Dreitausender

Bergportrait: Hochfeiler (3.509 m)

Wissenswertes • 6. Juli 2020

3.509 Meter ragt der Hochfeiler zwischen Nord- und Südtirol auf und bildet den höchsten Gipfel der Zillertaler Alpen. Durch die Klimaerwärmung hat er jedoch an Schwierigkeit und Naturgewalt eingebüßt. Wir stellen den Riesen an der österreichisch-italienischen Grenze im Detail vor.

Hochfeiler Zillertaler Alpen
Foto: mauritius images / Michaela Walch / imageBROKER
Der Hochfeiler in den Zillertaler Alpen und sein Spiegelbild

Höhe und Lage

Der Hochfeiler stellt mit seinen 3.509 Metern den höchsten Gipfel der Zillertaler Alpen dar und befindet sich auf der Grenze zwischen dem österreichischen Bundesland Tirol und der italienischen Provinz Südtirol. Besonders berühmt ist der Dreitausender für seine spektakuläre Nordwand: die 300 Meter hohe und bis zu 60° geneigte „Hochfeiler-Eiswand“ zählt zu den bekanntesten Touren des klassischen Alpinismus. Auch der Westgrat war einst imposant, hat aber durch das Abschmelzen der Eis- und Firnauflage einiges an Faszination eingebüßt, was auch zur Folge hat, dass man den Hochfeiler bei sommerlichen Bedingungen auch ohne Gletscherausrüstung erklimmen kann.

Hochfeiler Zillertaler Alpen
Foto: Wikipedia / Svíčková (CC BY-SA 3.0)
Der Hochfeiler (Mitte) von Westen, links daneben die Hochfernerspitze

Im Sommer kommen zudem die verschiedenfarbigen Gneisschichten, die die Südflanke durchziehen, besonders gut zur Geltung.

Geschichte

Am 24. Juli 1865 wurde der Dreitausender erstmals bestiegen und das von niemand Geringerem als Paul Grohmann, Mitbegründer des Österreichischen Alpenvereins und Erstbesteiger der Hochalmspitze, des Piz Boé, der Marmolada und vielen weiteren Alpengipfeln. Auf den Hochfeiler begleiteten ihn die beiden Bergführer Georg Samer und Peter Fuchs.

Paul Grohmann
Foto: mauritius images / Historic Images / Alamy
Paul Grohmann: Erstbesteiger des Hochfeiler und Mitbegründer des Österreichischen Alpenvereins

Die Erstbesteiger erreichten den Gipfel vom Unterbergtal aus über den Gliderferner und den Südwestgrat. Der heutige Normalweg führt von der Hochfeilerhütte ebenfalls über den Südwestgrat auf den Gran Pilastro, wie der höchste Berg der Zillertaler Alpen in Italien genannt wird.

Der Hochfeiler im Überblick

  • Höhe: 3.509 m
  • Lage: Zillertaler Alpen
  • Stützpunkt: Hochfeilerhütte
  • Erstbesteigung: 1865

Tourentipps

Die beliebteste Route auf den Hochfeiler ist jene, die von der Pfitscher-Joch-Straße über das Hochfeilerhaus auf den Gipfel führt. Noch etwas anspruchsvoller und landschaftlich lohnender ist unser Tourentipp: die Besteigung vom Neves-Stausee aus.

Mehr zum Thema

Ortler
Höhe, Lage und Geschichte der schönsten Berge der Alpen – jede Woche stellen wir einen Dreitausender im Detail vor. Hier findet ihr alle Bergportraits der Riesen in Österreich, Südtirol und der Schweiz gesammelt vor.
Zillertaler Graukäsesuppe
Graukäse bereichert schon seit Jahrhunderten die bäuerliche Esskultur in den Alpen – ganz besonders im Tiroler Zillertal. Der Sauermilchkäse ist würzig, reich an Nährstoffen und sehr fettarm. Besonders gerne wird er zu Kaspressknödeln verarbeitet – wir zeigen euch, wie man eine köstliche Graukäsesuppe zubereitet.
Piz Boe
Als höchster Berg des Sellamassivs ragt der Piz Boé 3.152 m an der Grenze der drei italienischen Provinzen Südtirol, Trentino und Belluno auf. Wir stellen den „leichtesten Dreitausender“ der Dolomiten im Detail vor.

Bergwelten entdecken