
Der Dolomiten Höhenweg Nr. 9: Weitwandern durch die Dolomiten
Foto: Michael Pezzei
von Peter Righi
Der Dolomiten Höhenweg Nr. 9, oder auch „Dolomitentrek“ genannt, verläuft im Gegensatz zu den anderen „Alte Vie“ in den Dolomiten als Transversale von Westen nach Osten durch die bekanntesten Gebirgsgruppen in den Dolomiten. Hier findest du alle Etappen und Hütten im Detail und bekommst Tipps zur Planung deiner Weitwanderung.
Inhalt
Die wichtigsten Fakten zum Dolomiten Höhenweg Nr. 9
Der Streckenverlauf des Dolomiten Höhenweges Nr. 9
Etappe 1: Von Tiers zur Plattkofelhütte
Etappe 2: Von der Plattkofelhütte zur Franz-Kostner-Hütte
Etappe 3: Von der Franz-Kostner-Hütte zum Rifugio Lagazuoi
Etappe 4: Vom Rifugio Lagazuoi zum Rifugio Son Forca
Etappe 5: Vom Rifugio Son Forca zum Rifugio Fonda Savio
Etappe 6: Vom Rifugio Fonda Savio zur Zsigmondy-Hütte und Abstieg nach Sexten
Wann ist die beste Zeit für eine Weitwanderung in den Dolomiten?
Wie schwierig ist der Dolomiten Höhenweg Nr. 9?
Die wichtigsten Fakten zum Dolomiten Höhenweg Nr. 9
Etappen: 6 (kann aber auch auf mehrere Etappen aufgeteilt werden, um die Gehzeiten zu verkürzen)
Länge der Etappen: zwischen 6 und 8,5 Stunden reine Gehzeit pro Tag
Höhenmeter gesamt: 6.945 Hm
Kilometer gesamt: 106,3 km
Höchster Punkt: 3.152 m (Piz Boé)
Schwierigkeit: T3 bis T4 - leichte Kletterstellen und versicherte Passagen (Klettersteigset und Helm mitnehmen). Dazu durch viele Höhenmeter und lange Etappen konditionell sehr anspruchsvoll.
Für wen geeignet: konditionsstarke, schwindelfreie und trittsichere Wanderinnen und Wanderer mit Bergerfahrung, nicht für Anfängerinnen und Anfänger geeignet
Übernachtung: in Berghütten
beste Jahreszeit: Anfang Juli bis Mitte September
Der Streckenverlauf des Dolomiten Höhenweges Nr. 9
Der Dolomiten Höhenweg Nr. 9 zeichnet sich durch seine landschaftliche Vielfalt und die spektakulären Aussichten auf die Bergwelt der Dolomiten, vom Rosengarten bis zu den monumentalen Berggipfeln der Drei Zinnen, aus. Da sich die landschaftlichen Besonderheiten auf der Tour von West nach Ost steigern, sollte man den Höhenweg auch in dieser Richtung erwandern – es lohnt sich.
Der Dolomitentrek quert ab dem Bergdorf Tiers die Gebirgsgruppen des Schlern-Rosengartens, vorbei an der Langkofelgruppe und von dort in die Sellagruppe. Nach dem Abstieg zum Campolongopass wandert man über die Wiesen von Pralongia zum Valparolapass zum Lagazuoi in der Fanesgruppe und weiter vorbei unterhalb des markanten Dreigestirns der Tofane, bis in den Talkessel von Cortina d’Ampezzo. Von Cortina steigt man in die Cristallogruppe und wandert von dort zum Misurinasee und durchquert anschließend die Cadinigruppe bis man zu den Drei Zinnen und der Gebirgsgruppe der Sextner Dolomiten gelangt.
Entlang der gesamten Strecke gibt es viele Stützpunkte, sodass man die hier angegebenen sechs Etappen auch auf mehrere und somit kürzere Tagestouren ausweiten kann.
Etappe 1: Von Tiers zur Plattkofelhütte
Die erste Etappe des Dolomiten Höhenweges Nr. 9 führt vom Tiersertal zwischen Schlern und Rosengarten bis zur Plattkofelhütte am Fuße der Langkofelgruppe. Der Anstieg durch das ursprüngliche Tschamintal ist noch recht entspannt, der folgende Abschnitt durch das Bärenloch ist drahtseilversichert und verlangt Trittsicherheit und Kondition.
Für eine kleine Variante kann man sich am Ende der ersten Etappe entscheiden:
Anstatt am Talschluss des Tschamintals über das Bärenloch (links) zum Tierser Alpl aufzusteigen, kann man nach rechts zur Grasleitenhütte wandern und eventuell dort übernachten. Am nächsten Tag überschreitet man den Molignonpass und gelangt von dort zum Tierser Alpl.

Wandern · Südtirol
Dolomitentrek Höhenweg Nr. 9 - Etappe 1: Von Tiers zur Plattkofelhütte

Wandern · Südtirol
Dolomitentrek Höhenweg Nr. 9 - Etappe 1: Von Tiers zur Plattkofelhütte

Italien, Seis am Schlern

Italien, Seis am Schlern
Etappe 2: Von der Plattkofelhütte zur Franz-Kostner-Hütte
Es lohnt sich, für diese Etappe des Dolomitentreks bereits sehr früh von der Plattkofelhütte zu starten. Da sich entlang der Strecke mehrere Hütten finden, kann man die Etappe bei Bedarf auch verkürzen.
Bis zum Sellajoch wandert man gemütlich am beliebten „Friedrich-August-Weg". Erheblich anspruchsvoller ist der Abschnitt durch die Val Lasties bis zum Piz Boè.


Italien, Corvara

Italien, Corvara
Etappe 3: Von der Franz-Kostner-Hütte zum Rifugio Lagazuoi
Die dritte Etappe des Dolomitenhöhenweges Nr. 9 führt von der Kostnerhütte am Vallon in der Sellagruppe bis zur Lagazuoihütte oberhalb des Falzaregopasses. Dabei genießt man traumhafte Ausblicke auf die mächtigen Dolomitenmassive der Civetta, des Pelmo und auf die Tofane.

Italien, Cortina d'Ampezzo (BL)
Italien, Cortina d'Ampezzo (BL)
Etappe 4: Vom Rifugio Lagazuoi zum Rifugio Son Forca
Vom Rifugio Lagazuoi startet man am besten früh los, es stehen 20 Kilometer, 1.300 Höhenmeter Aufstieg und fast 1.900 Höhenmeter Abstieg an. Man kann den Aufstieg von Cortina d'Ampezzo aber auch mit Bus und Sessellift abkürzen. Vom Tagesziel, dem Rifugio Son Forca, am Monte Cristallo hat man wunderschöne Ausblicke in die umliegende Bergwelt.
Etappe 5: Vom Rifugio Son Forca zum Rifugio Fonda Savio
Auf der fünften Etappe des Dolomiten Höhenweges Nr. 9 muss man einige seilgesicherte Passagen und steile Geröllrinnen überwinden. Höhenmeter spart man, wenn man den Col-de-Varda-Sessellift für den Aufstieg zum Rifugio Col de Varda benützt. Von dort geht es durch die Gebirgsgruppe Cadini di Misurina bis zum Rifugio Fondo Savio.


Italien, Bruneck
Italien, Bruneck

Etappe 6: Vom Rifugio Fonda Savio zur Zsigmondy-Hütte und Abstieg nach Sexten
Der krönende Abschluss des Dolomitentreks führt gleich an mehreren gemütlichen Hütten (Auronzohütte, Rifugio Lavaredo, Büllelejochhütte, Zsigmondyhütte) vorbei, sodass man besser nicht zu lange einkehrt, um den ganzen Weg an einem Tag zu schaffen.
Auf dieser Etappe wird man auch mehr Menschen treffen, da hier mit den Drei Zinnen und dem Fischleintal einige Highlights der Dolomiten warten.



Wann ist die beste Zeit für eine Weitwanderung in den Dolomiten?
Die ideale Zeit für die Begehung des Höhenweges Nr. 9 ist von Anfang Juli bis Mitte September. Allerdings kann bis Mitte Juli immer wieder auf Altschneefelder und schneebedeckte Rinnen stoßen. Gegen Mitte August, der Hauptferienzeit in Italien (Ferragosto) sind die Schutzhäuser sehr stark belegt und die Wanderwege, besonders im Abschnitt der Drei Zinnen, extrem frequentiert.
Die alpinen Schutzhütten in den Dolomiten öffnen in der Regel gegen Mitte Juni und schließen bereits Ende September.
Wie schwierig ist der Dolomiten Höhenweg Nr. 9?
Der Dolomiten Höhenweg Nr. 9 ist eine sehr anspruchsvolle Weitwanderung, die man nur mit guter Bergerfahrung unternehmen sollte. Die Etappen, wie sie hier angegeben sind, sind lange und verlangen viel Kondition. Sie können mit mehr Hüttenübernachtungen zwar verkürzt werden, trotzdem ist die Wegführung teilweise ausgesetzt und überwindet viele Höhenmeter.
Einzelne Passagen sind seilversichert, man sollte also unbedingt ein Klettersteig-Set und auch einen Helm einpacken.
Kann ich zum Dolomiten Höhenweg Nr. 9 mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen?
Für die An- und Abreise des Dolomitentrek-Abenteuers lohnt es sich die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Den Hauptbahnhof von Bozen/Bolzano erreicht man zuverlässig mit dem DB-ÖBB Eurociti. Von Bozen gelangt man mit dem Linienbus Nr. 185 nach Tiers zum Ortsteil St. Zyprian.
Nach Abschluss der Durchquerung nimmt man den Linienbus Nr. 446 von Sexten nach Innichen und fährt von dort mit der Pustertaler Bahn wieder nach Bozen (bzw. Franzensfeste oder Lienz) zurück. Über die offizielle Fahrplanauskunft von Südtirolmobil erhält man über die App jederzeit aktualisierte Informationen. Zudem lohnt sich die günstige Mobilcard, die auf den öffentlichen Verkehrsmitteln (außer Shuttlebusse zur Auronzohütte) eingesetzt werden kann.
Kann ich am Dolomiten Höhenweg zelten?
Nein, Wildzelten ist in Italien in den meisten Gebieten streng verboten. Entlang des Höhenweges gibt es viele Hütten, in denen man unterkommen kann, sodass eine Übernachtung im Zelt oder Biwak nicht notwendig ist.
Allerdings kannst du zu Beginn und Ende des Höhenweges auf Campingplätzen übernachten:
Camping Moosbauer in Bozen/Moritzing.
Im Campingplatz Moosbauer findet man gemütliche Ecken zum Entspannen, aber man kann hier auch viel lernen und tolle Anregungen für ein umweltbewusstes Leben sammeln.In Sexten bietet der Caravanpark Sexten höchsten Komfort am Puls der Natur.
Eingebettet in die Berglandschaft der Drei Zinnen bietet der Caravan Park Sexten, einem 5 Sterne Camping mit Stellplätzen, Baumhäusern und Lodges.
Wo kann ich am Dolomiten Höhenweg Nr. 9 übernachten?
Entlang des Dolomitentreks bieten viele alpine Schutzhäuser Unterkunft. Auf der ersten Etappe ist es die Tierser-Alpl-Hütte oder Grasleitenhütte. Bei der zweiten Etappe passiert man die Plattkofelhütte und Boehütte, man übernachtet auf der Kostnerhütte. Die Lagazuoihütte ist Etappenziel der dritten Etappe und die vierte Etappe endet bei der Son Forca Hütte. In der Cadinigruppe bietet die Fonda-Savio-Hütte Unterkunft. Am Fuße der Drei Zinnen befindet sich die Auronzohütte und die Lavaredohütte. bevor man zur Büllelejochhütte und Zsigmondyhütte gelangt. Am Ende des Höhenweges kann in der Talschlusshütte oder Fischleinbodenhütte eingekehrt werden.
Sehenswertes am Weg
Das Festungswerk Tre Sassi
Am Valparolapass ist eines der interessantesten Zeugnisse der Dolomitenfront im Ersten Weltkrieg. Die Festung wurde 1897 zur Verteidigung der südlichen Grenzen des österreichisch-ungarischen Reichs erbaut und 1910 modernisiert. Im der restaurierten Anlage sind heute die Ausrüstungen und die Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens der Soldaten ausgestellt.Olympiastadt Cortina d’Ampezzo
Am 5. Februar 1956 gingen die siebten Olympischen Winterspiele in Cortina d'Ampezzo zu Ende. Im Februar 2026 war die Stadt im Rahmen von Milano Cortina 2026 erneut der Austragungsort der Olympischen Winterspiele.Das Rudolf-Stolz-Museum im Sexten
Im Museum am Hauptplatz von Sexten werden in zwei Schauräumen 160 Werke des Künstlers gezeigt. Dazu zählen vor allem Skizzen zu Fresken, die über ganz Südtirol verteilt, an Fassaden verschiedener Gebäude, sowie in Kirchen oder Hotels entstanden sind.

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Berg & Freizeit

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