Wasser, Berge und urige Almen

4 Wanderungen zu Bergseen der Niederen Tauern

Touren-Tipps • 8. Juli 2015
von Herbert Raffalt

Herbert Raffalt kennt die Niederen Tauern seit seiner Kindheit. Er stellt die schönsten Wanderungen zu den Bergseen der Region vor.

Die dunklen, oft geheimnisvoll wirkenden Urgesteinspyramiden der Niederen Tauern mit ihren steil aufragenden Spitzen und kühn geschwungenen Graten sind gar nicht so „nieder“ wie der Name vermuten lässt. Die Wege und Steige zu den Gipfeln sind mitunter lang und anspruchsvoll. Auf keinen Fall sollte man die Berge ob ihres Namens unterschätzen.

Die Welt dort ist mir sehr vertraut. Als Kind verbrachte ich die Sommermonate auf der Alm, um bei der Arbeit mitzuhelfen. Zu Hause war ein Esser weniger am Tisch und ich genoss die schönste Zeit meines Lebens. Ich habe noch heute den Geruch des Feuers in der Nase, mit dem die Milch zu einem wunderbaren Käse verarbeitet wird.

Den stillen Gipfel zu Füßen liegen in unterschiedlichen Höhenlagen unzählige, oft einsame Bergseen. Wie Katzenaugen spiegeln sie das saftige Grün der Berghänge und leuchten je nach Wetterlage in fein abgestuften Farbnuancen. Sie sind die wahren Schätze der Niederen Tauern.

Sie waren es auch, die mich magisch anzogen. Mit ihrem Glitzern und Funkeln bereichern sie das Landschaftsbild und verleihen den Niederen Tauern ihren unvergleichlichen Charme. Von einem See zum nächsten sprudeln helle Bäche über dunkle Steine und stürzen sich rauschende Wasserfälle in die Tiefe. So kann man hier auch an heißen Tagen entspannt wandern. Zum Beispiel zu einem dieser vier Seen.

1. Duisitzkarsee

Duisitzkarsee in den Niederen Tauern
Foto: Herbert Raffalt
Der Duisitzkarsee in den Niederen Tauern

Die Kombination von Wasser, Bergen und urigen Almen gibt es in den Schladminger Tauern zwar öfter, aber selten ist das Zusammenspiel so stimmig wie hier. Zwei bewirtschaftete Almhütten liegen direkt am Ufer des Sees, dort werden die Gäste mit hauseigenen Produkten verwöhnt. Wer Lust auf einen romantischen Abend auf der Alm hat, übernachtet in der Duisitzkarhütte und genießt den Morgen bei einem herzhaften Frühstück auf der Terrasse.

2. Steirischer Bodensee

Hans Wödl Hütte beim Steirischen Bodensee
Foto: Herbert Raffalt
Der steirische Bodensee

Nirgendwo sonst in den Niederen Tauern demonstriert das Wasser seine ungeheure Schaffenskraft mit einer solchen Intensität wie auf dem Weg zur Hans Wödl Hütte. Im Frühjahr, zur Zeit der Schneeschmelze, stürzen gewaltige Wassermassen am Weg vom Bodensee zur Hütte unmittelbar neben dem Aufstiegsweg in die Tiefe.

3. Lemperkarsee

Lemperkarsee
Foto: Herbert Raffalt
Der Lemperkarsee in den Niederen Tauern

Der Lemperkarsee im Naturpark Sölktäler gilt als ein Geheimtipp in der Region. Idyllische Bergdörfer, blühendes Almleben, wilde Gebirgsbäche und imposante Berggipfel charakterisieren diesen geschützten Landschaftsraum. Eine kulinarische Besonderheit sind die Ennstaler Krapfen mit dem dazugehörigen Käse. Es gibt sie unterwegs auf jeder Alm.

4. Zwieflerseen

Zwieflerseen
Foto: Herbert Raffalt
Die Zwieflerseen

Im Frühling zur Zeit der Almrauschblüte präsentiert sich die Landschaft rund um die beiden eiszeitlichen Bergseen besonders farbenprächtig. Die Luft ist erfüllt vom Summen der Bienen die zwischen Meisterwurz, Bärtiger Glockenblume, Weißer Germer und vielen anderen Blüten umherschwirren.

Alle Touren stammen aus dem Buch „Magische Bergseen – Wandern in den Niederen Tauern“ von Herbert Raffalt, erschienen im Servus Verlag.

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