Bergportrait: Parrotspitze (4.432 m)
Wir stellen euch einen weiteren Viertausender vor: Die elegante Parrotspitze im Monte Rosa-Massiv an der Grenze von Italien und der Schweiz. Inklusive: Tourenbeschreibung und Historie.

Höhe und Lage
Die Parrotspitze ist 4.432 m hoch und befindet sich als Nebengipfel der Dufourspitze im Monte Rosa-Massiv. Sie liegt an der Grenze von Italien und der Schweiz und präsentiert sich je nach Exposition als Firnpyramide mit elegantem Gipfelgrat oder als dunkler Felsberg.
Die meisten Bergsteiger nehmen sie im Rahmen einer Überschreitung der prominenten Signalkuppe (4.554 m) in Angriff, die sich östlich der Parrotspitze befindet. Als Stützpunkt dient klassischerweise das Rifugio Gnifetti auf 3.647 m, alternativ dazu bietet sich für aus der Schweiz kommende Bergsteiger die die Monte-Rosa-Hütte (2.883 m) an.
Geschichte
Der erste Vorstoß auf den Gipfel der Parrotspitze erfolgte im Juli 1862 durch eine Seilschaft, bestehend aus drei Briten sowie den Schweizer Bergführern Christian Almer und Matthias Zumtaugwald. Die fünfköpfige Truppe schaffte es über die Ostwand bis zum Abschlussgrat, kehrte dann allerdings kurz unterhalb des Gipfels um.
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Im Jahr darauf am 16. August 1863 gelang den Bergführern Melchior Anderegg und Peter Perren gemeinsam mit den Kunden Reginald S. Macdonald, Florence Crauford Grove – der 1874 auch an der Erstbesteigung des 5.642 m hohen Elbrus beteiligt sein sollte –, Montagu Woodmass und William Edward Hall die Erstbesteigung.
Sie erreichten den Gipfel über den Westgrat. Anderegg, der „König der Führer“, ist im Übrigen kein Unbekannter in der Ersteigungsgeschichte der Westalpen: Gemeinsam mit Christian Almer, der nur ein Jahr zuvor an der Erstbesteigung der Parrotspitze scheiterte, erhielt er erstmals das Schweizer Bergführerpatent.
Die Parrotspitze im Überblick:
- Höhe: 4.432 m
- Lage: Monte Rosa-Massiv / Östlicher Walliser Grenzkamm
- Talort: Zermatt (CH) und Alagna (I)
- Stützpunkt: Rifugio Gnifetti in Italien (3.647 m) oder Monte-Rosa-Hütte (2.883 m) in der Schweiz
- Erstbesteigung: 1863
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Touren
Aus Alagna fährt man zunächst mit der Kabinenbahn zur Bergstation Passo Salato/Colle d’Olen (2.864 m) auf, ehe ein knapp 800 Höhenmeter-Aufstieg zum Rifugio Gnifetti wartet. Dort empfiehlt sich – auch für eine ausreichende Akklimatisierung – eine Nächtigung. Am nächsten Morgen folgt man der Aufstiegsspur zur Signalkuppe, die zunächst nach Nordosten über den Gletscherboden hinauf in Richtung Lisjoch führt. Über das Seserjoch (4.296 m) erreicht man schließlich über den mitunter schmalen Nordostgrat den Gipfel der Parrotspitze auf 4.432 m.
Weitere lohnende Routen führen über das Piodejoch (4.283 m) auf dem Westgrat oder über die Nordnordwestflanke auf den Gipfel.
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Gnifetti- und Monte-Rosa-Hütte im Detail:

- Geöffnet
- Jun - Okt
- Verpflegung
- Bewirtschaftet

- Geöffnet
- Mär - Sep
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Gut zu wissen
Der Name der Parrotspitze erinnert an Friedrich Parrot, einen deutsch-baltischen Mediziner und Forscher, der unter anderem im Monte Rosa-Massiv tätig war.