Selbstgemacht

Vegane Alternative: „Löwenzahn-Honig“

Tipps & Tricks • 21. April 2020
von Valerie Jarolim

Gelb leuchtende Löwenzahnwiesen sagen uns eines: es ist nun wirklich Frühling! Und aus den hübschen Löwenzahnblüten lässt sich ganz einfach ein veganer Honigersatz zaubern: Ob löffelweise bei Halsschmerzen, als Brotaufstrich oder zum Süßen von Tee – geschmacklich und optisch steht der Löwenzahn-Honig dem echten Bienenhonig in nichts nach. Valerie Jarolim von Blatt und Dorn verrät euch das Rezept. 

Schmeckt und sieht es aus wie Bienenhonig - ist es aber nicht
Foto: Valerie Jarolim
Schmeckt und sieht es aus wie Bienenhonig - ist es aber nicht

Unkraut vs Superfood

Für viele Menschen gilt der Löwenzahn als hartnäckiges Unkraut. Zeit das zu ändern und ihn wieder ins Rampenlicht zu holen, denn der Löwenzahn kann so einiges! Zum einen ist er eine schon lange geschätzte Heilpflanze bei diversen Problemchen und zum anderen ein richtig schmackhaftes Wildgemüse. Im Vergleich zu gewöhnlichem Kopfsalat zeigt sich außerdem eines - diese Wildpflanze hat ordentlich Power. Löwenzahn enthält achtmal so viel Vitamin C, fünfmal so viel Eiweiß und die doppelte Menge an Kalium und Magnesium als herkömmlicher Salat.

Löwenzahnblüten sind eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen
Foto: Valerie Jarolim
Löwenzahnblüten sind eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen

Alle Teile des Löwenzahns sind essbar und bereichern den Speiseplan als heimisches Superfood. Kleingeschnittene Blätter sind eine wunderbare Salatbeigabe oder peppen grüne Smoothies auf. Die Wurzel, die man im Frühling oder Herbst gräbt, kann als Wurzelgemüse oder geröstet zu einem koffeinfreien Kaffeeersatz zubereitet werden.

Die Blütenknospen lassen sich so wie Kapern in Öl oder Essig einlegen, Löwenzahntee wirkt harntreibend und dank der Bitterstoffe leberstärkend sowie verdauungsfördernd. Außerdem ist Löwenzahn häufig in Entschlackungstees zu finden. Für den „Löwenzahn-Honig“ werden die Blüten verwendet – diese schmecken süß, honigartig und sorgen für ein einmaliges Aroma.

 Löwenzahn - Schmackhaft, gesund und ein heimisches Superfood
Foto: Valerie Jarolim
Löwenzahn - Schmackhaft, gesund und ein heimisches Superfood

Achtung beim Kräutersammeln

Wie immer gilt die Grundregel: Gesammelt wird nur, was man eindeutig erkennt. Beim Löwenzahn erfolgt die Bestimmung am besten am Blütenstängel. Dieser ist hohl, rund, blattlos, unverzweigt, trägt immer nur eine gelbe Korbblüte und enthält einen weißen Milchsaft. Als weitere wichtige Regel gilt, dass niemals alles an einem Standort abgeerntet werden darf. Löwenzahn ist eine wichtige Bienenweide und damit Nahrungsquelle für die Nützlinge. Im Frühling scheinen manche Wiesen wie von einem Löwenzahnteppich überzogen. Dies ist leider ein Zeichen für eine intensive Düngung und stellt somit keinen geeigneten Sammelort dar.

Vom Löwenzahn sind alle Teile essbar, für den „Honig" nimmt man die Blüten
Foto: Valerie Jarolim
Vom Löwenzahn sind alle Teile essbar, für den „Honig" nimmt man die Blüten

Rezept

Zutaten für ca. 4 kleine Marmeladegläser

  • 3-4 Händevoll Löwenzahnblüten
  • 1 Liter Wasser
  • 800 g Zucker
  • Saft einer gepressten Zitrone
Im ersten Schritt werden die gelben Löwenzahnblüten aus den Köpfen gezupft
Foto: Valerie Jarolim
Im ersten Schritt werden die gelben Löwenzahnblüten aus den Köpfen gezupft

Zubereitung

  1. Löwenzahnblüten an einem sonnigen Tag sammeln.
  2. Um kleine Käferchen, die sich hin und wieder in den Blüten verstecken, loszuwerden legt man zuhause für ein paar Minuten ein Geschirrtuch über die Blüten. Die Tiere krabbeln aus dem Dunkeln ins Licht. Die Blüten sollten keinesfalls gewaschen werden, denn damit geht der wunderbare und armotische Blütenstaub verloren.
  3. Nun zupft man die gelben Blütenblätter aus den Blütenkörbchen, die grünen Kelchblätter werden entfernt.
  4. Die Blütenblätter werden dann im Wasser etwa 5 Minuten lang gekocht.
  5. Zugedeckt lässt man das Ganze etwa 8 Stunden ziehen.
  6. Danach wird durch ein Sieb abgeseiht und die Blüten gut ausgepresst.
  7. Den entstandenen Löwenzahnsud lässt man dann mit Zucker und Zitronensaft unter häufigen Rühren etwa 1 Stunde köcheln. Je länger gekocht wird, desto zähflüssiger wird der „Löwenzahn-Honig“.
  8. Noch heiß wird der „Löwenzahn-Honig“ in saubere Gläser gefüllt und verschlossen.

Tipp: Der vegane Honigersatz ist etwa 1 Jahr haltbar.

Mehr zum Thema

Waldmeister
Wer jetzt im Mai aufmerksam durch Buchen- und Mischwälder wandert, wird sicher auf ihn aufmerksam: den Waldmeister. Wo er wächst, verströmt er einen herrlichen Duft. Das verrät bereits seine lateinische Bezeichnung: Gallium odoratum, denn „odoratum“ heißt „wohlriechend“ und „duftend“. Wegen seines feinen, mandelartigen Aromas wird der Waldmeister darum auch gern in der Küche zur Aromatisierung von Bowlen und Süßspeisen verwendet. Die Waldmeisterbowle, auch Maibowle genannt, ist ein ur-altes und traditionelles Getränk. Das Rezept dazu verrät euch hier Valerie Jarolim von Blatt & Dorn.
Holunder-Zwetschgen-Marmelade
Die Berge wirken näher, die Vögel fliegen tiefer und die Luft riecht „rostiger“ – kurzum: der Herbst ist da. Als farbenprächtigste Jahreszeit bietet er ein Sammelsurium an bunten Leckereien. Wie man köstliche Holunder-Zwetschgen-Marmelade herstellt, verraten wir euch hier.

Bergwelten entdecken