Berg-Know-How

ABC des Bergsports: Begriffe aus dem Gebirge

Wissenswertes • 14. Mai 2018

Es gibt einige geläufige Begriffe, über die man in Tourenbeschreibungen immer wieder stolpert: Kamm, Scharte, Sattel – um nur einige zu nennen. Was damit genau gemeint ist, verraten wir euch im heutigen Berg-Know-How.

1. Kamm

Alpenhauptkamm: Ein von Gipfel zu Gipfel verlaufender Grat
Foto: Wikimedia Commons/W like wiki/CC-BY-SA 4.0
Alpenhauptkamm: Ein von Gipfel zu Gipfel verlaufender Grat (gelbe Linie)

Als Bergkamm bezeichnet man eine Reihe von Gipfeln, die über Grate miteinander verbunden und nur durch Scharten oder Sattel voneinander getrennt sind. Ein Bergkamm ist – vereinfacht ausgedrückt – ein Grat, der über verschiedene Gipfel verläuft. Er ist der höchste Verlauf eines Bergzugs. Ein Beispiel für einen prominenten Kamm ist der Alpenhauptkamm.

2. Grat

Grat über den Gebirgszug Monte Baldo in den Gardaseebergen
Foto: mauritius images / Frank Fleischman
Grat über den Gebirgszug Monte Baldo (2.218 m) in den Gardaseebergen

Als Grat wird die oberste Kante eines Bergrückens bezeichnet. Er kann Teil eines Bergkamms sein (siehe: Kamm), besteht aber auch selbstständig an einzelnen Bergen. Kennzeichnend für einen Grat sind nach beiden Seiten hin steil abfallende Hänge.

3. Scharte

Langkofelscharte zwischen Langkofel und Fünffingerspitze in den Dolomiten
Foto: Wikimedia Commons/David Kostner/CC BY-SA 2.0 de
Die Langkofelscharte (2.681 m) zwischen Langkofel (3.181 m) und Fünffingerspitze in den Dolomiten

Eine Scharte ist ein besonders schroffer Geländeeinschnitt in einem Kammverlauf oder Grat. Viele Scharten werden von Bergsteigern als Übergang genutzt, sind doch zahlreiche Doppelgipfel durch Scharten voneinander getrennt beziehungsweise miteinander verbunden. Ein prominentes Beispiel ist die Obere Glocknerscharte (3.766 m): Sie liegt zwischen Klein- und Großglockner. Die Scharte ist eng verwandt mit Joch und Sattel („Col“) – eine Abgrenzung ist nicht allzuleicht vorzunehmen. Vereinfacht kann man festhalten, dass die Scharte keine ebene Fläche in der Passhöhe aufweist und ihre Tallinie V-förmig verläuft.

4. Joch

Das Joch ist, wie auch die Scharte, eine Einkerbung zwischen zwei Gipfeln oder Bergstöcken. Anders als die Scharte ist das Joch oft auch eine Bezeichnung für historische Übergänge („Saumpfade“).

5. Sattel

Bergsattel mit Sattelpunkt
Foto: Wikimedia Commons/Paulba Legend/CC BY-SA 3.0
Form des Bergsattels: Der rote Punkt markiert den Sattelpunkt, die grüne Linie kennzeichnet den kürzesten Weg über den Sattel

Der Sattel ist neben der Scharte die andere prominente Spielart des Passübergangs. Der Begriff leitet sich vom Reitsattel ab und vermittelt damit bereits das beste Bild seiner Gestalt: Die sanfte S-Form ist kennzeichnend für den Sattel. Kamm- und Tallinie sind U-förmig. Während eine Scharte schroff ist, sind Sattel eher flach und sanft angelegt.

6. Kar

Schlauchkar im Tiroler Karwendel
Foto: mauritius images / Mike Kleinhenz
Schlauchkar im Tiroler Karwendel

Als Kar bezeichnet man ein von Bergen umgebenes Tal beziehungsweise eine kesselförmige Eintiefung inmitten von Berghängen. Kare entstehen durch Gletscherbewegungen, konkret: durch Eis, das sich talwärts bewegt. Die mitgeführten Gesteinsbrocken bleiben als Schutt im Kar zurück. Wo die Grundmoräne den Untergrund abdichtet, bilden sich oft sogenannte Karseen.

7. Kamin

Kletterer in einem Stemmkamin
Foto: Wikimedia Commons/Erwin Merlet
Kletterer in einem Stemmkamin

Der Kamin ist vor allem im Klettersport ein relevanter Begriff. Er bezeichnet eine senkrecht nach oben verlaufende Spalte im Fels. Dabei ist diese Spalte mindestens so breit, dass ein Körper hindurch passt. Ist sie schmäler, spricht man von einem Riss. Die Breite eines Kamins gibt Aufschluss über die angezeigte Klettertechnik: von einem „engen Kamin“ spricht man bei einer Breite von weniger als einem Meter. Hierbei werden Füße und Knie wechselnd hochgestemmt. Der „Stemmkamin“ weist eine Breite von circa einem Meter auf. Er wird mit dem Rücken zur Wand in „Stemmhaltung“ durchklettert. Der „Spreizkamin“ ist breiter als einen Meter und wird – wie der Name bereits suggeriert – in „Spreizhaltung“ durchklettert.

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