Campingurlaub

8 Tipps für deinen Campingurlaub an der Soča

Touren-Tipps • 16. Mai 2020
von Riki Daurer

Das Soča-Tal in Slowenien mit seinem türkisblauen und gleichnamigen Fluss bietet eine einzigartige Landschaft, die immer einen Besuch wert ist. Egal, ob man zum Mountainbiken, Klettern, Kajakfahren kommt oder einfach nur ein paar erholsame Tage dort verbringen möchte. Der rund 84.000 Hektar große Triglav Nationalpark umfasst 20 verschiedene Kletterrouten und rund 9.000 Kilometer Wanderwege. Wir stellen euch 8 Tipps für den Campingurlaub vor.

Blick vom Mangart-Pass ins Soča-Tal
Foto: Riki Daurer
Blick vom Mangart-Pass ins Soča-Tal

1. Die aussichtsreiche Anreise genießen

Das Wunderbare an Soča-Urlauben beginnt meist schon mit der Anreise, muss man doch von Österreich kommend, über einen der zwei Pässe fahren: Der Vršič-Pass (1.611 m), eine der höchsten Passstraßen in den Östlichen Julischen Alpen, führt von Kranjska Gora über Vršič nach Log in Trenta. Dabei gilt es 50 Serpentinen hinter sich zulassen, wobei 24 auf der Seite von Kranjska Gora und 26 auf der Seite von Trient liegen.

Die zweite Möglichkeit ab Kärnten ist der Predil-Pass (1.156 m). Vorbei am gleichnamigen See geht es etwas gemütlicher in Richtung Slowenien. In unmittelbarer Nähe des Passes, als auch der Staatsgrenze Italien-Slowenien, befindet sich nicht nur die Abzweigung zum Mangart, sondern auch die Aussicht auf drei ehemalige österreichische Festungswerke.

Predilsee: Bei der Anreise über den gleichnamigen Pass
Foto: Riki Daurer
Predilsee: Bei der Anreise über den gleichnamigen Pass

2. Einen der schönen Campingplätze besuchen

Campingplätze im Soča-Tal gibt es ausreichend und alle sind schön. Angefangen vom Campingplatz Klin Lepena am Flussoberlauf, der sich vor allem für heiße Sommertage empfiehlt, da er doch ein Stück höher liegt. Außerdem befindet er sich in unmittelbarer Reichweite zu den beliebten Gumpen und Badeplätzen.

In Bovec befinden sich die bekannten Kajakcampingplätze direkt an der schon etwas breiteren Soča – Camp Toni und Prijon.

Im etwas südlicheren Kobarid gibt es ebenfalls nochmals zwei Campingplätze, links und rechts des Flusses in Nähe der bekannten Brücke über die Soča. Außerdem ist es In Kobarid an Schlechtwetter-Wochenenden meist ein bisschen wärmer und daher ist dieser Standort für kältere Tage sehr empfehlenswert.

Empfehlung zum Thema Wild-Campen:
Wild-Campen ist in Slowenien verboten. Vor allem in den hochfrequentierten Sommermonaten wird das wilde Stehen mit dem Camper nicht gerne gesehen. Also nutzt doch das Angebot der Campingplätze – im Vergleich zu anderen Ländern sind sie wirklich günstig.

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3. Zur Soča-Quelle wandern

Besonders für Kinder ist die Soča-Quelle ein faszinierender Anblick. Die Quelle liegt in Koca pri izviru Soče, auf 886 m Seehöhe. Auf einem breit ausgetretenen Schotterweg geht es zur Izvir (= Quelle) Soče hinauf, einer sogenannten Siphonquelle: Hier steigt das Wasser unterirdisch in einer kleinen Karsthöhle an die spiegelglatte Oberfläche empor – einem tiefblauen Auge gleich erblickt die Soča das Licht der Welt, um sich gleich darauf als munter schäumender Fluss in die Tiefe zu stürzen. Die letzten Meter verlaufen an einem ausgesetzten Felsband (Drahtseil) und über drei Klammern an der senkrechten Felswand hinunter zur Quelle. Ab hier kann man entlang der Soča bis nach Bovec wandern.

Die Tour im Detail

4. Gumpen springen!

Gumpen sind natürlich geschaffene Becken, die von Bächen in den felsigen Untergrund eines Bachbettes erodiert werden. Umgangssprachlich sagt man „Gumpen“ dazu. Die Soča bietet viele solcher Becken bzw. tiefe Stellen im Fluss mit relativ geringer Strömung am Flussoberlauf. Besonders an heißen Sommertagen bieten sich diese Stellen für das Springen in den türkisblauen Fluss an. Trotzdem muss auf etwaige Strömung – vor allem bei Kindern auch auf eventuelle Unterkühlung – durch den Fluss geachtet werden.

Badestellen gibt es übrigens nicht nur an der Soča, sondern auch an den Nachbarflüssen wie z.B. der Nadiža.

Ein Muss: in die kalte Soča springen.
Foto: Riki Daurer
Ein Muss: in die kalte Soča springen.

5. Den Mangart (2.679 m) besteigen

In der Nähe des Predil-Passes zweigt die Passstrasse unterhalb des Mangart ab (bis auf 2.055 m). 1938 erbaute die italienische Armee zum Schutz ihrer damaligen Grenze eine Schotterstraße mit fünf Tunnels zum hochgelegenen Sattel am Fuße des Mangart-Gipfelaufbaus, heute eine durchgehend geteerte Bergstraße. Ab hier beginnt der relativ einfache, aber nicht zu unterschätzende Aufstieg auf den Mangart, der neben dem Triglav wohl zu den beliebtesten Gipfeln im Nationalpark zählt.

Blick vom Mangart-Pass auf die Hütte Koča na Mangrtskem
Foto: Riki Daurer
Blick vom Mangart-Pass auf die Hütte Koča na Mangrtskem

Wer nicht auf den Gipfel steigen möchte, der wird mit der Umgebung am Fuße des Berges ebenso große Freude finden. Hier steht auch die einfach zu erreichende Hütte Koča na Mangrtskem sedlu.

Blick vom Mangartpass auf die Koča na Mangrtskem sedlu
Die Koča na Mangrtskem sedlu des Slowenischen Alpenvereins steht auf einem weitläufigen Plateau unterhalb des Mangartsattels, dem Übergang ins italienische Valle della Valina. Im Osten ragt der Monte Mangart mit 2.679 m auf. Er ist der höchste Gipfel der Mangart-Gruppe und ist über zwei Klettersteige erschlossen.   
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet

6. Ein Paradies für alle Sportler

Egal, ob Kajaken, Klettern, Biken oder Angeln – im Soča-Tal findet jeder etwas. Am besten informiert man sich beim Tourismusverband des Soca Tals

Literatur: 

Wer mal aufs Wasser will, dem sei empfohlen, eine Tour bei einer der vielen Raft- oder Kajakschulen zu buchen. Aufgrund der wechselnden Schwierigkeit, Schluchten und Siphone ist der Fluss allerdings für Wildwasser-Beginner nicht geeignet.

Kajakfahren in türkisblauem Wasser
Foto: Riki Daurer
Kajakfahren in türkisblauem Wasser

7. Kulinarisches

Bekannt ist die Soča nicht nur für den Fluss an sich, sondern auch für die darin vorkommende Marmorata-Forelle. Viele Lokale und Restaurants entlang des Flusses bieten die köstliche Soča-Forelle an.

8. Die Geschichte nicht vergessen

Die Region rund um die Soča ist leider nicht nur bekannt für ihren schönen Fluss und die wunderbare Landschaft, sondern auch für die grausamen Isonzo-Schlachten des Ersten Weltkrieges. Viele Denkmäler, Soldatenfriedhöfe als auch Ausstellungen erinnern an diesen Teil der Geschichte.


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