Berg-Knigge

Was schreibe ich ins Gipfelbuch?

Wissenswertes • 6. September 2019
von Peter Kapelari

Peter Kapelari – Leiter der Abteilung Hütten, Wege und Kartographie beim Österreichischen Alpenverein – über literarische Ergüsse am Berg.

Gipfelbuch
Foto: Leandro Alzate
Ins Gipfelbuch kann man so einiges schreiben, aber was macht auch wirklich Sinn?

„Nach einer mehrtägigen Durchfallerkrankung und trotz Knieprothese bei drohendem Gewitter in nur 2 h und 56 min am Gipfel!!! – Unterschrift“

Auch wenn man noch so stolz ist, den Gipfel erreicht zu haben: Dies allen späteren Besteigern inklusive Erschwernissen kundzutun ist peinlich! Ein Gipfelbuch dient in erster Linie zur Dokumentation darüber, wer und wie viele droben waren. Es ist ein wichtiges Hilfsmittel für die Bergrettung, wenn jemand vermisst wird. Da nützt es zu wissen, ob das Gipfelziel erreicht war oder nicht. Man trägt sich ein mit Datum, Name und Wohnort.

Es spricht auch nichts dagegen, manchmal einen philosophischen Gedanken im Gipfelbuch zu hinterlassen – aber ein Gipfelbuch ist kein Malbuch und kein Platz für literarische Ergüsse. Es soll längere Zeit Platz für Einträge bieten und nicht möglichst schnell vollgekritzelt sein. „Klosprüche“ sind oft lustig – aber im Gipfelbuch auch fehl am Platz!

Wichtig: Das Buch (mit dem Kugelschreiber) immer wieder ordentlich an seinem trockenen, wind- und wettergeschützten Platz verstauen!

Das Bergwelten Magazin (August/September 2019)
Foto: Bergwelten
Das Bergwelten Magazin (August/September 2019)

Dieser Outdoor-Tipp stammt aus dem Bergwelten Magazin. Die aktuelle Ausgabe (August/September 2019) ist überall im Zeitschriftenhandel oder ganz bequem per Abo für Österreich, Deutschland und die Schweiz erhältlich.

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