Prähistorische Pfahlbausiedlungen aus der Zeit von 5.000 bis 500 v. Chr. finden sich in sechs Apen-Ländern – neben der Schweiz auch in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und Slowenien. Alle Fundstellen, nach Alter und Region sortierbar, findest du hier.
In der Schweiz nahm das europaweite „Pfahlbaufieber“ aber seinen Anfang, wobei dem Zürichsee eine besondere Bedeutung zukommt. An dessen Ostufer stieß der Altertumsforscher Ferdinand Keller 1855 im Rahmen von Landgewinnungs-Arbeiten auf Überreste eines prähistorischen Siedlungsplatzes (Meilen-Rorenhaab). Hier haben von Fischfang und Jagd lebende Familien – vermutlich keltischer Abstammung – Hütten bewohnt, die sie an seichten Uferstellen auf Pfählen errichtet hatten. Mehrere weitere bedeutende Fundstellen des Kulturerbes finden sich am Zürichsee – darunter Überreste der weltweit einmaligen prähistorischen Seequerung zwischen Rapperswil und Hurden am oberen Zürichsee.
Viele Pfahlbauten-Funde sind nicht mit freiem Auge sichtbar, sondern schlummern heute am Seegrund oder unter etlichen Sedimentschichten. Um das historische Erbe zu erleben empfiehlt sich der Besuch von Museen, Archäologieparks oder Lernpfaden zum Thema. So setzt das Laténium in Hauterive, das größte Archäologiemuseum der Schweiz, seinen Fokus auf die Pfahlbauten. Im dortigen archäologischen Park lässt sich eine interaktive Tour auf den Spuren der Pfahlbauer unternehmen.
Schöne Ausflugsziele sind auch das Pfahlbaudorf Lacustre in Gletterens und die Pfahlbausiedlung Wauwil im Wauwilermoos. Der dortige Lernpfad umfasst sechs Stationen mit schönen Rekonstruktionen von Pfahlbauhäusern.