Auf den Spuren des Schwarzen Peters

Hochtor über Peternpfad: Der lohnendste Anstieg im Gesäuse

Blog • 2. September 2016
von Christina Geyer

Über einen Pfad, der sich seinen Ruf als einer der lohnendsten Anstiege im Gesäuse redlich verdient hat – und seinen umstrittenen Erschließer. Eine Spurensuche auf der Fährte des „Schwarzen Peters“.

Am Peternpfad im Gesäuse
Foto: Simon Schöpf
Am Peternpfad im Nationalpark Gesäuse in der Steiermark

Hans kennt jeden Gipfel im Gesäuse. Immer wieder hält er an besonders aussichtsreichen Punkten und betet uns die Namen aller sichtbaren Berge vor. Das Gesäuse ist gewissermaßen Hans' Spielplatz. Hier ist der gebürtige Oberösterreicher groß geworden und hat seine Leidenschaft für das Bergsteigen entdeckt. Die Nordwände ist er allesamt kletternd durchstiegen. Auch heute noch ist er ausnahmslos jedes Wochenende in den Bergen unterwegs – komme, was wolle.

Im Gesäuse: Blick in die umliegende Bergwelt
Foto: Gerhardt Gübitz
Hans und sein Sohn Lukas im Gesäuse: Blick in die umliegende Bergwelt

„Er ist süchtig“, sagt sein Sohn Lukas. „Immer schon gewesen“. Als er und sein jüngerer Bruder als Kinder gemeinsam mit ihrem Vater in den Bergen unterwegs waren, durften sie auf der Hütte alles bestellen, was sie wollten – während Hans im Alleingang loszog, um schnell noch drei weitere Gipfel zu kapern. Mittlerweile reicht sein Horizont weit über das Gesäuse hinaus: Aconcagua (6.962 m) in den Anden, Kilimandscharo (5.895 m) in Tansania, Nevado Huascarán (6.768 m) in Peru – Hans war umtriebig in den letzten Jahren.

Am Peternpfad im Gesäuse

Die Leidenschaft für die Berge ist – sehr zu Freuden des Vaters – auch auf Sohn Lukas übergegangen. Erst vor wenigen Wochen hat Lukas am Obergailtaler Berglauf teilgenommen und 800 Höhenmeter in weniger als einer Stunde bewältigt. Entsprechend zügig ist das Tempo, wenn Vater und Sohn gemeinsam unterwegs sind. Aus Gstatterboden geht es über die Haindlkarhütte zum Einstieg in den Peternpfad, der in ausgesetzter Felskletterei (Schwierigkeitsgrad II) durch die Nordwände des Gesäuses hinauf zur Peternscharte führt.

In leichter Kletterei über den Peternpfad auf das Hochtor im Gesäuse

In Kombination mit dem Roßkuppengrat gilt der Pfad als einer der längsten und lohnendsten Felsanstiege in den nördlichen Kalkalpen. Lukas und Hans merkt man das natürlich nicht an. Wie die Gämse wieseln die beiden über den nicht versicherten Pfad. Sie könnten es ohne weiteres mit dem „Schwarzen Peter“ aufnehmen, jenem Ennstaler Bergführer und berüchtigten Wilderer, der den Jägern Mitte des 19. Jahrhunderts regelmäßig über die steilen Wände des Hochtors entwischen konnte. Es ist natürlich kein Zufall, dass der Pfad seinen Namen trägt. 1877 war es der „Schwarze Peter“ selbst, der seinen Fluchtweg preisgab – und den Wiener Heinrich Heß über den Peternpfad auf die Planspitze führte.

Über die „Bandl'n“ und den Dachlgrat auf den Gipfel des Hochtors

Wir wandeln auf den Spuren des „Schwarzen Peters“ und steigen weiter über Roßkuppen- und Dachlgrat hinauf auf das Hochtor (2.369 m). „Riesenhaft wachsen die bleichen Felsmauern himmelan“, beschrieb Heß ehemals trefflich das Landschaftsbild im Gesäuse. Der Blick vom Gipfel des Hochtors bestätigt das. Lukas und Hans steigen schon wieder beschwingt ab, über die „bleichen Felsmauern“. Sie könnten darin bestimmt ähnlich schnell verschwinden wie einst der „Schwarze Peter“. Selbst mit einer Gams um den Hals. Aber vor allem: Gemeinsam.

Hochzinödl und Abendstimmung an der Hesshütte im Gesäuse

Die Hütten im Gesäuse

Die Hesshütte
Hütte • Steiermark

Hesshütte (1.699 m)

Die Hesshütte (1.699 m) steht am Ennsecksattel zwischen Hochtor und Hochzinödl in den Gesäusebergen in den Ennstaler Alpen. Sie liegt mitten im Nationalpark Gesäuse und ist über vier Zustiege aus drei Gesäuse-Orten erreichbar: von Hieflau, von Johnsbach, von Gstatterboden. Die anspruchsvollsten Aufstiege führen von Gstatterboden über den legendären Peternpfad und den Wasserfallweg zur Hütte. Der Klassiker oder sagen wir Normalweg zur Hütte ist der Anstieg aus Johnsbach vom Gasthof Kölbl weg. Gleichgültig aus welcher Richtung man zur Hütte empor steigt, der Lohn für den zurückgelegten Weg ist mehrfach: eine prachtvolle Ostalpen-Hütte, die imposanten Gesäuse-Berge und im Falle einer sternenklaren oder sogar Vollmond-Nacht, ein Himmel und ein Panorama, das so schnell nicht zu vergessen ist.  In welcher alpinen Gesellschaft hält sich die Hesshütte auf: die Planspitze im Norden, die Hochtor-Gruppe im Westen, die Jahrlingmauer im Süden und der Zinödl im Osten sind jahraus, jahrein die ständigen Begleiter der Hütte. Schon die Anstiegswege zur Hütte sind richtige Bergtouren. Nur rund um die Hesshütte gehen die Wege weiter. Darunter sind auch eine Reihe verwegener Klettereien. So reicht der Hochtor-Ostgrat, der Rossschweif, bis zur Hütte herunter. Der "Normalweg" von Johnsbach ist allerdings familientauglich, vorausgesetzt die heranwachsenden Alpinisten sind bereit, mindestens drei Stunden Fußmarsch in Kauf zu nehmen.
Geöffnet
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Verpflegung
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Ennstaler Hütte
Hütte • Steiermark

Ennstaler Hütte (1.543 m)

Die familienfreundliche Ennstaler Hütte (1.543 m) liegt im Gebirgszug Buchsteingruppe in den Ennstaler Alpen in der Steiermark. Sie ist die älteste Hütte im Gesäuse, dem Grünen Herzen Österreichs und steht auf einem Kamm zwischen der Tieflimauer (Teufelsmauer) und dem Tamischbachturm – ihrem Hausberg. Die bewirtschaftete Hütte ist vor allem bei Bergwanderern und Mountainbikern bekannt und als Stützpunkt bei Klettersteiggehern beliebt. An ihr führt auch der Weitwanderweg Eisenwurzenweg vorbei, der St. Gallen mit Gstatterboden verbindet.
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Buchsteinhaus
Hütte • Steiermark

Buchsteinhaus (1.571 m)

Das Buchsteinhaus, das 2010 an gleicher Stelle neu errichtet wurde, liegt auf der Südseite des Buchsteinstockes in den Ennstaler Alpen. Bereits seit dem Jahr 1924 bietet die Schutzhütte, die von den Naturfreunden Ortsstelle Steyr erbaut wurde, Unterkunft für Gesäuse- und Berg-Begeisterte jeden Alters. Die Hütte liegt auf dem Weg zur Besteigung des Großen Buchsteins (2.224 m) und der St. Gallener Spitze (2.144 m). Gipfel und Hütte wollen verdient sogar regelrecht erobert werden. Der Aufstieg auf das Buchsteinhaus eignet sich junge und heranreifende Alpinisten dann, wenn sie über eine gute Grundkondition verfügen. Das Buchsteinhaus ist auch Wegmarke auf dem Gesäuse-Hüttenrundwanderweg.
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Mödlinger Hütte
Hütte • Steiermark

Mödlinger Hütte (1.523 m)

Die Mödlinger Hütte (1.523 m) auf der Treffner Alm im Nationalpark Gesäuse in der Steiermark ist nicht nur Endpunkt einer reizvollen Mountainbikestrecke, sie ist auch beliebter Stütz- und Ausgangspunkt für Wanderer und Bergsteiger, im Winter für Schneeschuhwanderer und Skitourengeher. In der Wintersaison 2017/18 bleibt die Hütte allerdings geschlossen. Der Aufstieg zum Admonter Reichenstein (2.251 m) beispielsweise ist bereits über den klassischen Normalweg eine anspruchsvolle Bergtour, die Bergerfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert. Die im Gegensatz dazu gefahrlose Hüttenumgebung und die kurzen Wanderungen zum Treffner See eignen sich speziell für Familien mit Kindern. Im Winter ist die sieben Kilometer lange Naturrodelbahn auf der Mautstraße geöffnet. Für einen Rücktransport auf die Hütte ist gesorgt.
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Haindlkarhütte
Hütte • Steiermark

Haindlkarhütte (1.121 m)

Die Haindlkarhütte (1.121 m) steht am westlichen Rand des Haindlkars, mitten im Nationalpark Gesäuse und unterhalb der Nordwestwände von Hochtor und Ödstein in der Steiermark. Es ist nicht vermessen zu sagen, dass sich hier das Xeis mit einer seiner beeindruckendsten Seite, den schroffen, Ehrfurcht erregenden Wänden, zeigt. Das Haindlkar, die nahe Gsengscharte, die Nordwände, der legendäre Peternpfad schaffen mitsamt der ebenso charakteristischen Haindlkarhütte eine wirklich unverwechselbare Gesäuse-Atmosphäre, die man erlebt haben muss.  Je höher man von der Enns und der Gesäuse Straße im Tal Richtung Haindlkarhütte steigt, umso tiefer taucht man in österreichische Alpin- und Klettergeschichte, die eng mit dem Gesäuse verbunden ist, ein. An heißen Tagen ist die Rast und Einkehr in die Hütte noch wohltuender als an anderen Tagen. Stille, die der Schatten von Ödstein, Festkogel, Hochtor, Rosskuppe und Planspitze um die Hütte schafft, ist nirgendwo anders so intensiv zu erleben wie hier. Der Aufstieg von Gstatterboden ist auch mit Kindern zu schaffen.
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Admonterhaus
Hütte • Steiermark

Admonter Haus (1.725 m)

Das Admonter Haus (1.725 m) steht am östlichen Rand der Haller Mauern, einer kleinen Gebirgskette der Nördlichen Kalkalpen. Sie bildet den nordwestlichen Rand der Ennstaler Alpen und wird emotional zu den Gesäuse-Bergen gezählt. Die Kalkwände der Haller Mauern ziehen Kletterer und auch Wanderer, die ruhige Touren abseits der lebhaften Gesäuse-Pfade machen wollen. Kletterer finden anspruchsvolle Touren im Kalk der Haller Mauern vor. Wanderer zieht es auf den Großen Pyhrgas, der höchste Gipfel in dieser Kette, den Scheiblingstein, zu Nord-Süd-Überschreitungen dieser zwei Gipfel, oder auf den Hexenturm. Aber auch zu den Almen in der Oberlaussa. Das 1894/95 erbaut Admonter Haus hat seinen Platz am Grabnertörl zwischen Mittagskogel und Admonter Warte. Am Grabnertörl öffnet man sich den Weg auf Natterriegel (2.065 m) und zum Hexenturm (2.172 m). Die Hütte führt ein beschauliches Dasein und ist in seiner Ursprünglichkeit bewahrt geblieben.
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Mai - Okt
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