Viertausender

Bergportrait: Obergabelhorn (4.063 m)

Wissenswertes • 16. März 2020

Das Obergabelhorn (4.063 m) liegt in den Walliser Alpen und gilt vielen als schönster Berg des gesamten Alpenraums. Wir stellen euch den formschönen Viertausender im Detail vor.

Das Obergabelhorn in den Walliser Alpen
Foto: Mammut Archiv
Das Obergabelhorn (4.063 m) in den Walliser Alpen

Höhe und Lage

Das Obergabelhorn ist 4.063 m hoch und liegt in den Nordwestlichen Walliser Alpen. Der ebenmäßige Berg präsentiert sich nach allen vier Seiten hin als formschöne Pyramide und wird von manch einem als schönster Berg der Alpen bezeichnet. Als Stützpunkt entlang der Gipfeltour dient die Rothornhütte (3.198 m) – beim Zustieg aus Zermatt wollen dabei beachtliche 1.600 Höhenmeter überwunden werden. Spätestens am Gipfeltag wird man für die Aufstiegsmühen belohnt: Das Panorama vom Obergabelhorn reicht vom Matterhorn über Dent d'Hérens und Zinalrothorn bis hin zum Weisshorn.

Geschichte

Erstmals auf den Gipfel schafften es am 6. Juli 1865 Adolphus Warburton Moore und Horace Walker unter Leitung des Bergführers Jakob Anderegg. Ihre Route führte sie von Osten über den Gabelhorngletscher auf den Gipfel.

Bergführer Jakob Anderegg mit Freunden und prominenten Bergführern
Foto: Wikimedia Commons/D. Sinan/The Alpine Club
Bergführer Jakob Anderegg (stehend, ganz links) aus dem Simmental mit Freunden und prominenten Bergführern seiner Zeit

Nur einen Tag später erreichten Peter Taugwalder und Joseph Viennin das Obergabelhorn über den Nordwestgrat (Coeurgrat). Sie begleiteten Sir Francis Douglas, der nur eine Woche später am Matterhorn zu Tode stürzen sollte.

1877 wurde erstmals der Südostgrat (Gabelhorngrat) erschlossen: Unter Führung von Johann Jaun und Peter Rubi erreichten Edward Davidson und J.W. Hartley den Gipfel des Obergabelhorns.

Der heutige Normalweg führt von der Wellenkuppe über den Nordostgrat. Er wurde erst 1890 von L. Norman-Neruda unter Führung des Engadiners Christian Klucker erstbegangen.


Das Obergabelhorn im Überblick:

  • Höhe: 4.063 m
  • Lage: Walliser Alpen
  • Talort: Zermatt oder Zinal
  • Stützpunkt: Rothornhütte (3.198 m)
  • Erstbesteigung: 1865

Touren

Von der Rothornhütte geht es zunächst in nordwestlicher Richtung unterhalb des obersten Eisbruchs des Triftgletschers vorbei und zu einer Schulter im Ostnordostgrat der Wellenkuppe. Nach der Querung eines kleinen Couloirs erreicht man über den felsigen Gratkopf und eine Scharte den überfirnten Gipfel der Wellenkuppe (3.903 m). Auf dem Firngrat geht es weiter auf den Gipfel des Großen Gendarm (3.870 m) und über einen kleinen Sattel schließlich steil hinauf auf den Gipfel des Obergabelhorns auf 4.063 m.

Weitere lohnende Routen führen über den Westsüdwestgrat (Arbengrat), den Nordnordwestgrat (Coeurgrat) oder den Südostgrat (Gabelhorngrat).


Tourentipp

Berg- und Hochtouren • Wallis

Obergabelhorn

Dauer
6:00 h
Anspruch
ZS anspruchsvoll
Länge
7,2 km
Aufstieg
1.062 hm
Abstieg
1.062 hm

Gut zu wissen

Der heutige Normalweg über den Nordostgrat fand erst ab 1918 zu seiner heutigen Popularität. Das liegt an der Verlegung des Fixseils am Großen Gendarm, die den Zustieg fortan wesentlich erleichterte.


Die Rothornhütte im Detail

Die Rothornhütte am Abend
Hütte • Wallis

Rothornhütte (3.198 m)

Die Rothornhütte in den Walliser Alpen ist eine Berghütte des Schweizer Alpen Clubs im Kanton Wallis und wird von der Sektion Oberaargau betreut. Sie liegt in der Weisshorngruppe, unterhalb des Südostgrats des Zinalrothorns, auf einer Höhe von 3.198 Metern. Alpinisten nutzen die 1948 erbaute Hütte gern als Ausgangspunkt für Touren auf das Zinalrothorn, die Wellenkuppe, das Obergabelhorn und andere lohnenswerte Gipfel. Der Anstieg zur urigen Hütte ist recht lang und anspruchsvoll. Von Zermatt über Trift dauert er etwa 4 - 5 Stunden. Dabei müssen 1.616 Höhenmeter bewältigt werden, wobei ein Teil des Weges südseitig ausgerichtet ist. Als Belohnung bietet sich aber ein einmaliges Panorama auf die 4000er der Walliser Alpen.
Geöffnet
Jul - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

Mehr zum Thema

Matterhorn
Sie sind das Herzstück des Alpenraums: Die insgesamt 82 Viertausender der Alpen. Allein 48 von ihnen liegen in der Schweiz. Wir haben bisher 30 der höchsten Erhebungen im Alpenraum ein Bergportrait gewidmet. Hier findet ihr diese gesammelt und nach ihrer Höhe sortiert vor.
Das Monte Rosa-Massiv: Ganz links im Bild die Signalkuppe mit der Margheritahütte
Die Signalkuppe (4.554 m) liegt im Monte-Rosa-Massiv an der Grenze zu Italien. Sie beheimatet auf ihrem Gipfel die höchstgelegene Schutzhütte Europas, die Margheritahütte. Wir stellen euch den Viertausender im Detail vor.
Walliser Alpen: Rimpfischhorn mit Strahlhorn
Das Rimpfischhorn (4.199 m) liegt in den Walliser Alpen und zählt zu den anspruchsvolleren Viertausendern der Region. Wir stellen euch diesen formschönen Berg im Detail vor.

Bergwelten entdecken