Felskunde

Vulkanit – von flüssigem Gestein zu hartem Fels

Tipps & Tricks • 6. September 2016

Vulkanit kommt nicht nur auf exotischen Inseln, sondern auch in den Alpen vor. Für Kletterer ist das Gestein aus dem Erdinneren eine besondere Herausforderung.

Klettern Cojote Südtirol Vulkanit
Foto: Martin Riegler
Vulkanit-Kletterroute Cojote in den Pfattner Wänden in Mitterberg bei Bozen in Südtirol

Im Inneren der Erde herrschen extreme Temperaturen. Schon 50 Kilometer unter der Oberfläche hat es bis zu 1.000 Grad. Selbst Gestein beginnt bei dieser Hitze zu schmelzen und verflüssigt sich zu Magma.

Das Magma im Erdinneren steht unter Druck und steigt über Spalten in der Erdkruste nach oben. Wo die Gesteinsschmelze die Oberfläche erreicht, entsteht ein Vulkan, der explosiv ausbrechen kann. Magma kann aber auch langsam aus Spalten quellen und als Lava talwärts fließen. Mit Abkühlung und Erstarren entsteht vulkanisches Gestein.

Wie fest Vulkanit ist, hängt von den Entstehungsbedingungen und der Mineralogie des Ausgangsgesteins ab. An spitzkegeligen Schichtvulkanen findet sich in der Regel loser Schutt und kein kompakter Fels zum Klettern. Kann hingegen die Gesteinsschmelze einer Lavadecke in Ruhe auskühlen, erreicht das entstandene Gestein höhere Festigkeit.

Lava Hawaii
Foto: Christian Vorhofer
Glühende Lava auf Hawaii

Vulkanite zeichnen sich zumeist durch symmetrische Strukturen aus. In der Felswand dominieren glatte Platten und senkrechte Verschneidungen. In den häufig linear angeordneten Rissen finden sich parallele Wandungen. Vulkanisches Gestein kann bei der Abkühlung auch sechseckige Säulen bilden oder durch Verwitterung bizarre Formen annehmen.

Vulkanit kommt auf der ganzen Welt vor, in den Alpen ist besonders der Bozener Quarzporphyr bekannt. Dieses Gestein wurde vor 275 Millionen Jahren aus einem riesigen Vulkan im Bereich der heutigen Südtiroler Landeshauptstadt zu Tage gefördert.

 

Tourentipp

Fels: Vulkanit (Bozener Quarzporfir)

Location: Pfattner Wände, Südtirol

Route: Cojote, 7a/8

Klettern • Trentino-Südtirol

Cojote

Dauer
2:00 h
Anspruch
VIII
Länge
2,3 km
Aufstieg
81 hm
Abstieg
135 hm

Mehr zum Thema

Sliding Sand Trails im Haleakala-Nationalpark
Hawaii: Synoym für endlose Sandstrände, hula-tanzende Schönheiten und Surfen auf Weltklasse-Niveau. Doch nicht nur im Hinblick auf Wassersport hat der amerikanische Inselstaat im Pazifik einiges zu bieten. Bis auf 4.207 m erheben sich hier die Berge vulkanischen Ursprungs. Maggy und Anja von You are an Adventure Story waren auf dem „höchsten Berg der Erde“, in vulkanischen Kratern und den endlosen Mondlandschaften des tropischen Paradieses unterwegs.
Andrea Maruna klettert am Kalkstein bei Hallein
In den Alpen ist Kalkstein ein weit verbreitetes Gestein. Entstanden ist er aus Muscheln und Korallen, die sich am Meeresgrund des Ur-Meeres ablagerten. Nun ragen Felsen in den Himmel, die ebenso abwechslungsreich wie anspruchsvoll zu klettern sind.

Bergwelten entdecken