Hütten

Raus aus der Komfortzone! 8 spartanische Hütten

Hütten-Tipps • 22. August 2019
von Gabi Ebner

Dusche, 3-Gang-Menü und WLAN auf der Berghütte? Diesmal nicht. Die Hütten, die wir euch hier vorstellen, sind spartanisch, wild, und auf das Wesentliche reduziert. Perfekt zum Abschalten.

Schmadrihütte mit Tschingelfirn
Foto: mauritius images/ Iris Kürschner
Abgelegen und wunderschön spartanisch: Die Schmadrihütte in den Berner Alpen

Der Komfort besteht aus Dach über dem Kopf, einem Platz zum Schlafen und einem Ofen. Nützlich für den Aufenthalt sind Genügsamkeit und Einfallsreichtum, um sich mit dem zu arrangieren, was gerade da ist. Und soziale Kompetenz, wenn noch ein paar andere in derselben winzigen Hütte übernachten wollen.

Was man mit haben sollte: Hüttenschlafsack, Stirnlampe, Messer und Feuerzeug, Papiertaschentücher. Die meisten Hütten haben Wolldecken, wenn nicht: Schlafsack selber mitbringen. Teebeutel oder Löskaffee fürs Frühstück, Knäckebrot und Käse, Fertigsuppen oder asiatische Instant-Nudeln wiegen wenig und machen satt.

1. Fluhseehütte, 2.045 m

Schweiz/ Berner Alpen

Fluhseehütte
Am Fusse des Wildstrubels, im Kanton Bern, liegt auf 2.045 m die urige Fluhseehütte. Die unbewartete Schutzhütte oberhalb der Siebenbrunnen befindet sich direkt an dem gleichnamigen Bergsee und bietet eine grandiose Aussicht auf das Simmental und die umliegenden Gipfel der Berner Alpen. 
Geöffnet
Ganzjährig
Verpflegung
Selbstversorger

Die Fluhseehütte liegt wirklich fantastisch am Rand einer Geländestufe oberhalb von Lenk im Simmental. Der Zustieg ist zum Teil steil und ausgesetzt. Die kleine, einfache Holzhütte nördlich des Wildstrubels besteht aus einem Raum, in dem man kocht, isst und schläft.

Komfort: 14 Schlafplätze, Wolldecken sind vorhanden. Wasser gibt es beim Brunnen neben der Hütte oder im Fluhsee.

2. Böseckhütte, 2.594 m

Kärnten/ Goldberggruppe

Böseckhütte
Hütte • Kärnten

Böseckhütte (2.594 m)

Die Böseckhütte oberhalb von Mallnitz in den Hohen Tauern dient vor allem als Stützpunkt für Bergtouren auf den Feldseekopf. Sie ist eine kleine Schutzhütte, die auf einem noch kleinen Plateau steht. Von hier aus bieten sich Touren und Gipfelbesteigungen auf die Feldseescharte, den Feldseekopf und das Böseck an.
Geöffnet
Ganzjährig
Verpflegung
Selbstversorger

Die winzige, mit Holzschindeln bedeckte Hütte auf knapp 2.600 m über dem Tauerntal erreicht man von der Feldseescharte aus auf dem hochalpinen und ausgesetzten Westerfrölke-Weg. Zwei Bänke, ein Tisch, Schlafplätze für 4, maximal 6 Personen – mehr hat nicht Platz auf gut 20 Quadratmetern. Auch kein Ofen, hier bleibt die Küche kalt.

Komfort: Bettenlager, Decken und eine kleine Sitzecke. Eine Quelle ist 20 Gehminuten von der Hütte entfernt.

3. Hauerseehütte, 2.383 m

Ötztaler Alpen/ Tirol

Hauerseehütte
Die Hauerseehütte (2.383 m) liegt am Geigenkamm, benannt nach seiner höchsten Erhebung, der Hohen Geige (3.395 m), in den Ötztaler Alpen. Der Geigenkamm ist eine 28 km lange, ziemlich exakte „Gebirgsmauer“, die das westlich gelegene Pitz- vom östlich gelegenen Ötztal trennt. Die Hütte liegt direkt am Hauersee. Der See, der auch im Sommer selten wärmer als 4 Grad wird, verleiht dem Haus sein unvergleichliche Lage.  Das Schutzhaus ist eine Selbstversorgerhütte für Bergwanderer und Tourengeher. Und nur im Sommer nutzbar. In ihrer Umgebung können Gäste Steinböcke, Gämsen, Steinadler und Murmeltiere beobachten. Die Anstiege aus dem Ötztal sind lange. Dabei muss man auch berücksichtigen, dass Verpflegung und Lebensmittel hochzutragen sind und dafür eine gewisse alpine Grundrobustheit notwendig ist.
Geöffnet
Jul - Sep
Verpflegung
Selbstversorger

Die kleine Steinhütte am Hauersee erreicht man von Längenfeld im Ötztal aus in etwa vier Stunden, die nächste bewirtschaftete Hütte ist weitere vier Stunden entfernt. 15 Menschen können hier übernachten.

Komfort: Matratzenlager mit Decken, Gaskocher und Holzofen. Das Wasser holt man aus dem kalten Hauersee.

4. Schmadrihütte, 2.262 m

Schweiz/ Berner Alpen

Schmadrihütte
Die auf 2.262 Metern liegende Schmadrihütte befindet sich am südöstlichen Ende des Lauterbrunnentales im Schweizer Kanton Bern. Die Hütte ist unbewartet und ein idealer Ausgangspunkt für unzählige Bergtouren und Gipfelbesteigungen in der Umgebung. Unter anderem können Mittaghorn (3.695 m), Grosshorn (3.762 m), Breithorn (3.782 m) und Tschingelhorn (3.577 m) von hier aus bestiegen werden. Sie befindet sich im Besitz des Akademischen Alpenclubs Bern (AACB) und verfügt über insgesamt 12 Schlafplätze. Für den Zustieg benötigt man auf dem gut markiertem Steig ungefähr 3,5 Stunden (Achtung auf Eisschlag vom Mittleren und Südlichen Breitlouwenengletscher).  
Geöffnet
Ganzjährig
Verpflegung
Selbstversorger

Wild und abgelegen, vor der großartigen Bergkulisse am Ende des Lauterbrunnentals, steht die kleine Schmadrihütte. Der Weg dorthin ist abenteuerlich. Zwei Wildbäche sind zu queren, vor Eisschlag vom Mittelern und Südlichen Breitlouwenengletscher wird gewarnt – früher Aufbruch ist deshalb ratsam. Eine Reservierung ist nicht möglich.

Komfort: Zwölf Schlafplätze, Wolldecken, Holzofen, eine Lampe. Ein Hüttenwart sorgt für Holznachschub.

5. Ramozhütte 2.293 m

Schweiz/ Graubünden

Ramozhütte
Hütte • Graubünden

Ramozhütte (2.293 m)

Die Ramozhütte ist eine Schutzhütte des Schweizer Alpenclubs SAC (Sektion Arosa) und liegt am des Welschtobel etwas südöstlich von Arosa (Plessur Alpen). Totale Einsamkeit ist hier das prägendeste Element - keine Straße, nur ein schmaler Weg durch einen langen Tobel führen hier hinauf. Das Plateau, auf dem die Selbstversorgerhütte steht, ist vollständig von hohen Gipfeln und Graten umgeben, der markanteste davon ist das Aroser Rothorn (2.980 m).   Die 1945 erbaute Hütte hat trotz zahlreicher Aus- und Umbauten ihren ursprünglichen Charakter bewahrt. Da es sich um eine reine Selbstversorgerhütte (sowohl im Sommer wie auch im Winter) handelt, ist entsprechende Umsicht und eine Einhaltung der Hüttenregeln wichtig.
Geöffnet
Ganzjährig
Verpflegung
Selbstversorger

Von Arosa wandert man durch den langen und wilden Welschtobel zur einsamen Ramozhütte. Die urige Holzstube hat eine gut ausgestattete Küche. Über einen hölzernen Laufsteg erreicht man das 30 Meter von der Hütte entfernte WC.

Komfort: Schlafplätze für 25 Menschen in drei Räumen, Brunnen hinterm Haus, Brennholz ist meistens vorhanden. Eine Solaranlage liefert Strom für das Licht. 150 m weiter gibt es Handy-Empfang.

6. Walter-Brenninger-Biwak, 2.456 m

Südtirol/ Zillertaler Alpen

Walter-Brenninger-Biwak
Hütte • Trentino-Südtirol

Walter-Brenninger-Biwak (2.156 m)

Das Walter-Brenninger-Biwak (2.156 m) hat seinen Platz im hintersten Pfunderer Tal in den Zillertaler Alpen in Südtirol. Es dient am Ende des Weissteintales als Zwischenstopp für Begeher des Pfunderer Höhenwegs von Sterzing nach Bruneck. Man erreicht das Biwak am Ende der dritten der ingesamt sechs Etappen. Die alpine Notunterkunft verkürzt die Strecke zwischen Edelrauthütte und der Brixner Hütte. Beide Hütten liegen etwa 10 h Gehzeit auseinander. Die Pfunderer Berge sind stille, unberührte und wilde Schönheiten. Sie werden wegen ihrer berühmten Umgebung - Zillertaler Alpen, Dolomiten - links liegen gelassen. Kenner beschreiben sie als traumhafte, alpine Naturlandschaften, die sich optimal zum Weitwandern und für mehrtägige Wandertouren eignen. Aus einem 1977/78 von einem Pfunderer Bauern aufgegebenem Schafstall machten Mitglieder der Sektion Brixen des Alpenvereins Südtirol das Biwak. Benannt wurde es nach dem langjährigen 2. Vorstand der Brixener AVS-Sektion, dem Bergsteiger und Schneidermeister Walter Brenninger, der von 1913 bis 1972 lebte. Er war Leiter des Bergrettungsdienstes, Tourenleiter und den liebte die Berge rund um das Pfunderer Tal.
Geöffnet
Ganzjährig
Verpflegung
Selbstversorger

Aus einem aufgegebenen Schafstall in den Pfunderer Bergen machten Mitglieder des Südtiroler Alpenvereins das Brenninger-Biwak. Es dient als Notunterkunft am Pfunderer Höhenweg für die lange Strecke zwischen Brixener Hütte und Edelrauthütte.

Komfort: Schlafmöglichkeiten für maximal 6 Personen. Holzherd vorhanden. Kein Strom. Kein Mobilfunk-Empfang.

7. Breitenkopfhütte, 2.020 m

Tirol/ Wettersteingebirge und Mieminger Kette

Breitenkopfhütte
Die Breitenkopfhütte (2.020 m) ist eher ein Unterschlupf. So wirkt ihre Lage. Sie steht unter einem Felsvorsprung am Rande des Igelskar am Fuße des Breitenkopfs auf der Nordseite der Mieminger Kette in Tirol. Die kleine, gut geschützte Selbstversorger-Hütte ist Anlaufstelle bei Besteigungen der Gipfel Breitenkopf, Igelskopf, Hochplattig und der Mitterspitzen. Sie sind nur im Zuge alpiner Klettertouren zu erklimmen. Im Rahmen von Frühjahrs-Skitouren ist ein Aufstieg zur Hütte denkbar und möglich. Allerdings herrscht bei Schnee im und rund um das Igelskar Lawinengefahr. Winterliche Aufstiege und Abfahrten sind mit ganz besonderer Vorsicht durchzuführen.
Geöffnet
Ganzjährig
Verpflegung
Selbstversorger

Die winzige Hütte ist gar nicht so leicht zu finden: Am Rand des großen Igelskar duckt sie sich unter einen Felsvorsprung am Wandfuß des Breitenkopfs. Mit einer Grundfläche von vier mal vier Metern und nur vier regulären Schlafplätzen (und 2 Notschlafstellen) gehört sie zu den kleinsten Schutzhütten der Alpen.

Komfort: Holzherd und gut ausgestattete Küche im Erdgeschoss, sechs Matratzenlager mit Decken darüber, kleine Quelle ca. 150 m entfernt. Kann bei Trockenheit versiegen.

8. Waxensteinhütte 1.348 m

Bayern/ Wettersteingebirge und Mieminger Kette

Waxensteinhütte
Unter der Nordwand des Großen Waxensteins im Wettersteingebirge in Bayern liegt die Waxensteinhütte (1.384 m). Die kleine, ehemalige Forst-Hütte ist heute eine Selbstversorger-Hütte der DAV-Sektion München & Oberland. Sie ist umgeben von Hochwald und wird vor allem von Kletterern aufgesucht. Sie ist Ausgangspunkt für Klettertouren auf den Großen, den  Hinteren Waxenstein und die Schöneckspitze sowie für den Normalweg auf den Kleinen Waxenstein. Der Zustieg zur Waxensteinhütte ist relativ einfach und familientauglich. Alle Wege und Wanderungen rund um die Hütte erfordern jedoch Trittsicher- und Schwindelfreiheit. Familien können die Hütte nutzen, um die Höllentalklamm zu besuchen oder die Grainer Themenwege, die sich um Bergwald, Wasser, Klima, Geologie und Flurnamen drehen, gehen. Und auch, um mit der Zugspitz-Zahnradbahn auf den höchten Gipfel Deutschlands und des Wettersteingebirges zu fahren.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Selbstversorger

Die ehemalige Forsthütte steht recht abgelegen im Hochwald unterhalb der Nordwand des Großen Waxensteins. Zufällig kommt hier niemand vorbei. Der Zustieg ist nicht sehr schwierig, auch als schönes Hüttenabenteuer für die ganze Familie geeignet.

Komfort: Sechs Schlafplätze, Wasser von der Quelle, kein Strom, Kerzen, Holzofen. 50 Meter von der Hütte ist das Plumpsklo.

Mehr zum Thema

Purtschellerhaus
Während der Hauptsaison – speziell an den Wochenenden – kann es auf den Hütten auch mal ganz schön eng werden. Wir stellen euch 8 Stützpunkte abseits ausgetretener Wanderpfade vor, auf denen es in der Regel weniger hektisch zugeht.
Die Dalfaz Alm liegt auf 1.693 Höhenmetern im Tiroler Rofangebirge
Berghütten sind oft die geheimen Stars einer Wanderung. Hier kann man gemütlich einkehren, in Ruhe den Sonnenuntergang genießen und sich von den Strapazen langer Wanderungen erholen. Im Bergwelten Magazin (August/September 2018) stellen wir die 20 beliebtesten Hütten unserer Leserinnen und Leser vor. Damit man zu jeder dieser Hütten den Weg finden, gibt es hier alle Zustiege.
Wein am Berg
Wer sagt eigentlich, dass es oben auf dem Berg immer nur ein Krügerl sein darf, während sich am edlen Saft der Rebe nur die Städter laben dürfen? Auch oberhalb der Baumgrenze lassen sich – natürlich in Maßen – wunderbare blaue Stunden erleben. Wir stellen euch 7 Berghütten in Österreich, Deutschland, Südtirol und der Schweiz vor, die mit einem gut sortierten Weinangebot überraschen.

Bergwelten entdecken