Sicherheitscheck

So funktioniert der LVS-Check

Tipps & Tricks • 11. Januar 2018
von Peter Plattner

LVS-Gerät (Lawinen-Verschütteten-Suchgerät), Schaufel und Sonde gehören zur Standardausrüstung all jener, die sich im Winter im freien Gelände bewegen. Um sicherzustellen, dass im Ernstfall auch Verlass auf das Funktionieren des LVS-Geräts ist, führt man vor jeder Tour einen sogenannten LVS-Check durch. Wir verraten euch, wie er funktioniert.

LVS-Check
Foto: argonaut.pro
LVS-Check: Gruppenmitglieder passieren den „Checker“ (Teil 2)

Ein LVS-Check – in der Schweiz auch „Gruppentest“ genannt – wird zu Beginn einer jeden Tour im freien Gelände durchgeführt. Nicht selten bemerkt der ein oder andere erst am Parkplatz oder vor der Hütte, dass er sein LVS-Gerät vergessen hat. Kann die Gruppe nicht mit einem Reservegerät aushelfen, gilt: Ohne LVS-Gerät keine Tour.

Die Aufgaben des LVS-Checks bestehen in der Beantwortung folgender Fragen:

  • Haben alle ein LVS-Gerät mit?
  • Funktioniert jedes LVS-Gerät – heißt: Kann jedes Gerät sowohl „Senden“ als auch „Suchen“?
  • Kann jedes Gruppenmitglied sein LVS-Gerät bedienen?
  • Ist jedes Gerät für die Tour auf „Senden“ gestellt und richtig verstaut?
LVS-Check
Foto: argonaut.pro
LVS-Check: Keine Tour ohne Check!

Ohne LVS-Check zur Sicherstellung der einwandfreien Funktionstüchtigkeit aller Geräte bringen auch Sonde und Schaufel nichts, denn: Wer im Zweifel nicht geortet werden kann, kann auch schwerlich geborgen werden. Dennoch sieht man immer noch recht wenige Gruppen einen sauberen LVS-Check durchführen. Wer ihn hingegen macht, stellt seine Kompetenz unter Beweis.

Großer und kleiner Check

Es gibt einen großen LVS-Check, bestehend aus Teil 1 und Teil 2 (siehe unten), und einen kleinen LVS-Check, bestehend aus Teil 2. Der große Check prüft sowohl die „Sende“- als auch die „Such“-Funktion aller Geräte und sollte immer durchgeführt werden. Der kleine Check stellt lediglich die Überprüfung der „Sende“-Funktion sicher und bietet sich nach Pausen oder als Kontrolle auf Tour an.


Teil 1: Gerätebedienung, Batteriekapazität und Überprüfung des „Such“-Modus'

(Aus Sicht des „Checkers“)

LVS-Check: Überprüfung des „Such“-Modus'
Foto: argonaut.pro
LVS-Check: Überprüfung des „Such“-Modus' (Teil 1)

1. Alle Gruppenmitglieder schalten ihre LVS-Geräte in den „Sende“-Modus. Ist das Gerät hochgefahren, kontrolliert nun jeder den angezeigten Batteriestand. Schließlich werden alle Geräte in den „Such“-Modus geschalten.

Gut zu wissen: Jedes moderne LVS-Gerät führt dabei einen Selbsttest durch und warnt am Display vor etwaigen Problemen. Wer in der Handhabe mit seinem Gerät nicht versiert erscheint, sollte den Ausfall der Tour erwägen und stattdessen lieber einen LVS-Trainingstag einlegen...

Bei dieser Gelegenheit sollte man auch gleich abklären, ob jeder die Geräte aller beteiligten Gruppenmitglieder kennt und diese ausschalten kann – was im Notfall durchaus relevant werden kann.

2. Der „Checker“ stellt sein LVS-Gerät in den „Sende“-Modus. Nun gehen alle anderen Gruppenmitglieder nacheinander in einer Spur an ihm vorbei.

LVS-Check: Überprüfung des „Such“-Modus'
Foto: argonaut.pro
LVS-Check: Überprüfung des „Such“-Modus' (Teil 1)

3. Die LVS-Geräte der passierenden Gruppenmitglieder sind im „Such“-Modus. Im Abstand von cirka 2-3 Metern gehen sie nacheinander am „Checker“ vorbei, der sein LVS-Gerät dabei so hält, dass der Abstand zum jeweils Vorbeigehenden nie unter einem Meter beträgt. Alle Gruppenmitglieder sind im Passieren dazu angehalten, die auf ihren Geräten angezeigte Entfernung anzugeben, wobei „12 Meter“ zum Beispiel zu viel und damit ein Indikator dafür wären, dass mit dem LVS-Gerät etwas nicht stimmt.

4. Haben alle Gruppenmitglieder den „Checker“ passiert, bleiben sie in einer Spur im Abstand von 2-3 Metern stehen. Überprüft wurde in diesem ersten Teil nun, ob das LVS-Gerät des „Checkers“ senden kann und die Geräte der restlichen Gruppenmitglieder suchen können. Nun werden alle LVS-Geräte in den „Sende“-Modus geschalten und im Tragesystem verstaut, also unter der obersten Bekleidungsschicht oder in einer innenliegenden Reißverschluss-Hosentasche.


Teil 2: Überprüfung des „Sende“-Modus'

(Aus Sicht des „Checkers“)

LVS-Check: Sende-Modus überprüfen
Foto: argonaut.pro
LVS-Check: Sende-Modus überprüfen (Teil 2)

1. Der „Checker“ stellt sein LVS-Gerät in den „Such“- beziehungsweise „Check“-Modus.

Gut zu wissen: Beinahe alle modernen LVS-Geräte besitzen einen eigenen Modus für den LVS-Check. Dieser hat mehrere Vorteile gegenüber dem „Such“-Modus und soll hier zur Verwendung kommen.

2. Der „Checker“ geht seitlich an den hintereinander gereihten Gruppenmitgliedern vorbei und kontrolliert deren Signal. Sein LVS-Gerät warnt ihn, wenn er dabei einem sendenden LVS-Gerät zu nahe (unter einem Meter) kommen sollte.

LVS-Check: Überprüfung des „Sende“-Modus'
Foto: argonaut.pro
LVS-Check: Überprüfung des „Sende“-Modus' (Teil 2)

3. Der „Checker“ stellt sein LVS-Gerät in den „Sende“-Modus und verstaut es. Nachdem alle Geräte der Gruppe kontrolliert worden sind, befindet sich der „Checker“ nun an der Spitze der Gruppe. Er stellt sein LVS-Gerät nun ebenfalls in den „Sende“-Modus und verstaut es.

Der Tour steht nun nichts mehr im Wege: Viel Spaß! Und: Auf geht's!


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