Selbstgemacht

5 Tipps für die Outdoor Kräuter-Apotheke

Tipps & Tricks • 10. Juli 2017

Ob Sonnenbrand, Insektenbiss oder kleine Wunden – wer viel unterwegs ist, kämpft irgendwann einmal bestimmt mit dem einen oder anderen Wehwehchen. Sonnentor empfiehlt uns 5 Rezepte von Mutter Natur.

Outdoor-Apotheke: Wildkräuter
Foto: Sonnentor
Outdoor-Apotheke: Wildkräuter sammeln und sich selbst verarzten!

Man muss keine voll ausgestattete Reiseapotheke mit in die Natur schleppen. Die besten Rezepte hält ohnehin Mutter Natur bereit – ganz ohne Beipackzettel mit unaussprechlichen Substanzen. Wer über den Wegesrand hinaus blickt, findet das ein oder andere Heilmittel direkt zu seinen Füßen.


1. Natürlicher Insektenschutz

Mit diesem selbstgemachten Insektenspray machen Mücken eine Fliege. Was du brauchst?

  • 40 ml Alkohol
  • 1 EL Apfelessig
  • 10 Tropfen ätherisches Öl (zum Beispiel Lavendel, Zimt, Rosmarin, Nelke oder Zitroneneukalyptus)

Die Zutaten in ein Sprühfläschchen (100 ml-Fassungsvermögen) geben, gut durchschütteln und mit Wasser auffüllen. Fertig!

Haben dich die Plagegeister schon erwischt? Kein Problem, der Spray wirkt auch angenehm kühlend nach Insektenstichen. Alternativ lindert auch pures Lavendelöl Schmerz und Juckreiz. Seine Inhaltsstoffe wirken beruhigend, schmerzlindernd und entzündungshemmend. Kein Lavendelöl dabei? Dann kann auch ein frischer Zweig helfen. Einfach Blüten über den Stich reiben. Alternativ hilft auch ein Blatt Spitzwegerich, dessen Saft man direkt auf den Stich presst.

Natürlicher Insektenschutz: Gelsenspray
Foto: Sonnentor
Natürlicher Insektenschutz: Gelsenspray kann man leicht selber herstellen!

2. Spitzwegerich-Pflaster

Apropos Spitzwegerich: Dieser natürliche Helfer in der Not wurde 2014 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Da er blutstillend wirkt und Bakterien fernhält, ist er das perfekte Pflaster für unterwegs. Der Spitzwegerich, auch Lungenblattl oder Spießkraut genannt, ist an Wegrändern und auf trockenen Wiesen zu finden. Die wertvollen Wirkstoffe stecken in den spitz zulaufenden Blättern und schaffen Abhilfe bei Blasen oder kleinen Verletzungen. Einfach ein paar frische Blätter abzupfen und auf die wunden Stellen legen. Das Wiesen-Notpflaster soll außerdem vorbeugend gegen Blasen helfen. Einfach vor der Wanderung die Füße mit Spitzwegerichblättern einreiben.

Outdoor-Apotheke: Spitzwegerich als Pflaster
Foto: Sonnentor
Outdoor-Apotheke: Spitzwegerich als Pflaster für unterwegs

3. Schwarztee bei Sonnenbrand

Wenn du es mit der Sonne etwas zu gut gemeint hast, gilt: das Sonnenbad sollte man vorerst einmal meiden. In der Zwischenzeit kann man den Sonnenbrand mit kalten Umschlägen pflegen. Alles was feucht und kühl ist, hilft. Wickel aus kaltem Schwarztee zum Beispiel. Die Tee-Beutel nehmen auch unterwegs kaum Platz im Reisegepäck weg und können einfach kalt aufgegossen werden. Ein bis zwei Schwarztee-Beutel in eine 0,5 l Wasserflasche hängen und länger ziehen lassen. Anschließend Wickel damit anfeuchten und für 20 Minuten auf die beleidigten Hautstellen legen. Schwarzer Tee enthält viele Gerbstoffe, die sich mit den Eiweißen in der Oberhaut verbinden und so eine Schutzschicht bilden. Dadurch verliert die Haut keine Feuchtigkeit und der Juckreiz wird gelindert.


4. Ätherischer Zeckenschutz

Ätherische Öle sind nicht nur ein Mückenschreck, sondern halten auch Zecken fern. Zitroneneukalyptus, Anis, Lavendel, Rosmarin, Nelken und Thymian können die kleinen Blutsauger gar nicht riechen. Die Auswahl kommt euch bekannt vor? Ja, genau: Diese Düfte schlagen auch Stechmücken in die Flucht. Somit kannst du mit dem Duftspray zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen.

Statt eines Sprays kann man übrigens auch ein Körperöl herstellen. Einfach ein Basisöl mit ein paar Tropfen ätherischen Ölen mischen. Neben Mandel- und Jojobaöl eignet sich vor allem Kokosöl. Dieses hat einen besonders hohen Anteil an Laurinsäure, welche Zecken in Tests erfolgreich in die Flucht geschlagen hat. In kleine Roll-on-Flaschen abgefüllt kann das Öl überallhin mitgenommen werden. Einfach vor Wanderungen und Spaziergängen Knöchel und Handgelenke damit einreiben.


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Valerie Jarolim von Blatt & Dorn ist zertifizierte Diplom-Kräuterpädagogin. Über Bergwelten.com verrät sie uns monatlich ihre Rezept- und Verarbeitungsideen rund um das Thema Wildkräuter. Hier findet ihr alle ihre Beiträge in gesammelter Form.

5. Wildkräuter-Tee

Abwarten und Tee trinken – dieses Sprichwort passt zu kaltgebrautem Tee besonders gut, denn es dauert eine ganze Weile, bis er fertig ist. Dafür kannst du deinen Tee überall genießen – auch ohne Wasserkocher und Kochplatte.

Die Zutaten findet man im Vorbeigehen. Gut geeignet sind zum Beispiel die Blätter und Blüten von:

  • Kamille,
  • Gänseblümchen,
  • Breitwegerich,
  • Wiesenschaumkraut,
  • Huflattich,
  • Malve,
  • Hagebutten oder
  • Schafgarbe.

Einfach die Blätter leicht zwirbeln, um die Inhaltstoffe freizusetzen und in einer Flasche mit kaltem Wasser aufgießen. Je nach Geschmack kann man den wilden Tee nach 30 Minuten oder nach mehreren Stunden trinken. Danach gilt aber: Nicht zu lange in die pralle Sonne stellen und innerhalb weniger Stunden aufbrauchen. Gerade keine Wildkräuter zur Verfügung? Teebeutel sind leichtes Reisegepäck und peppen Wasser blitzschnell auf. Pfefferminze und Verbene wirken besonders erfrischend an heißen Sommertagen.


Die Tipps hat Sonnentor für uns zusammengestellt, der Pionier im Bereich Nachhaltigkeit und Spezialist in Sachen Bio-Tee- und Gewürzkomposition.


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