Dreitausender

Bergportrait: Hochfeiler (3.509 m)

Wissenswertes • 22. Juli 2019

3.509 Meter ragt der Hochfeiler zwischen Nord- und Südtirol auf und bildet den höchsten Gipfel der Zillertaler Alpen. Durch die Klimaerwärmung hat er jedoch an Schwierigkeit und Naturgewalt eingebüßt. Wir stellen den Riesen an der österreichisch-italienischen Grenze im Detail vor.

Hochfeiler Zillertaler Alpen
Foto: Wikipedia / Svíčková (CC BY-SA 3.0)
Der Hochfeiler (Mitte) von Westen, links daneben die Hochfernerspitze

Höhe und Lage

Der Hochfeiler stellt mit seinen 3.509 Metern den höchsten Gipfel der Zillertaler Alpen dar und befindet sich auf der Grenze zwischen dem österreichischen Bundesland Tirol und der italienischen Provinz Südtirol. Besonders berühmt ist der Dreitausender für seine spektakuläre Nordwand: die 300 Meter hohe und bis zu 60° geneigte „Hochfeiler-Eiswand“ zählt zu den bekanntesten Touren des klassischen Alpinismus. Auch der Westgrat war einst imposant, hat aber durch das Abschmelzen der Eis- und Firnauflage einiges an Faszination eingebüßt, was auch zur Folge hat, dass man den Hochfeiler bei sommerlichen Bedingungen auch ohne Gletscherausrüstung erklimmen kann. Im Sommer kommen zudem die verschiedenfarbigen Gneisschichten, die die Südflanke durchziehen, besonders gut zur Geltung.

Geschichte

Am 24. Juli 1865 wurde der Dreitausender erstmals bestiegen und das von niemand Geringerem als Paul Grohmann, Mitbegründer des Österreichischen Alpenvereins und Erstbesteiger der Hochalmspitze, des Piz Boé, der Marmolada und vielen weiteren Alpengipfeln. Auf den Hochfeiler begleiteten ihn die beiden Bergführer Georg Samer und Peter Fuchs.

Paul Grohmann
Foto: mauritius images / Historic Images / Alamy
Paul Grohmann: Erstbesteiger des Hochfeiler und Mitbegründer des Österreichischen Alpenvereins

Die Erstbesteiger erreichten den Gipfel vom Unterbergtal aus über den Gliderferner und den Südwestgrat. Der heutige Normalweg führt von der Hochfeilerhütte ebenfalls über den Südwestgrat auf den Gran Pilastro, wie der höchste Berg der Zillertaler Alpen in Italien genannt wird.

Der Hochfeiler im Überblick

  • Höhe: 3.509 m
  • Lage: Zillertaler Alpen
  • Stützpunkt: Hochfeilerhütte
  • Erstbesteigung: 1865

Touren- und Hüttentipps

Die beliebteste Route auf den Hochfeiler ist jene, die von der Pfischer-Joch-Straße über das Hochfeilerhaus auf den Gipfel führt. Noch etwas anspruchsvoller und landschaftlich lohnender ist unser Tourentipp: die Besteigung vom Neves-Stausee aus.

Die Edelrauthütte, modern, aber sehr gemütlich
Hütte • Trentino-Südtirol

Edelrauthütte (2.545 m)

Die Edelrauthütte (2.545 m) liegt am Eisbruggjoch, einem Übergang zwischen dem Pfunderer und dem Lappacher Tal in den Zillertaler Alpen in Südtirol. Sie wird daher auch Eisbruggjochhütte genannt. Im Juli 2016 wurde die neue Edelrauthütte eröffnet und dann Anfang September offiziell eingeweiht. Mit einem Neuanfang geht die Geschichte des 108 Jahre alten Schutzhauses weiter. Im Frühjahr 2015 wurde die alte Eisbruggjochhütte abgerissen und hinter ihr das neue Schutzhaus errichtet. Es gehört seit 2010 dem Land Südtirol. Im Jahr 2012 lösten Entwürfe für die neue Hütte, die im Rahmen eines Architektur-Wettbewerbes entstanden, heftige Kontroversen aus. Deren Staub hat sich gelegt. Nun setzt die neue Hütte ihre hochalpinen Aufgaben fort. Und beherbergt Wanderer, Bergsteiger, Kletterer, Schneeschuhwanderer und Skitourengeher. Von der Eisbruggjochhütte geht es auf die höchsten Gipfel der Zillertaler Alpen. Auf Hochfeiler, den Großen Möseler und Hohen Weißzint. Höhenwege wie der Pfunderer oder der Neves Höhenweg führen an ihr vorbei. Gletscher- und Bergseen wie Eisbruggsee oder die Zösen-Seen gehören zur ihrer Umgebung. Dort tummeln sich auch Murmeltiere und Steinböcke.
Geöffnet
Jun - Okt
Verpflegung
Bewirtschaftet

Weitere Tipps:

Hochfeilerhütte
Hütte • Trentino-Südtirol

Hochfeilerhütte (2.715 m)

Die Hochfeilerhütte wurde 1986 gebaut und steht im Südtiroler Eisacktal, etwa 2:30 h Gehzeit vom Hochfeiler entfernt, dem höchsten Berg in den Zillertaler Alpen. Weitere Dreitausender in der Nähe sind der Hochferner und der Hohe Weißzint, die auch von weniger erfahrenen Bergsteigern bezwungen werden können. Die Hochfeilerhütte ist umgeben von Gletschern, man genießt einen herrlichen Ausblick ins Pfitschertal. Das Haus ist sauber, komfortabel und mit Duschen ausgestattet. Für Skitourengeher gibt es im Frühjahr einen unbeheizten Winterraum.
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet
Pfitscherjoch Haus
Hütte • Trentino-Südtirol

Pfitscher-Joch-Haus (2.276 m)

Das Pfitscherjoch-Haus (2.276 m), in den Zillertaler Alpen am Jochsee und direkt an der Grenze zwischen Italien und Österreich gelegen, ist Südtirols älteste in privater Hand befindliche Schutzhütte. Sie öffnete 1888 ihre Pforten und wird in fünfter Generation von Leopold Volgger und seiner Familien geführt. Wanderer, Bergsteiger, Kletterer, Mountainbiker, Schneeschuhwanderer und Skitourengeher – sie alle schätzen das Gebiet ob der zahlreichen, unterschiedlich anspruchsvollen Routen. Die Hütte ist Anlaufstelle auf dem Weitwanderweg von München nach Venedig, Etappenziel auf der Route R036 der Via Alpina, auf dem Pfundener sowie auf dem Tiroler Höhenweg, der von Mayrhofen nach Meran führt. Für Mountainbiker ist die Strecke vom Pfitschtal über das Pfitscherjoch ins Zillertal (oder umgekehrt) seit einigen Jahren im Sommer durchgehend befahrbar, wobei speziell das 12 km lange Teilstück vom Pfitschtal zur Hütte besonders reizvoll ist. Es wurde 1936 vom italienischen Heer in Handarbeit angelegt und seither nie saniert oder ausgebaut. Zu den schönsten Gipfeltouren – auch mit Tourenski – zählen jene auf die Grabspitze (3.069 m) und die Hohe Wand (3.289 m). Die Grabspitze, die vergleichsweise selten begangen wird, lockt mit einem traumhaften Ausblick auf die Zentralalpen und die Dolomiten. Wunderschön ist auch die Wanderung von der Hütte aus zu den Pfitscherjochseen (nicht zu verwechseln mit dem Jochsee bei der Hütte).
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

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