
Der Dom (4.545 m) ist der höchste Berg, der vollständig auf Schweizer Boden steht. Wer ihn besteigen will, muss sich den Gipfel erarbeiten – aber jeder Schritt ist es wert. Hier findest du die schönsten Wanderungen, Vorbereitungstouren, Gletscherwege und Tipps für die Besteigung über Normalweg und Festigrat.
1. Wandern & Hüttenflair schnuppern
Wer die atemberaubende Landschaft der Walliser Viertausender genießen und Hüttenflair schnuppern will, ist bei diesen zwei Wanderungen richtig:
Von Randa erreicht man die Europahütte in nur drei Stunden. Eine abwechslungsreiche Hüttenwanderung durch schönen Lärchenwald auf den westlichen Abhängen des Doms (4.479 m). Unterwegs genießt man eine fantastische Aussicht auf Zinalrot- und Weisshorn. Die Kuchen auf der Hütte ist übrigens ein Gedicht.






2. Weitwandern am Fuße des Doms: der Europaweg
Eine der schönsten und zugleich anspruchsvollsten Zweitageswanderung der Alpen – der Europaweg von Grächen über Herbriggen, die Europahütte und die Täschalp bis ins Bergsteigerdorf Zermatt. Einer der Höhepunkte ist die 2017 erbaute, 494 Meter lange Charles Kuonen Hängebrücke. Wer sich auf die längsten Fussgängerhängebrücke der Welt wagt, sollte unbedingt schwindelfrei sein.

3. Gute Vorbereitung auf die Dombesteigung
Wer Großes im Sinn hat und sich an den Dom wagen will, sollte gut vorbereitet und akklimatisiert sein. In der näheren Umgebung gibt es drei Touren, die besonders gut dazu geeignet sind, dass eigene Können zu testen:
Vom Hotel Cervo geht es rechts auf der signalisierten Matterhorn-Trainingsstrecke zur Sunnegga. Der Weg ist steil und die 608 Höhenmeter auf 1,25 km Distanz gehen so richtig in die Beine. Wer das ohne Probleme schafft, darf sich fit genug für Matterhorn, Dom & Co. fühlen.
Das Breithorn (4.163 m) gilt als einer der leichtesten Viertausender der Alpen. Ein Spaziergang ist der Gang zum komplett vergletscherten Gipfel dennoch nicht. Man erreicht ihn von der Bergstation des Klein Matterhorns in circa eineinhalb Stunden. Perfekt für die Akklimatisierung!
Das Riffelhorn ist trotz seiner bescheidenen 2.930 Meter das bekannteste Trainingsklettergelände rund um Zermatt. Nur eine Viertelstunde von der Gornergrat Bahn Rotenboden entfernt sind dort beste alpine Routen zu finden, wie etwa die 7-Seillängen- Tour Via Charly im vierten Schwierigkeitsgrad. Auch viele der anderen, nicht allzu langen Klettereien erfreuen mit wenigen Seillängen im vierten bis sechsten Grad vor allem jene Felsliebhaber, die nicht jeden Tag in der Vertikalen herumturnen.
4. Jetzt wird's ernst: die Dombesteigung
Jede Dombesteigung beginnt mit dem Hüttenzustieg zur Domhütte. Weiter geht es auf dem etwas einfacheren Normalweg oder der anspruchsvolleren Route über den Festigrat.
Bereits unglaublich kurzweilig ist der Zustieg zur Domhütte ab Randa. Am nördlichen Ende der Hängebrücke weiter aufwärts über steile Wiesenhänge zu einem Felsabsatz und dort dem alpinen Wanderweg folgen. Gut versichert führt die Route über jede Menge Felsstufen weitere 600 Höhenmeter hinauf. Aufgepasst! Wer Glück hat, kann unterwegs Steinböcke, Murmeltiere und Schneehühner beobachten.




Eine lange, aber grandiose Gletscherwanderung mit kurzer Klettereinlage (II) am Festijoch, das vor allem beim Abstieg noch einmal als Gegenanstieg ärgert. Die Tour ist technisch nicht sehr schwierig, erfordert jedoch einiges an Ausdauer. Weniger erfahrene Bergsteiger sollten sich unbedingt einen Bergführer nehmen.




Ein wenig anspruchsvoller, dafür aber kürzer und noch beeindruckender ist der direkte Anstieg über den Festigrat. Dieser hat zudem den Vorteil, dass man direkt vom Festijoch weiter aufwärts klettert und sich somit insgesamt rund 100 Höhenmeter spart. Die Schwierigkeit hängt stark vom Zustand des Firns ab. Abstieg am besten über den Normalweg.




Beste Zeit für die Dombesteigung
Die optimale Saison für eine Hochtour auf den Dom in der Schweiz reicht von Juli bis Mitte September.
Anforderungen & Schwierigkeit
Kondition: sehr hohe Ausdauer
Technik: sicheres Gehen mit Steigeisen, Gletschererfahrung
Ausrüstung: Helm, Pickel, Seil, Gurt, LVS‑Set, Gletscher-Ausrüstung
Braucht man einen Bergführer?
Für alle ohne umfassende Hochtourenerfahrung: Ja, unbedingt empfohlen.
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