Hütten

6 Wein-Hütten für blaue Stunden am Berg

Hütten-Tipps • 20. September 2018

Wer sagt eigentlich, dass es oben auf dem Berg immer nur ein Krügerl sein darf, während sich am edlen Saft der Rebe nur die Städter laben dürfen? Auch oberhalb der Baumgrenze lassen sich – natürlich in Maßen – wunderbare blaue Stunden erleben. Wir stellen euch 7 Berghütten in Österreich, Deutschland, Südtirol und der Schweiz vor, die mit einem gut sortierten Weinangebot überraschen.

Wein am Berg
Foto: Andreas Jakwerth
Wein am Berg

1. Scotonihütte, 2.040 m

Südtirol, Dolomiten

Scotonihütte
Foto: Costa Denis
Scotonihütte

Die Scotonihütte ist Südtirols kulinarischer Hütten-Hotspot. Vor allem die über offenem Feuer gegrillten T-Bone-Steaks haben es gaumenorientierten Bergfexen angetan. Doch auch Wein-Liebhaber kommen voll auf ihre Rechnung. Die Scotonihütten-Weinkarte umfasst über 400 Weine. Edle Tropfen aus Südtirol und ein fast endloses Angebot an Weinen aus ganz Italien. Wenn’s was zu feiern gibt, wird auch mal eine Champagnerflasche geköpft.

Wie man hinkommt: Durchs Gadertal bis nach St. Kassian fahren und weiter zur Gaststätte Capanna Alpina. Von hier aus zu Fuß in 45 Minuten.

Scotonihütte
Hütte • Trentino-Südtirol

Scotonihütte (2.040 m)

Die Scotonihütte (2.040 m) befindet sich auf einer kleinen Alm im Gardertal am südlichen Rand des Naturparks Fanes-Sennes-Prags. Im Talschluss von St. Kassian und unterhalb der mächtigen Südwände der Cunturines gelegen, lockt dieser zauberhafte Stützpunkt im Sommer Wanderer und Radfahrer, Kletterer und Bergsteiger, im Winter Schneeschuhwanderer und Skitourengeher. Von der Hütte aus erreicht man über den Wanderweg Nr. 20 den Großen (2.835 m) und den kleinen Lagazuoi (2.778 m), in weiterer Folge den Falzaregopass. Drei Sehenswürdigkeiten befinden sich im unmittelbaren Umfeld der Hütte: im Winter vereiste, im Sommer sprudelnde Wasserfälle, eine hölzerne Kapelle, die an die im Dolomitenkrieg gefallenen Soldaten erinnert, sowie der Lagazuoisee, der für seinen Fischreichtum bekannt ist und in dem man auch baden kann (500 m von der Hütte entfernt). Die Hütte liegt außerdem direkt an der traumhaften Skiabfahrt nach Armentarola, die von der Lagazuoi-Bergstation ausgeht. Den Gipfel erreicht man freilich auch mit Tourenski.
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

2. Karlsbader Hütte, 2.260 m

Tirol/ Gailtaler Alpen

Karlsbader Hütte
Foto: Edith Tembler
Karlsbader Hütte

Die Karlsbader Hütte am Gailtaler Höhenweg thront wie in einem Gemälde über dem Laserzsee, in dem sich die umliegenden Berggipfel spiegeln. Wer wird denn in dieser Traumkulisse ein ordinäres Dosenbier trinken wollen? Eben. Das dachten sich auch die Wirtsleute Edith und Rupert Tembler, die überdies so erstklassig kochen, dass auch die Speisen nach einer adäquaten Begleitung verlangen. Die Weinkarte verhält sich dabei diametral zur wuchtigen Hütte: Sie ist klein, aber ausgesprochen fein und ausschließlich mit Spitzenweinen von namhaften österreichischen Winzern aus dem Burgenland, der Steiermark und Niederösterreich bestückt.

Wie man hinkommt: Über Lienz zum Parkplatz der Dolomitenhütte, von dort in weniger als 2 Stunden.

Karlsbader Hütte
In den Lienzer Dolomiten in Osttirol thront die Karlsbader Hütte (2.260 m) mit grandiosem Rundumblick direkt am malerischen Laserzsee. Der Stützpunkt liegt am Gailtaler Höhenweg, lockt aber nicht nur Wanderer sondern auch Mountainbiker, vor allem aber Kletterer, die die Zacken und Spitzen der Dolomiten schätzen. Die Wandhöhen betragen bis zu 1.300 m, zudem befinden sich Klettergärten und Übungsfelsen in unmittelbarer Hüttennähe.  Ein besonders beliebter Wanderweg ist der Drei-Törl-Weg zwischen dem Hochstadelhaus und der Karlsbaderhütte, auf dem man rund 5 h unterwegs ist und das Baumgarten-, das Kühleiten- und schließlich das Laserztörl passiert. Auch Skitourengeher finden in der Region gute Voraussetzungen vor.
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

3. Watzmannhaus, 1.930 m

Bayern/ Berchtesgadener Alpen

Watzmannhaus
Foto: Berchtesgadener Land Tourismus
Watzmannhaus

„Aufi mecht i, und oben jodeln“, singt Wolfgang Ambros im 1974 erschienen Album „Der Watzmann ruft“. An anderer Stelle sang er aber auch: „Mei Naserl is so rot, weil i so blau bin“. Zwischen diesen beiden Aussagen eine Verbindungslinie zu ziehen, wäre natürlich grob töricht. Verbürgt ist aber, dass Wolferls Watzmann-Liebesbekundung den heutigen Watzmannhaus-Wirten Bruno Verst einst auf den Berg lockte. Und der bietet seinen Gästen nun 15 verschiedene Flaschenweine aus Deutschland, Italien, Frankreich und Österreich an. Zwei Drittel rot und ein Drittel weiß, wer es genau wissen will. Ambros ist’s egal: „...hab den Roten grad so gern als wie den Weißen“.

Bitte beachten: Ab 10.9.2018 bis Mai 2019 ist das Watzmannhaus wegen Umbaumaßnahmen geschlossen!

Wie man hinkommt: Vom Parkplatz Wimbachbrücke in Ramsau zu Fuß in knapp vier Stunden.

Watzmannhaus
Hütte • Bayern

Watzmannhaus (1.930 m)

Gelegen auf dem Falzköpfl, unterhalb des Watzmann Hochecks, liegt das Watzmannhaus (1.930 m) als bedeutender Stützpunkt für Tagesgäste und jene, die im Rahmen der Gipfelbesteigungen und/oder Überschreitungen eine Unterkunft für die Nacht brauchen. Die Touren von der Hütte aus sind nahezu durch die Bank nur etwas für geübte Hoch- und Skitourengeher, Bergsteiger und Kletterer. Jene auf das Hocheck (2.651 m) ist da noch die einfachste und auch für geübte Kinder ab 12 Jahren machbar. Sie erfordert jedoch Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Besonders beliebt ist die Route auf das Hocheck auch bei Skitourengehern, allerdings wegen des Absturzgeländes nur für sehr gute Skifahrer geeignet, die zudem sehr konditionsstark sein müssen, schließlich dauert es auf den Gipfel rund 5 h.
Geöffnet
Mai - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

4. Heinrich-Hueter-Hütte, 1.766 m

Vorarlberg/ Rätikon

Heinrich-Hueter-Hütte
Foto: Alexander Stoiser
Heinrich-Hueter-Hütte

„Da muss ich nachsehen“, sagte Hüttenwirtin Iris Bock zu unserem Redakteur Achim Schneyder und ging runter in den Keller, um nachzusehen. Hoch kam sie auch wieder und verlautbarte „ungefähr 20“. So viele verschiedene Sorten Wein lagern auf der Heinrich-Hueter-Hütte, 1.766 Weintragerln oberhalb des Meeresspiegels. Ihre Heimat liegt auf den sonnigen und oft preisgekrönten Hängen in Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark – ihr letztes Ziel im durstigen Rachen der Wandersleute. Genossen werden kann der edle Rebensaft auf der großen Sonnenterrasse mit Blick auf die herrliche Almenlandschaft – Übernachtungen sind, im Falle des Falles, auch möglich.

Wie man hinkommt: Von der Haltestelle des Wanderbusses von Vandans ins Rellstal in rund 45 Minuten.

Heinrich-Hueter-Hütte
Die mit dem Umweltgütesiegel ausgezeichnete Hütte liegt im Montafon in flachem Almgelände am Fuße von Zimba und Saulakopf. Von der Hütte aus gibt es über zehn verschiedene beschilderte Routen für Wanderer, wobei von kinderfreundlich bis schwierig alles dabei ist.  
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

5. Hochweißsteinhaus, 1.868 m

Kärnten/ Karnischer Hauptkamm

Hochweissteinhaus
Foto: Familie Guggenberger
Hochweissteinhaus

Die Wirtin vom Hochweißsteinhaus im Lesachtal schenkt ihre zehn verschiedenen Rot- und Weißweine aus Österreich und Italien auf Wunsch auch glasweise aus. Über diesen genießerfreundlichen Service freuen sich die Wanderer auf dem Karnischen Höhenweg, dem die Hütte als wichtiger Stützpunkt dient. Ein paar rote Raritäten aus Frankreich und Südafrika gibt es auch, doch für die muss etwas mehr als der Notgroschen im Rucksack berappt werden. Günstiger kommt man freilich mit Ingeborgs selbstgemachtem Kräuterschnaps weg – da dämmert die blaue Stunde auch gleich viel schneller.

Wie man hinkommt: Von St. Lorenzen im Lesachtal aus über die Ingridhütte in knapp drei Stunden.

Das Hochweißsteinhaus
Hütte • Kärnten

Hochweißsteinhaus (1.868 m)

In den Karnischen Alpen im Kärntner Lesachtal liegt zwischen Frohnalm und Öfner Joch das familienfreundliche Hochweißsteinhaus (1.868 m), das als wichtiger Etappenstützpunkt auf dem Karnischen Höhenweg nicht nur für Wanderer, sondern auch für Kletterer gilt.
Geöffnet
Jun - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

6. Capanna Cadlimo, 2.570 m

Schweiz/ Tessiner Alpen

Capanna Cadlimo
Foto: Capanna Cadlimo
Terrasse der Capanna Cadlimo

Auf beachtlichen 2.570 m liegt die Capanna Cadlimo des Schweizer Alpen-Clubs in den wunderschönen Tessiner Alpen. Das hindert Heinz Tschümperlin und sein Team aber nicht, seinen Gästen ein reichhaltiges Speisenangebot zu bieten. Zum köstlichen Bergkäse und Co. gibt es erfreulicher Weise auch eine gut bestückte Weinkarte mit erlesenen Rot- und Weißweinen.

Wie man hinkommt: Über Schwyz, Andermatt (Gotthardpass) oder Bellinzona nach Piotta zur Talstation der Standseilbahn.

Capanna Cadlimo
Hütte • Tessin

Capanna Cadlimo (2.570 m)

Die Cadlimohütte ist eine Schutzütte des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) und liegt auf der Wasserscheide zwischen Nordsee und Mittelmeer. Die südliche Entwässerung erfolgt durchs Val Cadlimo, ins Val Medel und dem Rheinverlauf folgend in die Nordsee. Nördlich fliesst das Wasser durchs Val Canaria in die Leventina und via Ticino und Po in die Adria nahe Venedig. Die Landschaft ist geprägt von einer Vielzahl von Bergseen und traumhaften Ausblicken auf die Gipfel des Gotthard Massivs. Rundtouren, ein breites Wanderwegenetz, wilde Übergänge, leichte Grat- und Gipfelbesteigungen, ein kleiner Klettergarten und Baden in einem der vielen Seen bilden das Hauptangebot der urigen Hütte. Unter Kennern gelten auch die Blumenvielfalt, die Mineralienvorkommnisse und die Geologie als äußerst interessant. Ein Naturdamm zum Stauen des Hütten- und Badesees, Slack Lines, Liegestühle und die gluschtige Speise- und Getränkekarte runden das alpine Angebot ab. Wer den Badesee über die Slack Line zu überqueren schafft und das mit einem YouTube-Filmchen belegt, kann gratis übernachten. In der Regel wird er dabei von Steinböcken beobachtet die sich wohl insgeheim wünsche, dass Probanden baden gehen. An klaren Tagen reicht die Aussicht weit in die Südalpen, zu den hohen Bergen im Wallis und zum nahen Gotthard Massiv.
Geöffnet
Jun - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

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