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Wie sieht eine gute Tourenplanung aus?

• 21. Juli 2016
von Walter Zörer

Ohne Planung keine Tour, weiß Bergführer Walter Zörer. Durch eine gute Vorbereitung kann ein großer Teil alpiner Notfälle verhindert werden. Doch wo anfangen? Was ist das wichtigste? Im Folgenden eine übersichtliche Anleitung.

Bergtour in den Dolomiten
Foto: mauritius images/ go-images
Auf einer Bergtour im Val di Fassa in den Dolomiten
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Ohne Planung keine Tour! Der Großteil der alpinen Notfälle entsteht durch mangelhafte oder fehlende Planung einer Bergtour. Eine intensive Auseinandersetzung mit der bevorstehenden Tour kann viele „Überraschungen“ vorwegnehmen und macht sogar Spaß. Denn wer mit mehr Informationen aufbricht, nimmt die Landschaft auch bewusster war.

Hier die 5 Grundsteine einer erfolgreichen Touren-Planung:

1. Route ausarbeiten

Besorgen wir uns eine gute topographische Karte oder Wanderkarte und arbeiten die Route aus. Alle relevanten Beschreibungen finden wir in der Regel in einem Wanderführer der entsprechenden Region. Besonderes Augenmerk legen wir auf mögliche Schlüsselstellen wie Passübergänge, steile Rinnen, absturzgefährdende Passagen usw.

  • Vor allem in nordseitigen Hängen verlaufende Wege sind im Frühsommer noch gerne mit Schnee überdeckt und stellen ein nicht zu unterschätzendes Absturzrisiko dar.

  • Wanderer beim Tourengehen
    Foto: Unsplash
    Mit der richtigen Planung, kommt man besser voran.

    2. Wegzeitberechnung

    Wir kalkulieren mit einer Aufstiegsrate von ca. 300 hm pro Stunde bzw. 3 km pro Stunde in der Ebene. Man nimmt den größeren der beiden errechneten Zeit-Werte, addiert 50% des kleineren Wertes und gibt noch etwas Pausen-Zeit dazu.

    Ein Beispiel: laut Karte sind es vom Parkplatz zum Gipfel 750 hm und 3 km Strecke. Mit unserer Formel kommen wir auf: 750 Hm = 2,5 Stunden, 3 km = 1 Stunden. Also rechnen wir: 2,5 Stunden + 50% von 1 Stunde = 3 Stunden Gehzeit zuzüglich Pausenzeiten. Unsere Etappe ist also in Summe ca. 3,5 Stunden lang.

    Für den Abstieg ziehen wir in etwa ein Drittel der benötigten Aufstiegszeit ab. Alles klar?

    Generell sollten wir unsere Wanderung immer mit genügend Puffer zur Dunkelheit berechnen, um nicht erst beim letzten Tageslicht (oder noch später) an der nächsten Hütte anzukommen.

  • 3. Wetterbericht abrufen!

    Regen und Nebel können im Gebirge nicht nur unangenehm sein, sondern auch schnell zu gefährlichen Situationen führen. Nasse Wege und Grashänge erhöhen das Absturzrisiko immens. Der „Supergau“ ist eine Kaltfront, die für einen drastischen Temperatursturz sorgt und Wanderer in kurzen Hosen ohne Winterausrüstung schnell in eine lebensgefährliche Lage bringt. Was im Tal mit einem Regenschauer und leichter Abkühlung ankommt kann sich in mittleren Höhen mit Schnee und Sturmböen präsentieren. Daher ist bei zweifelhafter Wetterlage unbedingt eine Tour mit Abbruchmöglichkeiten und reichlich Zeitreserven zu planen.

    Nicht unterschätzt werden darf auch die Sonnenstrahlung, die in der Höhe noch stärker wirkt und für Hitze, Sonnenbrand und Sonnenstich verantwortlich ist.

  • 4. Richtige Ausrüstung

    Unterwegs auf „Schusters Rappen“... Das heißt zunächst natürlich: Anständiges Schuhwerk besorgen. Leder- bzw. Goretex-Schuhe, die auch den Knöchel bedecken und schützen, sind hier die erste Wahl. Eine anständige Sohle sorgt für den nötigen Grip und lässt uns auch auf weichem Untergrund nicht im Stich. 

  • In den Rucksack geben wir Erste-Hilfe-Packerl (inklusive Blasenpflaster), Biwaksack, Reservekleidung, Regenjacke (evtl. auch einen Trekkingschirm), Trinkflasche und Jause, Taschenmesser (kann man immer brauchen) und ein Mobiltelefon für Notrufe. Vor allem bei Gelenksproblemen bietet sich der Einsatz von Wanderstöcken an, die unsere Knie mitentlasten und lange Abstiege etwas angenehmer machen.

  • 5. Alternativen einplanen

    Oft kommt es anders als man denkt. Ein vereister Wegabschnitt, ein sich früher als erwartet entwickelndes Gewitter, Mitwanderer, bei denen die Kräfte schwinden... Viele Szenarien bedingen eine Abänderung des ursprünglichen Planes. Wer sich zuhause schon mögliche Umkehrpunkte und Alternativvarianten angesehen hat, wird immer besser reagieren und die Tour „retten“ können. Eine Liste mit den wichtigsten Telefonnummern der Hütten auf der Etappe und den für die Region passenden Notrufnummern können im Ernstfall sehr nützlich sein.

  • Buchtipp

    Noch mehr Tipps zur Tourenplanung gibt es im Buch „Wanderungen für Groß und Klein" von Olav Lutz, erschienen im Verlag Tappeiner.

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