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Von Bischofsreut auf den Haidel

Von Bischofsreut auf den Haidel

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Tourdaten

Sportart
Winterwandern

Anspruch
WT2 mäßig
Dauer
2:30 h
Länge
7 km
Aufstieg
150 hm
Abstieg
– – – –
Max. Höhe
1.168 m

Details

Beste Jahreszeit: Januar bis Februar
Dezember
  • Einkehrmöglichkeit
  • Familientour
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Von Bischofsreut führt im Winter ein Wanderweg hinauf zum Haidel. Oben auf dem Gipfel steht ein Aussichtsturm, von welchem aus man ein wunderbares Winterpanorama über das Dreiländereck genießt.

Immer wieder gibt es Geschichten über ein verlassenes Dorf im Bayerischen Wald zu hören. Manche wissen nichts Genaues über diesen seltsamen Ort. Doch es gibt ihn wirklich: Leopoldsreut. Über dieses „Geisterdorf" führt der Weg hinauf zum Haidel.

Auf den ersten Blick erscheint der 1.165 Meter hohe Berg weniger als lohnendes Ziel. Doch die Fernsicht an klaren Wintertagen über den Bayerischen- und den Böhmerwald beeindruckt die Wanderer immer wieder, denn unter ihnen erblicken sie ein grün-weiß glitzerndes Meer.

Eine mittelschwere Wanderung in der Region Bayerischer Wald, bei der es sich jedenfalls lohnt, den Schlitten mitzunehmen.

Los geht die Tour in Bischofsreut. Dort stellen die Wanderer ihre Autos bei der Nepomuk Kapelle ab. Dem markierten Wanderweg mit der Nummer 6 bergauf folgen. Am Anfang kommen die Wanderer gut voran, denn die kleine Straße ist geräumt. Wenn es die Schneelage zulässt, ist auch ein Abstecher auf den Sulzberg möglich. Dieser ist 1.146 m hoch und es befindet sich dort eine Messstation für Erdbeben.

Weiter geht es auf einer Forststraße Richtung Leopoldsreut. Bald ist der Parkplatz erreicht und es sind nur noch zehn bis 15 Minuten zum verlassenen Dorf. Zu sehen sind im ehemaligen Leopoldsreut nur noch die Kirche und die Schule. Alle anderen 33 Gebäude sind abgerissen und von manchen ist noch der Keller zu sehen. Die Schule ist lange Zeit die höchst gelegendste in Deutschland gewesen. Weil die wirtschaftliche Lage für die Bewohner schwer gewesen ist und sowohl Strom- als auch Wasserleitungen fehlten, zogen sie für immer aus Leopoldsreut weg.

Nun sind es noch zwischen 15 und 20 Minuten bis der Aussichtsturm vom Haidel erreicht ist. Einem Zufall ist es zu verdanken, dass es hier dieses 30 Meter hohe Bauwerk gibt. Ein Sturm entwurzelte 1925 viele Bäume am Gipfel des Haidel. Als die Forstleute und Waldarbeiter dort ankamen, um die Sturmschäden zu beseitigen, hatten sie einen Ausblick, der sich ihnen zuvor noch nie geboten hatte.

Aus der Not machten die Waidler eine Tugend und bereits 1928 stand der erste Aussichtsturm. Er ist nur halb so hoch wie der heutige gewesen. Es lohnt sich hinauf zu steigen. Der Blick geht über das Dreiländereck. Wie schrieb der große österreichische Dichter Adalbert Stifter in „Der Hochwald“:

„...Dann wende den Blick auch nordwärts; da ruhen die breiten Waldesrücken und steigen lieblich schwarzblau dämmernd ab gegen den Silberblick der Moldau; westlich blauet der Forst an Forst in angenehmer Färbung, und manche zarte, schöne, blaue Rauchsäule steigt fern aus ihm zu dem heitern Himmel auf. Es wohnet unsäglich viel Liebes und Wehmütiges in diesem Anblicke.“

Auch wenn Adalbert Stifter nie auf dem Haidel gestanden ist, sein Zitat trifft den Ausblick von diesem Turm. Alle die einen Schlitten dabei haben, brettern jetzt nach Leopoldsreut hinunter. Von dort geht es auf dem Herweg zurück nach Bischofsreut.

Wer nach dieser Tour ins Wirthaus geht, hört sie vielleicht wieder, die Geschichten über ein verlassenes Dorf im Bayerischen Wald.

💡

Bleibt vor den Infotafeln stehen. Sie zeigen alte Fotografien vom ehemaligen Dorf und erklären, warum die Dörfler 1963 diesen Ort aufgaben. Über 150 Menschen wohnten einmal in Leopoldsreut.

Anfahrt

Auf der A3 Richtung Passau fahren. Die Ausfahrt Aicha vorm Wald nehmen. Dort in Richtung Freyung auf der B12 halten. Von Philippsreut weiter bis nach Bischofsreut fahren.

Parkplatz

Nepomuk Kapelle

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