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Wissenswertes zur Hochtour

Tipps & Tricks • 10. Juli 2018

Von einer Hochtour spricht man im Zusammenhang mit Touren, die auf vergletscherte Berge mit einer Höhe von über 3.000 m führen. Der Begriff bezieht sich vor allem auf Besteigungen im Alpenraum und ist von jenem des Höhenbergsteigens (über 7.000 m) zu unterscheiden. Was es bei einer Hochtour alles zu beachten gilt? Wir verraten es euch.

Hochtour im Salzburger Stubachtal
Foto: Lisa Mattanovich
2er-Seilschaft am Gletscher: Hochtour im Stubachtal in Salzburg

Spaltensturzgefahr

Es gibt eine oberste Regel am Gletscher – und die lautet: Niemals allein unterwegs sein. Aus gutem Grund, denn die größte Gefahr bei einer Hochtour geht von Gletscherspalten aus. Eine Seilschaft kann einen etwaigen Sturz abfedern und/oder entsprechende Bergungsmaßnahmen einleiten.

Zu beachten gilt:

  • Trittsicherheit und Kondition minimieren das Risiko von Spaltenstürzen und sind daher Voraussetzung einer jeden Hochtour
  • Die Beherrschung von Sicherungs- und Bergungstechniken am Gletscher ist unerlässlich, um im Zweifel richtig reagieren zu können
  • Ohne Gletscher-Ausrüstung keine Hochtour: Seil, Sitzgurt, Steigeisen, Pickel und UV-Schutz (Sonnencreme und Gletscherbrille) müssen mit

Bergungsmaßnahmen:

  • ab 4 Personen-Seilschaft: Bergung erfolgt mittels Mannschaftszug
  • unter 4 Personen-Seilschaft: Bergung erfolgt mittels fixer Verankerung (Eisschrauben oder T-Anker) am Spaltenrand
  • Selbstrettung: Bergung erfolgt auf Eigeninitiative mittels „Aufprusiken“

Abstände in der Seilschaft:

  • 2 Personen-Seilschaft: Der Abstand beträgt 15-18 m
  • 3 Personen-Seilschaft: Der Abstand beträgt 10-12 m
  • Ab 4 Personen: Der Abstand beträgt 8-10 m

Das Seil selbst sollte immer gespannt sein, Schlappseil gilt es am Gletscher unbedingt zu vermeiden!

  • Packliste: Das brauchst du für die Hochtour

  • Hochtour: Seilschaft am Allalinhorn in der Schweiz
    Foto: Mauritius Images / Klaus Scholz
    Seilschaft in den Walliser Alpen in der Schweiz

    Orientierung und Wetterkunde

    Es ist von Vorteil, die Wetterentwicklung am Gletscher richtig einschätzen zu können. Das umfasst nebst klassischer Anzeichen wie Wolkenbildung auch Grundlagen der Lawinenkunde. Wer von einem Wetterumschwung überrascht wird, sollte darüber hinaus auch versiert im Umgang mit dem Lesen von Karten und GPS-Geräten sein.

    Gletscherkurse

    Wer sich das selbstständige Navigieren am Gletscher nicht zutraut, kann entweder an geführten Hochtouren teilnehmen (zum Beispiel über den Alpenverein oder lokale Anbieter) oder einen Gletscher-Kurs mit entsprechender Ausbildung absolvieren (zum Beispiel über die ASI).

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