
Die Retter mit der kalten Schnauze
Foto: Lea Hajner
von Lea Hajner
Wenn Hunde Prüfungen ablegen
Mehr als 200 Lawinensuchhunde gibt es insgesamt in Österreich und Bayern. Sie können Verschüttete mit ihrem ausgezeichneten Geruchssinn noch bis zu vier Meter unter der Oberfläche wahrnehmen. Und sie bewegen sich flink im Gelände.
Etwas neidisch könnte man da schon werden. Während ich auf 2.600 Meter entweder friere (Stillstand) oder schwitze (Aufstieg), scheint der Border Collie keine Probleme zu haben. Die anderen Hunde warten bereits brav beim Equipment ihrer Besitzer, während Nora, ein recht junger Hund, seine ersten Übungen meistert. Für den Übungstag wurde ein großes Schneefeld geschaffen, eine Art künstlicher Lawinenkegel mit Übungslöchern.

Zwei Jahre dauert die Ausbildung zum Lawinensuchhund, die innerhalb der ersten drei Lebensjahre erfolgen muss. Nicht alle Hunderassen sind dafür geeignet. Vor allem das Gewicht muss stimmen, denn ab und zu wird der Hund ein Stück getragen oder in einen Helikopter gehoben. Auch darf der Hund nicht durch die Schneedecke einbrechen. Ideale Lawinensuchhunde sind deshalb zwischen 15-45 Kilo schwer. Wie lange ein Hund im Einsatz ist, bestimmen Kondition, regelmäßige Überprüfungen und der Besitzer. Manche gehen mit 8 in Pension, andere erst mit 11 Jahren.
Sobald ein Lawinennotruf eingeht und ein Helikopter geschickt wird, wird auch nach einsatzbereiten Bergrettern mit Lawinensuchhunden gesucht. Ein freiwilliger Job, der Mensch und Tier viel abverlangt. Manchmal werden Bergretter und Hund mit dem Helikopter abgeholt. Quintana und ihre Genossen müssen also auch das Fliegen lernen. Aber das sei meistens das geringste Problem, erklärt Michael und fügt hinzu: „Solange sie raussehen kann, liebt sie das Fliegen.“
Stöbertuch und Leckerlis
Ob die Einsätze mit Hund einfacher werden, frage ich Michael. Er überlegt kurz: „Man weiß einfach, dass man seinen Partner mit dabei hat. Wenn sie eine Witterung aufnimmt, dann zeigt sie es mir und dann führt das normalerweise auch zum Erfolg.“
Quintana ist bei der heutigen Übung ein alter Profi und meistert ihre Aufgabe – eine fremde Person zu finden – ohne Probleme. Während Michael noch den Schnee wegschaufelt, ist sie bereits im Schneeloch verschwunden und beim Verschüttungsopfer. Dafür gibt es zur Belohnung viel Lob, Streicheleinheiten und ein Leckerli. Quintana ist zufrieden – und die Prüfer sind es auch.
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