Hütten

Ursprünglich, einfach, authentisch: 5 wilde Hütten

Hütten-Tipps • 16. Juni 2016
von Christina Geyer

Warme Duschen, Einzelzimmer und Wlan haben selbst am Berg keinen Seltenheitswert mehr. „Mountain Wilderness Deutschland“ sieht diese Entwicklung kritisch und präsentiert in seiner neuesten Publikation 20 wilde Hütten, die sich ihre Ursprünglichkeit ganz bewusst bewahrt haben. Wir stellen euch 5 davon vor.

Ursprünglich, einfach, authentisch: 5 wilde Hütten
Foto: Simon Moosbrugger/Lechtal Info
Die Frederic-Simms-Hütte in den Lechtaler Alpen

Mountain Wilderness Deutschland präsentiert 20 einzigartige Berg-Refugien, die sich den Namen „Hütte“ noch verdient haben: von kleinen Biwakschachteln über Hütten ohne Elektrizität und fließendem Wasser bis hin zu Refugien, deren „Häusl“ sich noch im Freien befinden. Das Einfache hat nichts mit Entbehrung zu tun – vielmehr führt es uns vor Augen, was wirklich wichtig ist. Am Berg ist das nicht viel: Ein Dach über dem Kopf, eine warme Suppe und ein Schlafplatz reichen aus und geben den Blick frei für das Wesentliche: Die Natur.


1. Frederic-Simms-Hütte, 2.004 m

Lechtaler Alpen/Tirol

Die Frederic-Simms-Hütte wurde 2002 mit dem Umweltgütesiegel des Alpenvereins ausgezeichnet: Ihren Strom gewinnt sie über ein Solarpanel, geheizt wird mit Holz. Verpflegt wird man von den Pächtern Andy Kiechle und Charly Wehrle mit reichlichen Portionen. Die Zutaten stammen aus der Region.

Gut zu wissen:

  • Waschraum ohne Warmwasser
  • kein Wlan
  • Barzahlung

Gehzeit zur Hütte: 3 h


2. Brandenburger Haus, 3.277 m

Ötztaler Alpen/Tirol

Ursprünglich, einfach, authentisch: 5 wilde Hütten
Foto: (Foto: mauritius images/ Leon Werdinger)
Brandenburger Haus

Das Brandenburger Haus inmitten der Ötztaler Alpen-Gletscher ist eine der höchstgelegenen Schutzhütten Österreichs. Die Lage der Hütte setzt auch schon für den Zustieg eine Gletscherausrüstung voraus.

Gut zu wissen:

  • keine Duschen
  • dafür: echtes Bergsteiger-Feeling
  • Solarenergie, Holzbrandöfen und Komposttoiletten

Gehzeit zur Hütte: 5 h 30

Die Hütte im Detail: Brandenburger Haus


3. Rojacher Hütte, 2.718 m

Goldberggruppe/Salzburg

Simmshütte
Die Frederic-Simms-Hütte (2.004 m), auch einfach Simms-Hütte genannt, liegt im Hinteren Sulztal im Tiroler Teil der Lechtaler Alpen und ist ein idealer Ausgangspunkt für Wandertouren auf die umliegenden Gipfel. Sie befindet sich direkt unter dem Holzgauer Wetterspitz und ist auch als Einkehr für hochalpine Tourengeher geeignet.
Geöffnet
Jun - Sep
Verpflegung
Bewirtschaftet
Ursprünglich, einfach, authentisch: 5 wilde Hütten
Foto: Rojacher Hütte
Die Rojacher Hütte in der Goldberggruppe in Salzburg

Die kleine Holz-Hütte befindet sich direkt unter dem Gipfel des Hohen Sonnblicks (3.106 m). Seit über 100 Jahren schon trotzt das mit Schindeln verkleidete Haus hier den Naturgewalten und bietet hochalpinen Wanderern einen ebenso ursprünglichen wie gemütlichen Stützpunkt.

Gut zu wissen:

  • Verköstigung umfasst: warme Suppen, Jause, hausgemachte Mehlspeisen
  • Regentrog als Waschgelegenheit
  • Plumpsklo mit Herzverzierung hinter der Hütte
  • kein fließendes Wasser
  • kein Wlan
  • Schlafboden mit Lagern

Gehzeit zur Hütte: 3 h 30

Die Hütte im Detail: Rojacher Hütte


4. Rheinland-Pfalz-Biwak, 3.252 m

Ötztaler Alpen/Tirol

Ursprünglich, einfach, authentisch: 5 wilde Hütten
Foto: DAV Sektion Mainz
Das Rheinland-Pfalz-Biwak in den Ötztaler Alpen in Tirol

Die futuristisch anmutende Biwak-Schachtel liegt auf dem 3.252 m hohen Wassertalkogel im Geigenkamm der Ötztaler Alpen. Sie ist besonders als Stützpunkt auf dem Mainzer Höhenweg beliebt. Komfort sucht man vergeblich, dafür findet man unter Garantie ein besonders eindrückliches Bergerlebnis.

Gut zu wissen:

  • kein Handyempfang
  • kein Wlan
  • 9 Lager-Betten
  • keine Heizmöglichkeiten, dafür Schutz vor Wind und Wetter

Gehzeit zur Biwakschachtel: 4 h 30

Die Biwakschachtel im Detail: Rheinland-Pfalz-Biwak


5. Gruberscharten-Biwak, 3.100 m

Glocknergruppe/Salzburg

Ursprünglich, einfach, authentisch: 6 wilde Hütten
Foto: Alpenverein/Gebirgsverein
Die Gruberscharten-Biwakschachtel in der Glocknergruppe in Salzburg

Das Not-Biwak liegt auf 3.100 m an der Gruberscharte zwischen Großem Bärenkopf (3.406 m), Hoher Dock (3.348 m) und Klockerin (3.422 m). Die Biwak-Schachtel vom Typ „Poly-Biwak“ besteht aus glasfaserverstärkten Kunststoffplatten und bietet 6 Personen Unterschlupf.

Gut zu wissen:

  • reines Matratzenlager
  • keine Waschgelegenheiten
  • Notlager

Gehzeit zur Biwakschachtel: 6 h 30

Die Biwakschachtel im Detail: Gruberscharten-Biwak

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