16.700 Touren,  1.600 Hütten  und täglich Neues aus den Bergen
Anzeige
Sicherheitscheck

LVS-Gerät: Alles, was du wissen musst

• 21. November 2023
2 Min. Lesezeit
von Gerald Valentin

Das Lawinen-Verschütteten-Suchgerät, kurz LVS-Gerät, gehört neben Sonde und Schaufel zur Standard-Notfallausrüstung für alle, die sich im Winter abseits der gesicherten Pisten im freien Gelände bewegen. Alles, was du zum Notfall-Sende-und-Empfangsgerät wissen musst.

-
Foto: Marco Freudenreich
Bewegt man sich abseits gesicherter Pisten, sollte man immer ein LVS-Gerät dabei haben.
Anzeige
Anzeige

Simpel erklärt: Was ist ein LVS-Gerät?

Ein LVS-Gerät kann man mit einem Funkgerät vergleichen, welches auf der Frequenz 457 kH einmal pro Sekunde ein Signal aussendet. Wird jemand in einer Lawine verschüttet, kann man das eigene Gerät auf den Modus „Empfangen“ schalten und damit die Signale des Opfers orten.

Ist ein LVS-Gerät Pflicht?

Wer in Italien in Gebieten mit Lawinengefahr unterwegs ist, muss zwingend mit LVS-Gerät, Schaufel und Sonde ausgerüstet sein. In den anderen Alpenländern existieren keine derartigen gesetzlichen Vorgaben, die Mitnahme von LVS-Gerät, Schaufel und Sonde entspricht bei Skitouren jedoch der Verkehrsnorm. Eine Missachtung dieser Verhaltensregel kann bei Unfällen zu rechtlichen Konsequenzen führen.

Beliebt auf Bergwelten

Was macht ein gutes LVS-Gerät aus?

Ein gutes LVS-Gerät muss einfach und intuitiv zu bedienen sein. Es muss Signale über größere Reichweiten bei allen Antennenausrichtungen empfangen und mehrere verschüttete Geräte zuverlässig voneinander unterscheiden können. Die technischen Anforderungen für eine effiziente Suche von Verschütteten erfüllen mittlerweile alle am Markt erhältlichen Geräte.

Auch beliebt

Wie trägt man ein LVS-Gerät richtig?

Man kann das Gerät im mitgelieferten Tragesystem unter einer Bekleidungsschicht tragen. Alternativ kann man es in einer Hosentasche mit Reißverschluss verstauen.

Ist es schwierig mit einem LVS-Gerät zu arbeiten?

Moderne LVS-Geräte sind fast selbsterklärend und die Suche ist im wahrsten Sinn des Wortes kinderleicht. Die Stresssituation bei einem Unfall kann eine schnelle Ortung des Opfers aber verzögern und damit dessen Überlebenswahrscheinlichkeit verringern. Üben, üben und nochmals üben ist daher angesagt.

-
Foto: Gerald Valentin
Der LVS-Check muss vor jeder Tour durchgeführt werden.

Was ist ein LVS-Check?

Am Beginn jeder Tour werden alle Geräte auf ihre Funktionstüchtigkeit („Senden“ und „Empfangen“) kontrolliert. Der LVS-Check stellt auch sicher, dass die Geräte beim Abmarsch im Modus „Senden“ laufen.

Anzeige

Wann sollte ein LVS-Gerät serviciert oder gegen ein neues ersetzt werden?

Die maximale Lebenserwartung eines LVS-Gerätes beträgt 10 Jahre, danach kann die Zuverlässigkeit der elektronischen Komponenten nicht mehr gewährleistet werden. Viele Geräte führen beim Einschalten einen Selbsttest durch und melden dem Benutzer allfällige Störungen.

Was kostet ein LVS-Gerät und wo kauft man es?

Ein LVS-Gerät kostet zwischen 250 und 500 Euro. Einsteigersets mit LVS-Gerät, Schaufel und Sonde sind im Fachhandel oder im Internet schon ab 300 Euro erhältlich.

Wodurch unterscheiden sich LVS-Geräte der neuesten Generation von älteren?

Digitale Geräte mit drei Antennen sind Stand der Technik. Sie kommen am besten mit den verschiedensten Koppellagen - so wird die Ausrichtung der Antennen von Sender und Empfänger zueinander bezeichnet – zurecht und können eine Mehrfachverschüttung zuverlässig lösen. Geräte mit nur einer oder zwei Antenne/n entsprechen in puncto Suchperformance und Sicherheit nicht mehr den gewünschten Anforderungen und sind zu entsorgen.

Wie lagert man sein LVS-Gerät im Sommer? Was ist zu Beginn der nächsten Wintersaison zu tun?

Am Ende des Winters sind die Batterien aus dem Gerät zu entfernen, da Batteriesäure auslaufen und die Kontakte beschädigen kann. Zu Beginn der nächsten Saison müssen neue Batterien eingelegt werden. Damit die Batteriestandsanzeige richtig funktioniert muss man am Gerät einstellen, ob Alkali- oder Lithiumbatterien verwendet werden. Auch ist das Gerät auf mögliche Updates zu prüfen. Software-Updates können über Bluetooth, im Fachhandel oder am eigenen Computer vorgenommen werden.

Mehr zum Thema

Bergwelten entdecken