Tuxer Alpen in Tirol: Aussicht von Hobarjoch
Foto: Mountain Sports
Tourentipps

Skidurchquerung: In 4 Tagen durch die Tuxer Alpen

Touren-Tipps • 11. März 2019

Der Frühling steht vor der Tür und mit ihm beginnt die schönste Zeit der Skitourensaison. Die viertägige Skihochtour in den Tuxer Alpen ermöglicht euch genussvolle Skitourentage, imposante Berge und gemütliche Hütten. Wir stellen euch die einzelnen Etappen im Detail vor.

Die Tuxer Alpen

Das Skitourengebiet in den Tuxer Voralpen ist das optimale Gelände für Einsteiger einer Skitouren-Überschreitung. Die Schneesicherheit der Region sorgt dafür, dass man seine Spuren bis weit in den Frühling hinein über die sonnigen Hänge verschneiter Almen ziehen kann. Kleine und äußerst behagliche Hütten finden sich am Weg und bieten Rast, Unterkunft sowie Stärkung für die nächsten Etappen. Mit dem Rastkogel (2.762 m) erklimmt man zudem einen der höchsten Berg dieser Gebirgsgruppe. Freuen darf man sich darüber hinaus auf gleichermaßen schöne wie lange Abfahrten.

Etappe 1: Schwendberg - Rastkogelhütte

Ausgangspunkt der ersten Etappe ist das Gasthaus Roswitha am Schwendberg in Mösl. Durch die Almenlandschaft des Sidantals geht es über 1.000 Höhenmeter hinauf bis zur Rastkogelhütte auf 2.124 m. Der erste Tag der Skidurchquerung gestaltet sich relativ einfach, ist also bestens dazu geeignet sich für die folgenden Etappen aufzuwärmen und gemütlich einzugehen.

Die Rastkogelhütte im Detail

Rastkogelhütte
Die familienfreundliche Rastkogelhütte liegt auf einer Höhe von 2.124 m knapp unterhalb des Sidanjochs (2.127 m) in den Tuxer Alpen und westlich von der Tiroler Ortschaft Mayrhofen im Zillertal. Die Hütte ist ein gern gesehener Einkehrort für Wanderer, Skitourengeher, Schneeschuhwanderer und Mountainbiker. Außerdem kommen hier auch Rodler voll auf ihre Kosten: Es gibt eine bestens präparierte und spektakuläre Abfahrt von der Rastkogelhütte bis zur Sportalm. Von hier aus können einige Gipfel, wie zum Beispiel Kreuzjoch (2.290 m) oder Rastkogel (2.762 m), bestiegen werden. All die Gipfel sind in den Wintermonaten auch mit Tourenski zu begehen. Mountainbiker schätzen das Gebiet wegen der vielfältigen Tourenmöglichkeiten, die Route Nr. 420 führt direkt an der Hütte vorbei.
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Etappe 2: Rastkogelhütte - Weidener Hütte

Etappe 2 hält gleich zwei Gipfel bereit: Der Tag beginnt vorerst vergnüglich, nämlich mit einer kurzen Abfahrt. Dann heißt es: Kräfte bündeln, auffellen und aufsteigen. Es geht – insbesondere im Gipfelbereich recht steil – hinauf auf den Rastkogel (2.762 m) und wieder flott hinab, ehe ein weiteres Mal aufgefellt werden muss.

Man steigt zum Nafingjoch auf und hat hier nun die Wahl: Entweder nimmt man mit der Halslspitze (2.574 m) einen weiteren Gipfel mit oder man fährt direkt zur Weidener Hütte (1.799 m) ab, wo man bei Melchermuas und Schnapserl schnell wieder zu Kräften kommt.

Die Weidener Hütte im Detail

Weidener Hütte
Die Weidener Hütte (1.799 m), auf der Tiroler Nafingalm in den Tuxer Alpen gelegen, ist im Sommer wie im Winter ein besonders beliebtes Ausflugsziel. Das liegt einerseits an der hervorragenden Küche und den gemütlichen Räumlichkeiten, andererseits am umfangreichen Angebot an Touren und anspruchsvollen Wanderungen in der Region. Leichte Wanderungen finden sich rund um die Hütte. Sie ist außerdem Etappenziel auf dem Inntaler Höhenweg. Speziell Skitourengeher und Schneeschuhwanderer haben die Qual der Wahl, ist doch nahezu jeder der umliegenden Gipfel den Aufstieg wert. Genauso lohnt die anschließende Abfahrt. Besonders beliebt sind das Hobarjoch (711 Hm, 2 h Aufstieg), der Hohe Kopf (574 Hm, 2 h), der Halslspitz (775 Hm, 2 h), das Nafingköpfl (655 Hm, 2:30 h) sowie der Rastkogel (963 Hm, 4 h, hochalpine Tour). Die Weidener Hütte ist auch ein bekannter Stützpunkt für Lawinen- und Tourengeher-Seminare. Mit 7,5 km führt eine der längsten präparierten Naturrodelbahnen Tirols auf dem Forstweg von der Hütte bis hinunter nach Innerst. In der schneelosen Zeit kommen häufig Mountainbiker vorbei, die auf der Transalp-Route über das Geiseljoch in Richtung Gardasee unterwegs sind.
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Etappe 3: Weidener Hütte - Lizumer Hütte

Und wieder schlagen die Herzen von Gipfelstürmern höher: Auch die dritte Etappe führt über zwei imposante Gipfel. Zunächst geht es von der Weidener Hütte zum Talschluss und von dort aus weiter übers Geiseljoch auf den Gipfel des Hobarjochs (2.574 m). Hier wird abgefellt und beschwingt über die weiten Almböden bis zur Vallruckalm abgefahren.

Einmal noch gilt es aufzufellen und zur Torspitze (2.663 m) aufzusteigen, ehe man zur Lizumer Hütte (2.019 m) hinabschwingen kann. Die Etappe bringt es auf knapp 1.500 Höhenmeter – unter Verzicht des Hobarjochs kann diese aber um rund 200 Höhenmeter verkürzt werden. So oder so werden die Knödeln schmecken – die kredenzt man auf der Hütte wahlweise mit Speck, Kas oder Spinat.

Die Lizumer Hütte im Detail:

Lizumer Hütte
Die Lizumer Hütte (2.019 m) im Skitouren- und Wandergebiet Wattentaler Lizum in den Tuxer Alpen gilt als eine der schönsten Hütten Österreichs. Sie liegt an einem Knotenpunkt von zwölf Trekking-Routen. Von der Hütte führen mindestens 20 Skitouren zu Gipfeln wie Geier oder Naviser Kreuzjöchl. Sie steht auch im zweitgrößten Truppenübungsplatz des Österreichischen Bundesheeres. Daher kann es zu befristeten Sperren von Wegen rund um die Hütte kommen. Das fast ganzjährige bewirtschaftete Schutzhaus verfügt über ein umfangreiches und vielfältiges Angebot. Neben künstlichen Kletterwänden, Hüttenteich, Almkäserei, Bibliothek bietet die Lizumer Hütte ein permanentes Lawinen-Verschütteten-Suchgerät-(LVS)-Camp mit Checkpoints. Denn Hütte allein zu sein, ist in bestimmten Alpen-Regionen längst nicht mehr ausreichend, um so zu wirtschaften, dass auch notwendige Zukunftsinvestitionen möglich werden. 
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Etappe 4: Lizumer Hütte - Geislerhof/Tux

Die letzte Etappe macht Freerider glücklich: Nur etwas über 700 Höhenmeter Aufstieg stehen einer über 1.000 Höhenmeter langen Abfahrt gegenüber. Zunächst gilt es aber das Bergauf zu bewältigen: Von der Hütte geht es vorbei an den Torseen bis hinauf auf den Parade-Aussichtsberg der Tuxer Alpen, die Torspitze auf 2.663 m.

Dann steht einer rasanten Tiefschnee- oder Firnabfahrt nichts mehr im Wege – auf 1.645 m hat man schließlich den Geislerhof in Tux erreicht und damit auch das Ende der Tuxer Skidurchquerung.

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