der historisch bedeutendste Fernwanderweg Italiens. Wir haben hier eine Etappe für dich ausgewählt: 

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Sentiero della Pace: Lusern – Passo Vezzena – Cima Vezzena

Obwohl es sich hierbei um eine eher kurze Etappe am Friedensweg handelt, bietet sie doch alles, was den Gesamtweg ausmacht. Ein Abstecher zum Aussichtsgipfel Cima Vezzena eröffnet ein traumhaftes Panorama und in der ehemaligen begehbaren Befestigungsanlage Lusern scheint die dramatische Geschichte des Krieges zum Leben zu erwachen. 

Besonderheiten der Tour:

  • Aussichtsgipfel Cima Vezzena.
  • Begehbare Befestigungsanlage mit lebensgroßen Metallsoldaten.
  • Festungsanlagen im Gipfelbereich.

Diese und weitere Touren findest du im Rother Wanderführer „Sentiero della Pace – Auf dem Friedensweg vom Vinschgau in die Dolomiten“ von Romy Robst, erschienen im Rother Bergverlag.

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Diese Etappe des „Sentiero della Pace“ findest du im Rother Wanderführer „Sentiero della Pace – Auf dem Friedensweg vom Vinschgau in die Dolomiten“.

Natürlich muss man nicht gleich alle 45 Etappen des Friedensweges gehen, um über ehemalige Grenzen zu wandern. Auch viele Tagestouren führen auf historischen Pfaden oder zu geschichtsträchtigen Orten.

2. Freilichtmuseum am Monte Piana

Dolomiten

Der Monte Piana mit seinem Süd- und Nordgipfel spielte im Dolomitenkrieg von 1915 bis 1918 eine zentrale Rolle. Der etwas höhere Südgipfel war von den Italienern besetzt, am Nordgipfel standen die Österreicher. Die traumhafte Aussicht auf die großartigen Dolomiten-Massive ringsum – wie etwa zu den Drei Zinnen – hat damals wohl eher eine untergeordnete Rolle gespielt. Unzählige Stollen, Schützengräben und Drahtverhaue erinnern an diese grausame Zeit und der „Verein der Dolomitenfreunde“ hat in den Jahren 1977 und 1982 ein Freilichtmuseum geschaffen, das entlang eines „Historischen Rundweges“ besichtigt werden kann. 

Besonderheiten der Tour:

  • Monte Piana als traumhafter Aussichtsberg.
  • Geschichte des Dolomitenkrieges kann hautnah erlebt werden.
  • Abwechslungsreicher Weg, auf dem imposante, mit Drahtseilen gesicherte Schluchten gequert werden.

Diese und weitere Touren findest du im Rother Wanderführer „Dolomiten 5: Sexten – Toblach – Prags“ von Franz Hauleitner, erschienen im Rother Bergverlag.

Die Tour auf den Monte Piana findest du im Rother Wanderführer „Dolomiten 5: Sexten - Toblach - Prags“.

3. Via delle Bocchette Centrali

Brenta

Der Bänderweg „Bocchette Centrale“ gehört zu den berühmtesten Klettersteig-Touren in den Alpen. Das Zentralstück führt von der Alimontahütte auf gesicherten Bändern quer durch die Wände der Sfulmini und der Cima Brenta Alta, vorbei an der Riesennadel des Campanile Basso („Guglia Brenta“) bis zur Pedrottihütte. Die Klettersteig-Schwierigkeiten halten sich in Grenzen, aber die landschaftliche Schönheit des in den Jahren 1936 bis 1957 errichteten Weges ist bis heute unübertroffen. 

Besonderheiten der Tour: 

  • Einer der berühmtesten Klettersteige der Alpen (Klettersteigausrüstung empfohlen).
  • Der Bocchette Centrale ist vor allem ein „Schauweg“, der landschaftlich seinesgleichen sucht. 
  • Aufteilung auf zwei Tage mit Übernachtung auf der Pedrottihütte möglich. 

Diese und weitere Touren findest du im Rother Wanderführer „Brenta – mit Adamello, Presanella und Paganella“ von Franz Hauleitner, erschienen im Rother Bergverlag.

Die Klettersteigtour „Via delle Bocchette Centrali“ findest du im Rother Wanderführer „Brenta - mit Adamello, Presanella und Paganella“.

4. Klettern am Alpinisteig

Dolomiten

Die „Strada degli Alpini“, wie die italienischen Bergfreunde diese atemberaubende Traverse durch die Steilflanken des Elfers nennen, ist eine wunderschön angelegte Bänderroute (Klettersteig in der Schwierigkeit B) über dem Fischleintal in den Sextner Dolomiten. Der Steig wurde im Ersten Weltkrieg für die Soldaten aus dem Felsen gesprengt, denen dadurch ein zügiges Vorankommen in schwierigem Gelände ermöglicht wurde. Heute zählt der Klettersteig zu einem der populärsten der Alpen. 

Besonderheiten der Tour: 

  • Atemberaubende Traverse durch die Steilflanken des Elfers. 
  • Lässt sich mit der Ferrata Roghel und der Cengia Gabriella zur Galatour rund um den Elfer kombinieren. 
  • Einkehrmöglichkeit auf der Zsigmondy-Comici-Hütte.

Diese und weitere Touren findest du im Rother Klettersteigführer „Dolomiten: Brenta – Gardasee“ von Mark Zahel erschienen im Rother Bergverlag.

Den „Alpinisteig“ findest du im Rother Klettersteigführer „Dolomiten: Brenta - Gardasee“.

5. Am Karnischen Höhenweg

Karnische Alpen

Auch am Karnischen Hauptkamm standen sich im Ersten Weltkrieg Österreicher und Italiener gegenüber. Der Karnische Höhenweg führt in acht Etappen von Sillian bis nach Thörl-Maglern. Der Abschnitt von der Obstansersee-Hütte über die 2.678 Meter hohe Pfannspitze bis zur Filmoor-Standschützenhütte ist nicht nur landschaftlich und alpinistisch eine tolle Tour, sondern bietet auch geologisch einige Überraschungen. Das Ziel, die Filmoor-Standschützenhütte, ist eine aus den Ruinen ehemaliger Kriegsbaracken eines hier stationierten Standschützenregiments erbaute Hütte, die heute dem Alpenverein Austria gehört. 

Besonderheiten der Tour: 

  • Besteigung der Pfannspitze als einer der hohen Gipfel der Karnischen Alpen. 
  • Geologische Besonderheit am Fuße der Kinigat: kleinräumiger Wechsel zwischen dunklem Kristallin- und hellem Kalkgestein. 
  • Filmoor-Standschützenhütte mit interessanter Geschichte.

Diese und weitere Touren findest du im Rother Wanderführer „Karnischer Höhenweg – Von Sillian nach Thörl-Maglern“ von Evamaria Wecker, erschienen im Bergverlag Rother. 

Diese Etappe des Karnischen Höhenweges findest du im Rother Wanderführer „Karnischer Höhenweg - Von Sillian nach Thörl-Maglern“.

Gut zu wissen

Die Wanderführer des ROTHER Bergverlages decken unzählige Wanderregionen sowohl in den Bergen als auch am Meer ab. Kenner stellen hier ihre Top-Tourenauswahl vor – stets aktuell, mit detaillierten Beschreibungen und allen wichtigen Infos. Zu jeder Tour gibt es zudem Hinweise zur Anreise sowie Tipps zu Einkehr- und Unterkunftsmöglichkeiten. Und auf die geprüften GPS-Tracks, die es zu den Rother-Wanderführern zum Download dazu gibt, ist wirklich Verlass!

Übrigens besteht auch die Möglichkeit, die Wanderführer in der Rother Touren App für Android oder iPhone zu nutzen.

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