Berg-Know-How

Wo kann ich in den Bergen übernachten?

• 23. Juni 2021
von Riki Daurer

Zeit abseits der Zivilisation in der Natur verbringen – das klingt nach Ruhe und schmeckt nach Freiheit. Damit der Wunsch Realität wird, haben wir verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten in den Bergen gesammelt.

Zelt bei Sonnenuntergang in den Bergen
Foto: pixabay / StockSnap
Zelten in den Bergen

Die bewirtschaftete Hütte

Bewirtschaftete Hütten gehören meist einem alpinen Verein, einer alpinen Organisation oder Privatpersonen. Bewirtschaftet meint, dass zumindest für Speis und Trank (nicht aber automatisch für eine Übernachtungsmöglichkeit) gesorgt ist.
Die Hütten unterscheiden sich in ihrer Erreichbarkeit und Ausstattung. Schau dir am besten die Hüttenkategorien an, damit du das perfekte Plätzchen findest, das deinen Vorstellungen entspricht.

Hütte ist nicht gleich Hütte. ÖAV und DAV unterscheiden bei ihren Hütten anhand von Kategorien. Diese wiederum orientieren sich an Lage und Ausstattung der jeweiligen Unterkunft. Wir stellen euch die Hütten-Einteilung der alpinen Vereine im Detail vor.

Da die Anzahl der Berg- und Hüttenbegeisterten stetig steigt, solltest du für deine Übernachtung unbedingt einen Platz auf der Hütte reservieren. Reservierungen können telefonisch oder immer öfter auch über ein Online-Buchungssystem getätigt werden. Auf den meisten Hütten wird zwischen Matratzenlager und Zimmerbetten unterschieden. Ein Hüttenschlafsack ist so gut wie immer obligatorisch.

Auf Bergwelten.com findest du 1.700 Hütten in den Alpen.

Die Payerhütte am Ortler
Foto: Daniel Kubera
Die Payerhütte am Ortler

Die Selbstversorgerhütte

Lust auf ein kleines Microadventure? Dann mach dich auf die Suche nach der perfekten Selbstversorgerhütte. Einige werden von Vereinen betrieben. Diese können allerdings oft nur von Mitgliedern gemietet werden. Hier findet ihr z. B. eine Übersicht der Selbstversorgerhütten der DAV Sektion München Oberland.

Weitere Selbstversorgerhütten werden von Privatpersonen zur Miete angeboten. Verschiedenen Plattformen bieten eine Übersicht. Wichtig ist auch hier, rechtzeitig zu reservieren. Vor allem zu beliebten Anlässen wie Silvester sind die Hütten meist schon lange im Voraus ausgebucht.

Eine andere Form von Selstbversorgerhütten gibt es z. B. in Schweden – hier handelt es sich um öffentliche Hütten, auf denen man sich selber versorgen muss.

Selbstversorgerhütten sind – wie der Name bereits sagt – Hütten, auf denen man sich selbst versorgt. Im Gegensatz zu bewirtschafteten Hütten muss man in den meisten Fällen sowohl die Verpflegung als auch alles Notwendige für die Übernachtung mitbringen. Anbei haben wir ein paar Tipps für euch, wie und wo man eine Selbstversorgerhütte finden kann.

Winterräume

Die meisten Hütten haben im Winter geschlossen und öffnen erst wieder zur Skihochtourensaison von März bis Mai. Viele Hütten verfügen jedoch über einen (unversperrten oder versperrten) Winterraum, der Sportlern bei Mehrtagestouren außerhalb der Öffnungszeiten eine windgeschützte und trockene Übernachtungsmöglichkeit bietet. 

Winterräume sind sehr unterschiedlich ausgestattet. Manche verfügen über eine Heizmöglichkeit, in anderen findet man nicht einmal Decken. Eine genaue Recherche vor der Tour ist also unumgänglich – im Besonderen hinsichtlich Ausstattung und Notwendigkeit eines Schlüssels, der normalerweise bei der jeweiligen Sektion des alpinen Vereins erhältlich ist. 

In der Tourensaison 2020/21 waren beispielsweise alle Winterräume aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen und nur für absolute Notfälle zugänglich.  

Wer abseits der Hüttensaison am Berg Unterkunft sucht, kann häufig einen Winterraum nutzen. Doch ist er kostenpflichtig? Muss man ihn vorher reservieren? Kann man dort oben kochen und wohin mit dem angefallenen Müll? Hier gibt es die Antworten.

Notunterkunft - Biwakschachteln

Sogenannte Biwakschachteln findet man meist an sehr exponierten oder abgelegenen Plätzen. Sie sind nicht bewirtschaftet und zählen auch nicht zur Kategorie der Selbstversorgerhütten. Sie gelten als reine Notunterkünfte, die Bergsportlern, sei es aufgrund von Erschöpfung, Verletzung oder bei einem Schlechtwettereinbruch, einen sicheren Unterschlupf bieten sollen. 
Das Erscheinungsbild von Biwakschachteln reicht von der Baracke bis zur futuristischen Raumkapsel. Auch die Ausstattung kann völlig unterschiedlich sein.

Abgesehen von vier Wänden und einem Dach über dem Kopf haben eine Biwakschachtel und ein 5-Sterne-Hotel wenig gemeinsam. Und das ist auch gut so, denn eine Biwakschachtel soll dazu dienen, in Not geratenen Bergsteigern eine wind- und regengeschützte Notunterkunft zu bieten. Oder sie wurde aufgestellt, um die Begehung von extrem langen Touren überhaupt erst möglich zu machen. Einige dieser Biwaks sind nicht nur praktisch, sondern haben auch ganz außergewöhnliche Formen. 

Campen und Zelten

Sehr ernüchternd, aber klar geregelt (meist im Sinne von Verboten), ist das Campen und Zelten im alpinen Gelände abseits von offiziellen Campingplätzen. Ebenso ist das Entzünden eines Feuers im Wald meist verboten. Die Bergwacht kann hier ordentliche Strafen verhängen. 
Achtung: Viele Fotos von idyllischen Spots in den Sozialen Medien verleiten fälschlicher Weise zur Annahme, dass Wildcampen überall erlaubt ist. Mehr Informationen: 

Fragen und Antworten

Wie geht Campen? - Teil 1

Einschlafen mit dem Zirpen der Grillen, aufwachen, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Füße wärmen. Ob am See oder am Berg – Campen ist die einfachste Sache der Welt. Wer doch noch Fragen hat, findet hier die wichtigsten Antworten.

Neu und beliebt, aber noch sehr rar gesät, sind Campingplätze mitten in den Bergen.

Das Biwakieren im freien Gelände

Beim Biwakieren wird fürs Übernachten lediglich eine Unterlegsmatte oder ein Schlafsack verwendet. Auf alles Weitere wird verzichtet. Geplantes Biwakieren ist mit Campen und Zelten gleichzusetzen und daher fast immer verboten. Hier gelten – je nach Region oder Bundesland – unterschiedliche Regelungen. 

Das Notbiwak

Ausgenommen ist das Notbiwak. Das ungeplante Übernachten im Gebirge aufgrund eines Notfalls ist natürlich erlaubt.

Berg-Know-How

Was ist ein Biwak?

Eine Nacht am Berg – geplant oder ungeplant? Aus praktischen Gründen oder aufgrund einer Notsituation? Bergwelten-Expertin Christina Schwann klärt auf und verrät, was es mit dem Biwakieren auf sich hat.

Heustadeln, Schupfen oder andere private Infrastrukturen

Gebäude zur Lagerung von Heu oder Geräten auf Almen sind ebenso Privatbesitz wie die Almfläche selbst. Eine Übernachten in einem Heustadel ist daher nur möglich, wenn der Bauer vorher seine Zustimmung gibt.

Schauaufsland – auf dieser Plattform finden sich über 200 private Stellplätze bei nachhaltigen Bauernhöfen, Weingütern und Manufakturen in Österreich.

Abo-Angebot

Der See ist das Ziel

  • 8 Ausgaben jährlich
  • Reisehandtuch von Skinfit als Geschenk
  • Wunsch-Startdatum wählen
  • Über 10% Ersparnis
  • Kostenlose Lieferung nach Hause
Jetzt Abo sichern

Mehr zum Thema

Tagsüber sind wir alle gern am Berg unterwegs. Spätestens in der Dämmerung aber ziehen wir uns wieder in die warme Stube zurück. Dabei gibt es kaum ein eindrucksvolleres Erlebnis, als sich der Natur nachts auszuliefern. Wir geben euch 6 nützliche Tipps für das nächtliche Abenteuer im Freien.
Legal am Berg zelten ist im Alpenraum gar nicht so leicht. Doch mit unseren Tipps wachst du nicht nur in traumhafter Umgebung auf, sondern kannst davor auch in Ruhe schlafen: An diesen 8 Orten in Österreich, Deutschland und Südtirol darfst du garantiert übernachten.

Bergwelten entdecken