Entstanden ist der Pragser Wildsee, als gigantische Felstürme in die Tiefe stürzten, das Tal an seiner engsten Stelle verlegten und sich das Wasser dahinter aufstaute. Er zählt somit zu den sogenannten Verdämmungsseen, die keinen sichtbaren Abfluss aufweisen. Die Landschaft rund um den See ist sehr abwechslungsreich: Sie reicht von sanften Waldflächen über satte Almwiesen bis zu den schroffen Felswänden des Seekofels. Genau dieser Kontrast von Gestein, Wasser und Wald macht den optischen Reiz des Sees aus. Der ladinische Name des Seekofels – Sas dla Porta oder Torberg – geht auf die Sage zurück, nach der sich hier einst das Tor zu den unterirdischen Teilen des Fanesreiches befunden hat.
Der Naturpark Fanes-Sennes-Prags ist ein idealer Lebensraum für Tiere wie Baummarder und Rotfuchs; im felsigen Gelände gibt es Steinwild und Gemsen. Ebenso findet man hier viele verschiedene Schmetterlingsarten wie den Ameisenbläuling, den Alpenapollo oder den Trauerfalter. Auch die Vogelwelt ist beeindruckend – mit ein wenig Glück kann man Sperlingskauz, Schwarzspecht und Grauspecht beobachten. Auf über 2.000 Metern Meereshöhe ist zudem das Reich der Schneehasen und des Alpenschneehuhns. Im See gibt es einen vielfältigen Fischbestand aus Lachsforellen, Seeforellen und Bachforellen sowie Seesaiblinge und Elritzen – beste Voraussetzungen für den hier betriebenen Angelsport. Auf den Alm- und Bergwiesen findet man eine reiche Pflanzenvielfalt, darunter Echter Arnika und Enzian, weiter oben gedeihen auch Alpen-Edelweiß, Teufelskralle, Drachenmaul, Dolomiten-Schafgarbe, Silberwurz und Kugelblume.
Der Pragser Wildsee ist mit 31 Hektar Seefläche der größte und mit 35,7 Meter an der tiefsten Stelle der tiefste natürliche Dolomitensee. Beliebt ist der See als idyllisches Fotomotiv. Die maximale Wassertemperatur erreicht nur 14 Grad. Im Winter bildet sich aufgrund seiner hohen und schattigen Lage meist eine tragfähige Eisschicht an der Oberfläche.