1. Montafoner Braunvieh
Wenige 100, Bestand gefährdet
Montafon, südliches Vorarlberg, auf 600 bis 2.800 m Seehöhe
Stier: 1,33 - 1,42 m
Kuh: 1,26 - 1,34 m
Sehr berggängig, bewegt sich aufgrund des geringen Gewichts sicher im steilsten alpinen Gelände. Hohe Vitalität, lange Nutzungsdauer. Sanft und Harmonie vermittelnd, manchmal aber auch temperamentvoll und wild.
Schwarz pigmentiertes Maul mit hellem Saum, dunkle Klauen und Hornspitzen, flauschige Ohren, ausdrucksvolle Augen. Fühlt sich im Hochgebirge zu Hause.
2. Tux-Zillertaler
Zillertal und Tuxertal in Tirol, auf 550 bis 2.700 m Seehöhe
Stier: im Schnitt 1,40 m
Kuh: 1,20 - 1,30 m
Temperamentvoll und kampflustig. Gute Grundfutterumsetzung. Bewegt sich im Hochgebirge sehr trittsicher.
Kurzer, breiter Kopf und starke, in weiter Biegung nach vorn gerichtete Hörner – sogenannte Stechhörner.
3. Tiroler Grauvieh
In Österreich circa 15.000
Nord- und Südtirol, die meisten Almen liegen sehr hoch – auf 1.600 bis 2.300 m Seehöhe
Stier: 1,33 - 1,40 m
Kuh: 1,25 - 1,30 m
Lebhaft, aber gutmütig. Genügsam und langlebig, hohe Widerstandsfähigkeit gegen Wind, Wetter und Krankheiten. Leichtfüßig und geländegängig.
Zählt zu den ältesten Rinderrassen des östlichen Alpenraums. Graues Fell in Schattierungen zwischen Silber- und Eisengrau. Schön nach oben geschwungene Hörner.
4. Pustertaler Sprinzen
Circa 600, davon rund 180 in Südtirol und 420 in Österreich; Bestand stark gefährdet
Südtiroler Pustertal und Seitentäler, auf 700 bis 3.000 m Seehöhe; verstreute Zucht in Österreich
Stier: 1,35 - 1,45 m
Kuh: 1,25 - 1,35 m
Temperamentvoll, robust, langlebig, gute Grundfutterverwertung.
War die Hauptrinderrasse im Habsburgerreich unter Kaiser Franz Joseph. Gilt wegen der auffällig schwarz-weißen Musterung als Schönheitskönigin. Schwarz sind immer das Flotzmaul, die Augenlider, die Klauen und die Hornspitzen.
5. Original Pinzgauer
Stier: 1,45 - 1,50 m
Kuh: 1,35 - 1,40 m
Genügsam, ruhig, friedfertig, zudem ausgestattet mit enormer Zugkraft. Gute Futterverwertung, große Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Verhältnisse und Klimazonen.
Charakteristische kastanienbraune Färbung mit weißem Kamm am oberen Rücken, der sich bis zum Schwanz zieht. Im 19. Jahrhundert wurden sie „Bistumkühe“ genannt – sie standen für das erzbischöfliche Bistum Salzburg.
6. Eringer
Im Schweizer Wallis; namensgebend ist das Erinergtal am Fuß der Walliser Alpen
Stier: 1,25 - 1,34 m
Kuh: 1,18 - 1,28 m
Anpassungsfähig und anspruchslos, aber außerordentlich kampflustig: Ist den ganzen Sommer auf der Alm damit beschäftigt, um die Rangordnung in der Herde zu kämpfen.
Kräftige Muskeln und starke Hörner – Eringer sind Kampfrinder für alle Höhenlagen. Man vermutet, dass sie von Tieren aus Nubien/Afrika abstammen und mit spanischen Rassen verwandt sind.
Hinweis
Die Steckbriefe entstammen dem Beitrag „Königin der Almen“ aus „Servus in Stadt & Land“ (Mai 2017).
Buch-Tipp
Drei Jahre lang hat Werner Lampert an seinem Bildband „Unberührte Schönheit“ gearbeitet, um die ursprünglichsten Rinderrassen der Welt zu besuchen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!
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