Welterbestätten der Schweiz, Teil 5

UNESCO: Die Burgen von Bellinzona

Wissenswertes • 11. Dezember 2017

Die drei mittelalterlichen Burgen und die Wehrmauern von Bellinzona im Tessin sind einzigartig im Alpenraum. Nicht umsonst wurde der imposante Befestigungskomplex aus Türmen, Zinnen und Toren vor einer nicht minder imposanten Bergkulisse im Jahr 2000 zum UNESCO-Welterbe erklärt.

Bellinzona Unesco Castelgrande
Foto: swiss-image.ch/Andreas Gerth
Blick von der Burg Castelgrande auf die Altstadt von Bellinzona
  • Kanton: Tessin
  • UNESCO-Kategorie: Kulturerbe

Das Welterbe Belllinzona besteht aus drei mittelalterlichen Burgen sowie der teilweise erhaltenen Stadt- und Wehrmauer („Murata“) von Bellinzona. Die heute zweitgrößte Stadt des Kantons wurde erstmals im Jahr 590 urkundlich erwähnt, doch Siedlungen und Wehranlagen gab es hier schon wesentlich früher. Das liegt an der strategisch bedeutsamen Lage der Stadt, von der aus sich der Zugang zu wichtigen Alpenpässen wie dem Gotthardpass kontrollieren ließ. Einst riegelte die Wehrmauer das gesamte Tal des Tessins ab.

Castelgrande – auch Castello di San Michele genannt – ist die älteste der drei Burgen (circa 1250-1500). Sie thront auf einem felsigen Plateau, hoch über der Altstadt und hebt sich durch ihre beiden 28 m (Torre Nera) und 27 m (Torre Bianca) hoch aufragenden Türme ab. Im Castelgrande befinden sich das archäologische Museum und das Kunstmuseum.

Fasnachtsumzug Rabadan durch die Altstadt, Bellinzona

Einzigartig in den Alpen

Die zwei anderen Burgen sind das Castello Montebello aus dem späten 13. Jahrhundert und das am höchsten gelegene Castello di Sasso Corbaro aus dem späten 15. Jahrhundert. Ein vergleichbarer Komplex aus mittelalterlichen Wehrbauten ist nirgendwo sonst in den Alpen erhalten – für die UNESCO war das ein wesentlicher Grund, weshalb sie Bellinzona im Jahr 2000 den Welterbe-Status verlieh.

Tipp: Im Castello Montebello lässt sich im Rahmen einer Führung die Herstellung der Tessiner Salami kennenlernen.

Das Schloss Montebello ist Teil der weitläufigen Burganlage aus dem 12. bis 15. Jahrhundert

Fakten zu den Burgen von Bellinzona

  • UNESCO-Welterbe: seit 2000
  • Kanton: Tessin
  • Ursprung: 12.-15. Jahrhundert
  • Mehr Infos: UNESCO

Tourentipps rund um Bellinzona


Zur Serie

Die Schweiz zählt derzeit zwölf UNESCO-Welterbestätten, wobei neun davon dem Kulturerbe und drei dem Naturerbe zugeordnet sind. Auch die Kulturstätten, wie die Burgen von Bellinzona, liegen zumeist in einzigartigen Naturlandschaften, die einen Besuch zusätzlich lohnen. Wir stellen auf Bergwelten.com in einer Serie alle Welterbestätten der Schweiz samt Wandertipps vor.

Mehr zum Thema

Lavaux Unesco Rivaz Genfersee
Welterbestätten der Schweiz, Teil 4

UNESCO: Weinberg-Terrassen von Lavaux

Das hoch über dem Genfersee gelegene Lavaux ist mit 800 Hektar Rebfläche das größte zusammenhängende Weinbaugebiet der Schweiz. Und nicht nur für Weinliebhaber ein lohnendes Ziel. Die Traum-Kulisse aus See und Weinberg-Terrassen lädt – auch im Winter – zu herrlichen Spaziergängen ein.
Welterbestätten in der Schweiz, Teil 1

UNESCO: Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina

Die hochalpine Bahnstrecke zwischen Chur und Tirano zählt mit ihren Viadukten, Brücken und spektakulären Bergkulissen zu den schönsten der Welt. Wir stellen euch das UNESCO-Welterbe samt Tourentipps im Detail vor.
Greyerz Gruyères Freiburg
Am Fuße der Berge rund um Greyerz im Kanton Freiburg soll einer Sage nach einst ein ebenso rätselhaftes wie launisches Pferd sein Unwesen getrieben haben. Grund genug, sich in diesem schönen Wandergebiet auf Spurensuche zu begeben!

Bergwelten entdecken