Tourentipps

6 Höhlen-Wanderungen in der Schweiz

Touren-Tipps • 12. November 2019

So schön das Farbenspiel des Herbstes auch sein mag, so leutet er auch den Beginn der dunklen und regnerischen Zeit des Jahres ein. Doch es gibt keinen Grund daheim zu bleiben, denn auf diesen Wanderungen bleibt ihr selbst bei stärksten Regengüssen trocken. Wir empfehlen euch 6 Höhlen-Wanderungen in der Schweiz, die sich als perfektes Schlechtwetter-Programm eignen. 

Die Bärenhöhle am Alpstein im Kanton Appenzell-Innerrhoden
Foto: mauritius images / Westend61 / Markus Keller
Die Bärenhöhle am Alpstein im Kanton Appenzell-Innerrhoden

Achtung: Wir empfehlen euch jede Tour im Vorfeld mit der Wetterprognose abzugleichen. Bei wirklich starkem Regen und großer Nässe können einige Zustiege durchaus gesperrt und gefährlich sein.

1. Wildmannlisloch

Appenzeller Alpen / St. Gallen

Abenteuerlich ist bereits der Beginn dieser Wanderung: Mit der Holzkistenbahn von Starkenbach geht es wackelig hinauf zum Strichboden, dem eigentlichen Ausgangspunkt der Tour. Der nächste Höhepunkt wartet mit Erreichen der Höhle Waldmannlisloch, deren erste Erwähnung bereits ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Die gefahrlos zugängliche Höhle ist gut 150 m lang und ein echtes Paradies für kleine Höhlenforscher. Gemütlich geht es weiter zur Alp Sellamatt (1.400 m), von wo aus man bequem mit der Seilbahn zurück ins Tal fahren kann.

Die Tour im Detail

Wandern • St. Gallen

Wildmannlisloch-Weg

Dauer
1:50 h
Anspruch
T1 leicht
Länge
6 km
Aufstieg
140 hm
Abstieg
320 hm

2. Höhlen im Chaltbrunnental

Basel-Landschaft

Geschichte trifft Höhlenerlebnis: Von Grellingen führt diese Wanderung zunächst am Südufer der Birs entlang bis zum Chessiloch, wo mit der gleichnamigen Wappenfelsanlage eines der bedeutendsten militärischen Kulturdenkmäler der Schweiz wartet. Soldaten haben hier während des Ersten Weltkriegs über 60 Werke in die Felsen gemeißelt und gemalt.

Hat man die Kunstwerke ausreichend bestaunt, geht es immer weiter hinein ins wildromantische Chaltbrunnental, wo zumindest drei Höhlen erwiesenermaßen bereits zu prähistorischer Zeit besiedelt worden sind. Steinzeitliche Wildbeuter sollen hier Schutz vor Unwetter und wilden Tieren gefunden haben. Der Karsthöhlen-Lehrpfad vermittelt weitere wissenswerte Informationen rund um die Geschichte der Höhlen. Ziel der Wanderung ist Zullwil, das bereits im Kanton Solothurn liegt.

Die Tour im Detail

Wandern • Basel-Landschaft

Grellingen - Zulwil

Dauer
2:30 h
Anspruch
T1 leicht
Länge
8,5 km
Aufstieg
320 hm
Abstieg
60 hm

3. Höhlensystem am Alpstein

Appenzeller Alpen / Appenzell-Innerrhoden

Ein Maximum an Höhlen – gepaart mit einem Maximum an Einkehrmöglichkeiten: Die Rundwanderung am Alpstein, einem beeindruckenden Bergmassiv in den Appenzeller Alpen, führt von der Bergstation Ebenalp (1.590 m) zum berühmten Wildkirchli, das aus drei prähistorischen Höhlen besteht: der 1657 als Kapelle eingerichteten Altarhöhle, der Kellerhöhle und der Gasthaushöhle. Funde belegen, dass Neandertaler hier bereits rund 40.000 Jahre vor Christus gelebt haben.

Auch Höhlenbären sollen sich hier einst eingerichtet haben und so groß gewesen sein, dass beim Auffinden ihrer Knochen zunächst an die Existenz von Drachen geglaubt wurde. Über den Schäfler (1.925 m) erreicht man schließlich die erste Einkehrmöglichkeit: das Berggasthaus Schäfler. Über den Grat geht es weiter über das Lötzlisälpli zum Berggasthaus Mesmer. Entlang – und am Ende – des Abstiegs bieten sich zwei weitere Gasthäuser zur Einkehr an: das Berggasthaus Seealpsee und das Gasthaus Alpenrose in Wasserauen.

Die Tour im Detail

Wandern • Appenzell Innerrhoden

Im Herzen des Alpsteins

Dauer
4:55 h
Anspruch
T2 mäßig
Länge
13,1 km
Aufstieg
595 hm
Abstieg
1.310 hm

4. Pfaffenloch

Bern

Der Gürbetaler Höhenweg führt entlang des Längenbergs, einem Moränenzug aus der Würmeiszeit, durch den Naturpark Gantrisch – vorbei an urigen Bauernhäusern und der Höhle Pfaffenloch (881 m). Ihr Name kommt nicht von ungefähr: 1072 sollen die beiden Mönche Ulrich und Cuno in der Höhle gelebt haben. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die beiden Cluniazensermönche – eigentlich als besonders fromm geltend – hier wilde Feste gefeiert haben sollen. Zurück in die Wirklichkeit und zum weiteren Verlauf der Wanderung: Über das Dorf Riggisberg mit schönem Blick auf den Thunersee geht es vorbei am international bekannten Textilmuseum der Abegg-Stiftung und schließlich weiter bis nach Mühlethurnen, dem Ziel der Tour.

Die Tour im Detail

5. Höllgrotten

Zug

In die Unterwelt des Zugerlands: Ausgangspunkt der Wanderung ist der Bahnhof Baar. Über einen gesicherten Steig gelangt man bald darauf in den wild zerklüfteten Schwarzenbachtobel und hinauf zur Ruine Wildenburg, die bereits 1309 erstmals erwähnt wurde und im 13. sowie 14. Jahrhundert die wichtigste Verkehrsroute von Menzingen nach Zug kontrollierte. Über den Lorzetobel erreicht man die unterirdische Welt der Höllgrotten inmitten des romantischen Lorzetobels. Die weltweit einzigartigen Tropfsteinhöhlen wurden erst 2012 rundum neu gestaltet und sollten unbedingt besichtigt werden. In einer Runde geht es schließlich zurück zum Ausgangspunkt nach Baar.

Die Tour im Detail

6. Bärenhöhle

Luganer Alpen / Tessin

Einmal rund um den Monte Generoso: Gleich zu Beginn dieser Tour heißt es erst einmal „Einsteigen, bitte!“ – denn man tuckert zunächst mit der Zahnradbahn vom Luganersee in 40 Minuten hinauf zur Bergstation. Nun wandert man entlang des Ostkamms zur Fiore die Pietra (1.660 m) und passiert am Weg gleich zehn Nevère (Schneegrotten). Diese seltsamen Bauten existieren in dieser Form nur am Monte Genereso und dienten einst zur Aufbewahrung von Milch, sind also gewissermaßen die Vorgänger der ersten Kühlschränke.

Die Kühlhäuschen bestehen aus Trockenmauerwerk und verstecken sich teilweise unter der Erde. Auch passiert wird die 1988 entdeckte Bärenhöhle, in der Überreste von über 800 Höhlenbären gefunden worden sind. Diese Bären sollen hier bereits vor rund 60.000 Jahren gelebt haben. 70 Meter der über 200 Meter langen Höhle sind für Besichtigungen zugänglich gemacht worden. Die letzte Station entlang der Wanderung ist die Alpe die Génor (1.303 m) – dann heißt es wieder: „Einsteigen, bitte!“.

Die Tour im Detail

Abo-Angebot

Frühling in den Bergen

  • 8x Ausgaben jährlich
  • Wunsch-Startdatum wählen
  • Im Abo nur € 44,90
  • Kostenlose Lieferung nach Hause
Jetzt Abo sichern

Mehr Tourentipps

Möglichst lange oben bleiben: Das ist die Devise bei Wanderungen auf Graten. Hier hält das Gipfelgefühl stundenlang an. Wir stellen euch 5 ausgewählte Touren in der Schweiz zwischen Genfersee und Bodensee vor.
48 Viertausender darf die Schweiz ihr Eigen nennen. Etliche Hütten dienen entlang der fordernden Touren als Stützpunkte – wir stellen euch 5 ausgewählte Zustiege vor.

Bergwelten entdecken