Viertausender

Bergportrait: Weisshorn (4.505 m)

Wissenswertes • 17. Mai 2019

Der Diamant im Wallis: Das Weisshorn gilt vielen als schönster Berg im Alpenraum. Seinen Gipfel will man sich verdienen: Über 3.000 Höhenmeter gilt es vom Tal bis auf 4.505 Meter zu bewältigen. Wir stellen euch diesen besonderen Viertausender im Detail vor.

Schweiz: Weisshorn in den Walliser Alpen
Foto: mauritius images / Mikolaj Gospodarek
Formschön und anspruchsvoll: Das Weisshorn (4.505 m) in den Walliser Alpen

Höhe und Lage

Das Weisshorn liegt in den nordwestlichen Walliser Alpen und ist der Hauptgipfel der Weisshorngruppe. Optisch präsentiert es sich als formvollendete Pyramide mit grandiosen Graten. Manchen gilt es überhaupt als schönster Berg der Alpen. Das liegt nicht allein an seiner Erscheinung, sondern auch an seiner Lage inmitten eines herrlich unberührten Gebirgsabschnitts.

Der Aufstieg will vom Tal bis zum Gipfel ohne Aufstiegshilfen bewältigt werden – 3.000 Höhenmeter sind es, um genau zu sein. Damit ist die Weisshorn-Besteigung eine der anspruchsvollsten Hochtouren, die es im Alpenraum gibt.

Walliser Alpen: Blick in die Weisshorngruppe
Foto: mauritius images / Mikolaj Gospodarek
Walliser Alpen: Blick in die Weisshorngruppe

Geschichte

Erstmals bestiegen wurde das Weisshorn am 19. August 1861 durch die Bergführer Johann Josef Benet („Bennen“) und Ulrich Wenger in Begleitung des irischen Vermessers und Naturwissenschaftlers John Tyndall, der sich auch durch mehrere Vorstöße am Matterhorn einen Namen gemacht hat.

Die Seilschaft erreichte den Gipfel des Weisshorns über den Ostgrat, der auch heute noch den üblichen Normalweg darstellt. 1895 erfolgte die Erstbesteigung über den anspruchsvollen Südgrat, die Überschreitung des Nordgrats 1898.

Das Weisshorn im Überblick:

  • Höhe: 4.505 m
  • Lage: Walliser Alpen/Weisshorngruppe
  • Talort: Randa im Bezirk Visp
  • Stützpunkt: Weisshornhütte (2.932 m)
  • Erstbesteigung: 1861

Die Weisshornhütte im Detail:

Weisshornhütte
Hütte • Wallis

Weisshornhütte (2.932 m)

Die Weisshornhütte thront auf einem Felsvorsprung und bietet einen herrlichen Blick auf die zum Greifen nahe Südostwand des Weisshorns (4.506 m) sowie auf 18 weitere Viertausender. Die kleine Hochgebirgshütte des Schweizer Alpenclubs, Sektion Basel, hat nur sieben Wochen im Jahr offen – länger dauert die Saison in dieser Höhe nicht. Sie ist Ausgangspunkt für Alpinisten, die Großes vorhaben, wie das das Weisshorn, aber auch das Bishorn (4.153 m) oder das Barrhorn (3.610 m) sind anspruchsvolle Gipfelziele. Das markante Weisshorn ist der siebthöchste Viertausender der Schweiz. 1861 von einem einem irischen Physiker, John Tyndall, und zwei Schweizer Bergführern erstbestiegen, gilt es als einer der anspruchsvollsten Viertausender in den Alpen. Drei Grate, drei Wände, die in einem Punkt zusammenkommen: eine perfekte Pyramide aus Gneis und Eis - für viele Alpinisten der ideale Berg. Dank der tollen Lage und der schönen Aussicht ist die Hütte auch ein lohnendes Ziel für Wanderer mit guter Ausdauer. Immerhin müssen fast 1.600 Hm für den Aufstieg überwunden werden.
Geöffnet
Jul - Aug
Verpflegung
Bewirtschaftet

Tourentipp:

Berg- und Hochtouren • Wallis

Weisshorn über Nordgrat

Dauer
8:00 h
Anspruch
ZS+ anspruchsvoll
Länge
5,6 km
Aufstieg
1.385 hm
Abstieg
141 hm

Touren

Von der Bahnstation Randa folgt man der Talstraße zunächst in Richtung Norden, gelangt in weiterer Folge zu den Eienhütten und wandert links weiter im Zickzack durch den Wald. Vorbei an der Jatz-Alpe geht es weiter über Grashänge, dann werden zwei Bäche gequert, bis man schließlich nach 1.500 Höhenmetern die Weisshornhütte auf 2.932 m erreicht hat. Von der Hütte geht es auf einem Steig bis zum östlichsten Becken des Schaligletschers, dann über eine Rippe und Firnhänge hinauf auf eine Schulter und hin zu einer Felswand.

Hier führt ein Band zu einer Terrasse mit markantem Steinmann. Es geht weiter hinauf bis zum unteren Ende des Ostgrats, der einen schließlich luftig über zahlreiche Steilstufen und Türme bis ganz hinauf auf den Gipfel führt. Nach weiteren 1.600 Höhenmetern erschließt sich nun ein atemberaubendes Panorama: Mischabelgruppe, die Gipfelwelt rund um Zermatt, Dent Blanche – die Riesen der Schweiz sind zum Greifen nah.

Gut zu wissen

Das Weisshorn gilt als „Diamant des Wallis“. Sein Name ist selbsterklärend: Weil die gut sichtbare Nordostwand stets mit Schnee bedeckt ist, wurde der Viertausender auf Weisshorn getauft.

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