Rund 30 aktive Vulkane befinden sich auf Island – wobei „aktiv“ aus geologischer Sicht bedeutet, dass sie innerhalb der letzten 10.000 Jahre ausgebrochen sind. Diese Aktivität hat einen gewichtigen Grund: Island liegt auf zwei Kontinentalplatten, der Nordamerikanischen und der Eurasischen – deren Grenzen sich diagonal über die Insel ziehen. Die Platten entfernen sich jährlich rund 1-2 cm voneinander. Unter der Insel befindet sich eine Plume („Island-Plume“) – ein Aufstrom heißen Gesteinsmaterials aus dem Erdinneren. Das sorgt für rege vulkanische Aktivität, aber als „Füllmaterial“ auch dafür, dass die Insel nicht auseinanderbricht.
Das aus dem Bruch am Ozeanboden austretende Magma bildet eigentlich einen gigantischen, unter dem Meeresspiegel des Atlantiks liegenden Gebirgszug aus – den sogenannten Mittelatlantischen Rücken – , auf dem Island sitzt. Die Insel ist genau genommen Teil dieses Gebirges – ihre höchsten Erhebungen stellen somit auch die höchsten Gipfel des größtenteils untermeerischen Gebirges dar.
Die höchste Erhebung Islands ist übrigens – wie könnte es anders sein – ein Vulkan. Der immerhin 2.110 m messende Hvannadalshnúkur im Südosten. Das Isländische Hochland (Hálendið) im Zentrum der Insel ist nahezu unbewohnt, aber wunderschön. Rund 11 Prozent der Landesoberfläche der einst fast vollständig vergletscherten Insel sind heute von Gletschern bedeckt.