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Tag des Bartes

Die schönsten Bärte der Alpingeschichte

• 5. September 2020
von Martin Foszczynski

Sir Edmund Hillary ist als Erstbesteiger des Mount Everest wohl einer der größten Expeditionisten der Alpin-Geschichte. Pech für ihn: Er trug keinen Bart! Somit fällt er aus unserer erlesenen Auswahl heraus. Anlässlich des Welttag des Bartes, der jedes Jahr am ersten Samstag im September gefeiert wird, stellen wir euch 5 bedeutende Abenteurer und ihre prächtigen Bärte vor.

1. Hermann von Schlagintweit (1826-1882)

Gebrüder Schlaginweit
Foto: Wikipedia
Robert, Adolf und Hermann von Schlagintweit (1847)

Die bayerischen Schlagintweit-Brüder Adolf, Robert und Herrmann beschäftigten sich schon früh mit geologischen Untersuchungen in den Alpen. Zusammen mit Adolf scheiterte Schnauzbartträger Hermann im August 1851 nur knapp an der Erstbesteigung der höchsten Spitze des Monte Rosa, der 4.634 hohen Dufourspitze. Alexander von Humboldt vermittelte den beiden Brüdern schließlich einen Auftrag von König Friedrich Wilhelm IV. und der Ostindischen Kompanie. Sie sollten eine wissenschaftliche Reise nach Indien unternehmen, um die dortige Gebirgswelt zu erforschen. Im Zuge dieser Reise überquerte Hermann die Gebirgsketten des Karakorum und des Kwen-Iun in China.

Wer die Dufourspitze wirklich erstbestiegen hat, liest du hier:

2. Hermann von Barth (1845-1876)

Hermann von Barth
Foto: Wikipedia
Porträt, aus Gesammelte Schriften (um 1865–1876)

Nomen est omen! Der Sohn eines Kämmerers des bayerischen Königs ist bereits ob seines Namens zum Bartträger berufen, doch das ist freilich nicht der einzige Grund, weshalb er es in die Auswahl geschafft hat. Tatsächlich gilt Hermann als bedeutender Erforscher der Alpen (Erstbesteiger von zehn Gipfeln in den Berchtesgadener Alpen, zwölf im Karwendelgebirge, ausgiebige Reisen nach Afrika, wo er 1876 durch tropische Krankheit gezeichnet verstarb), der zudem im 19. Jahrhundert die erste alpine Bergführer-Literatur verfasste. Er gilt sogar als Erfinder gedruckter Tourenbeschreibungen. Die in den Allgäuer Alpen auf Tiroler Seite befindliche Hermann-von-Barth-Hütte wurde ihm gewidmet.

Matthias Zurbriggen (1856-1917)

Matthias Zurbriggen
Foto: Pinterest
Matthias Zurbriggen

An diesen Rauschebart kommt wohl kein anderer Alpinist mehr heran. Der in Saas-Fee geborene und in Genf verstorbene Schweizer Bergsteiger und Bergführer wurde als Kind von seiner Mutter in der Rückentrage über den Monte-Moro-Pass (2.853 m) nach Italien getragen. Als Erwachsener kehrte er in seine Walserheimat zurück und sammelte beim Bau der Marinelli-Hütte in der Ostwand des Monte Rosa seine Bergsteigerqualitäten. Später erforschte er Gletscher und Gipfel im Karakorum und stellte dabei an einem Nebengipfel des Baltoro Kangri mit 6.890 m den damaligen Höhenrekord auf. Am 14. Januar 1897 gelang ihm die Erstbesteigung des 6.958 m hohen Aconcagua in den Anden Argentiniens. Danach ging es mit Matthias aber im wahrsten Sinne des Wortes bergab. Er stürzte sozial ab und wurde zum Landstreicher. Am 21. Juni 1917 fand man ihn in Genf erhängt.

Ein ausführliches Portrait dieses besonderen Schweizer Pioniers findest du hier:

4. Ludwig Purtscheller (1849-1900)

Ludwig Purtscheller
Foto: Österreichische Nationalbibliothek
Ludwig Purtscheller

Der österreichische Bergsteiger und Lehrer wurde als Sohn Tiroler Eltern in Innsbruck geboren. 1874 übersiedelte er nach Salzburg, wo er als Lehrer tätig war, aber auch den Plan fasste, die Ostalpen gründlich zu erforschen. Ihm gelangen viele Erstbesteigungen und Erstbegehungen ohne Bergführer – insgesamt bestieg er nicht weniger als 1.700 Gipfel, was ihm den Titel „Bester Kenner der Alpen“ einbrachte. Am 6. Oktober 1889 erreichten Purtscheller und seine Begleiter Hans Meyer und Yohani Kinyala Lauwo beim zweiten Versuch erstmals den Gipfel des Kilimandscharo. Purtscheller starb nicht in den Bergen, sondern an Lungenentzündung in einer Berner Klinik. Das Purtschellerhaus in den Berchtesgadener Alpen (Salzburg) erinnert bis heute an ihn.

5. Reinhold Messner (geb. 1944)

Reinhold Mesner
Foto: Gian Angelo Pistoia
Reinhold Messner, Monte Rite (2002)

Die Geschichte hat einen wahrlich langen Bart: 1986 will Reinhold Messner während einer Tibet-Himalaya-Expedition den sagenumwobenen Yeti erblickt haben. Ohne Zweifel hat ihn diese Episode weltweit berühmt gemacht – in Alpinistenkreisen war es der Südtiroler Extrembergsteiger und Abenteurer freilich schon davor. Als Erster auf den Gipfeln aller 14 Achttausender, als Erster den Everest ohne Flaschensauerstoff bestiegen und die Antarktis zu Fuß durchquert... nicht nur für diese einzigartigen Leistungen gebührt Reinhold Messner größter Respekt, sondern auch für seinen – mehr oder weniger gepflegten, jedenfalls prächtigen – Vollbart, mit dem er all das zustande gebracht hat.

Hier geht's zu Reinhold Messners besten TV-Momenten:

Bärte Alpingeschichte
Foto: Pinterest, Österreichische Nationalbibliothek
Der Schweizer Matthias Zurbriggen (links) und der Tiroler Ludwig Purtscheller
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