
Schweizer Pioniere
Foto: Wikipedia/ K. Kaufmann, Interlaken
Mitte des 19. Jahrhunderts bricht das „Goldene Zeitalter des Alpinismus“ an, in dem vorwiegend britische Sirs zum Sturm auf die noch unbestiegenen Gipfel der Westalpen ansetzen. Doch es sind heimische Bergführer – besonders oft aus St. Niklaus im Wallis – , die ihnen zu ihren Siegen verhelfen und selbst immer waghalsigere Abenteuer suchen. Vom Matterhorn bis zu den Rocky Mountains – wir stellen die faszinierenden Lebensgeschichten der Schweizer Pioniere vor.

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Die 7er-Seilschaft der so legendären wie tragischen Matterhorn-Erstbesteigung von 1865 enthielt zwei Schweizer: Peter Taugwalder und seinen Sohn. Obwohl er nicht als erster am Gipfel stand, kam dem Zermatter Bergführer eine – undankbare – Schlüsselrolle zu. Die Geschichte einer Tragödie.

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Mit dem Liskamm bezwang Franz Josef Lochmatter als erster den Schicksalsberg der frühen Schweizer Bergführer. Als Betreiber des Hotels „Monte Rosa“ in Macugnaga gilt er auch als Pionier des alpinen Tourismus.

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Matthias Zurbriggen war ein exzessiver Weltenbummler und schrieb mit der Erstbesteigung des Aconcagua in Südamerika Alpingeschichte. Seine eigene Lebensgeschichte blieb hingegen weitgehend im Dunkeln.

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1789 gelang Placidus a Spescha mit dem Rheinwaldhorn (3.402 m) eine der ersten nachweisbaren Besteigungen eines 3.000ers in den Alpen. Nicht die einzige Erstbegehung des furchtlosen Benediktiner-Paters aus Disentis, der lieber in den Bergen als in seinen Pfarren war.

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Der Bauernsohn aus dem Haslital erhielt als erster das Schweizer Bergführerpatent und galt schon zu Lebzeiten als Legende. Zu seiner Klientel zählten besonders viele englische Bergsteiger – vier davon führte er 1863 erstmals auf den Gipfel der Parrotspitze in den Walliser Alpen.

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Der Grindelwalder Christian Almer galt als einer der besten Schweizer Bergführer der ersten Generation. Eine Matterhorn-Erstbesteigung lehnte er 1865 ab, was ihm womöglich das Leben rettete. Die Erstbesteigungen von Mönch und Eiger machten ihn dennoch zur Legende.

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Aus dem kleinen Steinhaus im Wallis stammend sollte Johann Joseph Benet zu den größten Schweizer Bergführern der ersten Generation aufsteigen. Die Freundschaft zum Iren John Tyndall führte ihn auf den Gipfel des mächtigen Weisshorns.

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Der Mitbegründer des Schweizer Alpenclubs bereiste zunächst als Kaufmann die weite Welt. Zum Bergsteiger wurde er erst spät – und schaffte es doch als Erster auf den Gipfel des imposanten Piz Buin.

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Wer in den 1870er Jahren aufs Matterhorn wollte, kam an Peter Knubel nicht vorbei. Ruhm erlangte der bis ins hohe Alter kletternde Walliser Bergführer aus St. Niklaus auch durch die Erstbesteigung des höchsten Bergs Europas.

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Alois Pollinger galt als König schwieriger Kletterrouten. Weder Eiger noch Schreckhorn jagten ihm Schrecken ein. Auch den „Viereselgrat“ der Dent Blanche erschloss er als Erster – und verlieh ihm seinen Namen.

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Im Banff-Nationalpark, mitten in den kanadischen Rocky Mountains, steht der 3.155 m hohe Mount Sarbach. Seinen Namen erhielt er zu Ehren eines Walliser Bergführers aus dem kleinen St. Niklaus, der den kanadischen Alpinismus nachhaltig geprägt hat.

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Nicht nur Heinrich Harrer zollte dem „König der Viertausender“ Tribut: Josef Knubel durchstieg als erster die Nordostwand des Eigers und gilt als einer der letzten großen Schweizer Bergführer-Pioniere.

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Josef Imboden war der erste Schweizer Bergführer im Himalaya und ein leidenschaftlicher Reisender. Einer bergsteigenden Lady irischer Herkunft hat er es besonders angetan.

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Der Zürcher Chemieprofessor und Alpinist Rudolf Theodor Simler sah sich als Erstbesteiger des Tödi. Heute wissen wir, dass ihm die Surselver Jäger Placi Curschellas und Augustin Bisquolm 1824 zuvorkamen. Als Gründer des Schweizer Alpen-Clubs ist sein Platz in den Geschichtsbüchern der Schweizer Bergwelt dennoch sicher.

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Am 13. September 1850 erreichten der 28-jährige Johann Wilhelm Coaz und seine beiden Gehilfen den höchsten Gipfel des schweizerischen Engadins. Weil das heute mit 4.048,6 m vermessene Dach des Kantons Graubünden noch keinen Namen hatte, taufte Coaz es Piz Bernina. Nicht der einzige weiße Fleck auf der Schweizer Landkarte, den der verdienstreiche Alpen-Pionier und Topograph tilgte.

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Franz Lochmatter konnte mehrere Erstbesteigungen in den Schweizer Alpen verzeichnen. Seine wahre Berufung fand er aber in der Leitung exotischer Forschungs-Expeditionen in den Himalaya.

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