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Aareböötle zwischen Thun und Bern
Foto: Riki Daurer, alpinonline
Touren-Tipps

Die Aare: Naturgenuss auf 288 Kilometern

9. März 2021
von Riki Daurer

Die Aare entspringt in den Berner Alpen, durchfließt die Hauptstadt der Schweiz und mündet bei Koblenz in den Rhein. Mit 288 km ist sie der längste Fluss des Gebirgslandes und – noch wichtiger – auch einer der wärmsten. Bekannt und beliebt ist die Aare – nicht nur bei Einheimischen – für das sogenannte Aare Böötle, das meint das Befahren der Aare bzw. auch das Schwimmen in der Aare über mehrere Kilometer. Zudem lädt die Umgebung, die benachbarten Städte, angrenzenden Seen und die naturbelassene Flusslandschaft zu allerhand Aktivitäten ein. 

Manche Schwimmen in der Aare bis direkt nach Bern.
Foto: mauritius images / Moritz Wolf / imageBROKER
Manche Schwimmen in der Aare bis direkt nach Bern.
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1. Besuch des Thunersees oder Stadtausflug nach Thun, Bern, Interlaken oder Grindelwald

Die Anreise zur Aare lässt sich mit einer Stadtbesichtigung von Bern oder Interlaken kombinieren oder man plant noch einen Badetag am Thunersee oder Brienzer See ein. Und wer schon mal in Interlaken ist, kann auch – am besten mit dem Zug – einen Abstecher nach Grindelwald einplanen und die wunderbare Bergwelt mit Mönch, Jungfrau und Eiger bestaunen. Die Bahn begleitet die Aare und ist eine nützliche Option zur Überstellung des Fahrzeugs, wenn man plant, den Fluss mit einem Boot zu befahren.

Am Flussufer der Aare gibt es immer wieder ausgewiesene Grillplätze. Wildcampen ist hier verboten.
Foto: Riki Daurer, alpinonline
Am Flussufer der Aare gibt es immer wieder ausgewiesene Grillplätze. Wildcampen ist hier verboten.

2. Campen am Wasser, Grillen am Ufer

Das Wichtigste zu Beginn – das Campen am Fluss bzw. das Wildcampen ist in der Schweiz generell verboten. Es gibt aber viele ausgewiesene Stell- und Campingplätze am Thunersee oder an der Aare, die man unbedingt nutzen sollte.

An den Ufern der Aare findet man viele offizielle Grillplätze direkt am Fluss. Hier tummeln sich an schönen Wochenenden viele Schweizer und Schweizerinnen, die nicht nur das Schwimmen an der Aare genießen. Wenn Grillstellen vorhanden sind, sollten diese verwendet werden, ansonsten bringt man am besten seinen eigenen Griller mit. Nicht nur aus Respekt gegenüber den Einheimischen und der Natur sollte man jeglichen Müll wieder mitnehmen – bekanntlich sind die Strafen in der Schweiz recht hoch.

3. Flusssurfen in Thun

Zum Flusssurfen in Thun gibt es zwei Spots.
Foto: mauritius images / enricocacciafotografie
Zum Flusssurfen in Thun gibt es zwei Spots.

In Thun gibt es zwei stehende Wellen, die für Surfer ideal sind. Der Spot beim Bahnhof ist für Einsteiger und Fortgeschrittene geeignet, der Spot an der Mühleschleuse eher für Fortgeschrittene. Diese Welle wird aufgrund Eindruck und Mächtigkeit "Monster" genannt und liegt in der Nähe der Altstadt. Von der Brücke aus ist es auch für Nicht-Surfer sehr beeindruckend den Wassersportlern zuzuschauen.

4. Aare-Böötlen mit Stand-up-Paddeln oder Kajak 

Aareböötle – das befahren der Aare ist auch für Kinder geeignet. Achtung, es gilt Schwimmwestenpflicht
Foto: Riki Daurer, alpinonline
Aareböötle – das befahren der Aare ist auch für Kinder geeignet. Achtung, es gilt Schwimmwestenpflicht

Die Standardstrecke für Wassersportler ist der Abschnitt zwischen Thun Schwäbis und Bern. Die Schwierigkeiten bewegt sich hier meist im Bereich WW1, geht aber an manchen Stellen bis WW2 (z. B. die Uttinger Welle). Eine noch einfachere Strecke befindet sich zwischen Bern und dem Wohlensee, die durchgehend mit WW1 bewertet ist. Trotz der geringen Schwierigkeitsbewertung sollte man nicht komplett unbekümmert sein – an manchen Stellen gibt es kleine Holzverbauten oder Steine, in denen man sich verfangen kann. Zudem ist die Flussgeschwindigkeit recht hoch und insbesondere für Kinder nicht zu unterschätzen. Alle Infos zu Ein- und Ausbootstellen sowie aktuellen Sicherheitshinweisen findet man im „Ultimativen Aare-Böötle Guide“ der Stadt Bern.

Wichtig: Beim "Aareböötle" muss pro Person eine Rettungsweste mit Kragen oder ein Rettungsring vorhanden sein. Dies bestimmt ein neues Gesetz. Zugelassene Rettungswesten- und Ringe sowie weitere Informationen über die Sicherheit beim "Aareböötle" gibt’s unter aareyousafe.ch.

5. Der Aare entlangwandern

Dadurch, dass es sehr wenige Zugänge bzw. Straßen direkt zur Aare gibt, sind die Wege und die Landschaft entlang der Aare wirklich noch unberührt und natürlich geblieben. Selten habe ich so schöne Auen und Flusslandschaften gesehen. Die Fahrverbote für Fahrräder sollte man hier übrigens nicht ignorieren. Weitere Infos findet ihr auf  Aarewanderung.

Die Aareschlucht im Haslital
Foto: mauritius images / Joana Kruse / Alamy
Die Aareschlucht im Haslital

Auch empfehlenswert ist der Besuch der Aareschlucht im Haslital: hier hat sich die Aare durch die Kalkfelsen des "Kirchet" (einem Felsriegel) eine 1,4 km lange und bis zu 200 m tiefe Schlucht geschaffen, die streckenweise nur 1 - 2 Meter breit ist.

6. In den Fluss springen

Zahlreiche Brücken laden zum Sprung in die Aare ein. Wichtig ist es aber, vorbeifahrenden Booten ein Signal zu geben, dass man springt und natürlich nicht in fremde Schlauchboote zu springen! Am sichersten ist es, eine Stelle in der Flussmitte zu wählen, wo die Aare am tiefsten ist.

Das Brückenspringen ist an sich erlaubt, trotzdem sollte man sich zuvor über mögliche Verbote (z.B. aufgrund von Baustellen) oder Gefahren (Wassertemperatur, zu starke Strömung, zu geringer Wasserstand etc.) informieren.

7. Naturbäder – ohne Chemie, dafür mit Stil

Auch eine kleine Besonderheit sind die Naturbäder in der Schweiz, die auch direkt an der Aare zu finden sind. Hier wird das Wasser quasi vom Fluss abgezweigt und in Becken gefasst. Die Bäder sind einzigartig und wunderschön.

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