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Skihochtour Gran Paradiso - Etappe 2: Rifugio Vittorio Emanuele - Gran Paradiso

Skihochtour Gran Paradiso - Etappe 2: Rifugio Vittorio Emanuele - Gran Paradiso

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Tourdaten

Sportart
Skitouren - Skihochtour

Anspruch
ZS anspruchsvoll
Dauer
5:00 h
Länge
5,4 km
Aufstieg
1.330 hm
Abstieg
12 hm
Max. Höhe
4.061 m

Details

Beste Jahreszeit: März bis Mai
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    Der Gran Paradiso (4.061 m) ist der höchste Gipfel der Grajischen Alpen, zugleich der einzige 4000er und bis auf wenige Höhenmeter am Gipfelgrat mit Skiern besteigbar. Fasizination genug, um einer der beliebtesten Gipfel in diesem Massiv zu sein.

    Ein wunderbarer, nicht allzu schwieriger Skiviertausender im Aostatal. Ernst nehmen sollte man eine Besteigung dieses Gipfels allemal, einige Steilstufen im Aufstieg mit Skiern und die letzten Meter am Grat bis zum Gipfel erfordern sicheres Gehen mit Steigeisen, Schwindelfreiheit und die richtige Handhabung von Seil- und Sicherungstechnik.

    Aufstieg
    Vom Rifugio Vittorio Emanuele II geht es zunächst recht gemütlich in einer Querung ansteigend Richtung Norden auf einen Moränenrücken. Meist ist es ratsam, bereits von der Hütte mit Harscheisen zu starten, da hartgefrorene Abfahrtsspuren den ersten Kilometer nicht einfacher machen.

    Da relativ rasch vergletschertes Gelände erreicht wird, kann der Klettergurt ebenso in der noch warmen Hütte angelegt werden – die restliche Gletscherausrüstung hängt griffbereit am Gurt oder Rucksack. Am Rücken angelangt öffnet sich rechterhand in östlicher Richtung eine breite Senke in die je nach herrschenden Schneeverhältnissen gequert oder einige Meter abgefahren wird.

    Diese Senke entlang gehend führt der Anstieg zum Ghiacciao di Gran Paradiso. Nach etwa 1,5 km wird die Senke steiler und linker Hand wird eine Steilstufe hinauf zur Schiena d’Asino sichtbar. Man hält sich möglichst weit rechts und in Spitzkehren geht es nun bis zur Schiena d’Asino auf ca. 3.500 m.

    Dieser Teil des Anstiegs kann mitunter sehr fordernd sein – steil und hartgefroren oder von den Abfahrtsspuren glasig – zudem ragen am unteren Ende des Steilaufschwungs auch Felsen heraus. Solide und sichere Spitzkehrentechnik sind gefragt und Harscheisen machen das Ganze sicherer. Wer nicht 100%ig sicher ist, sollte die Ski auf den Rucksack schnallen und die ca. 150 steilsten Hm gleich mit Steigeisen aufsteigen.

    Einmal auf der Schulter angelangt sieht man im Norden den sehr markanten Gipfel der Grivola und die ersten Tourengeher, die den Anstieg vom Rifugio Federico Chabod gewählt haben, treffen ein.

    Weiter geht’s deutlich flacher in südöstlicher Richtung auf die Becca di Montcorvé (3.875.m). In diesem Teil des Anstiegs gibt es einige wenige, gut sichtbare und umgehbare Spalten, die bei guten Sichtverhältnissen keine allzu große Gefahr darstellen. Bei Nebel macht ein Seil allerdings Sinn.

    Die Becca di Montcorvé bietet eine phantastisches Panorama in Richtung Süden auf weitere Skiberge im Bereich des Rifugio Vittorio Emanuele II, die Tresenta (3.609 m), den Ciarforon (3.640 m) und die Becca di Monciair (3.544 m).

    Der letzte Teil des Anstiegs bis zum Skidepot führt über mäßig steiles Geländer wieder Richtung Norden. Angeseilt, mit Steigeisen und Pickel geht‘s, sich leicht links der Gratschneide haltend, wenige 100 m bis zur Madonnenstatue am Vorgipfel.

    Zum Hauptgipfel sind es dann noch einmal 20 – 25 m, dieser will aber mit Klettern (II) und ein wenig Luft unter dem Hintern (nach Süden hin bricht der Gipfelgrat steil zum Ghiacciaio della Tribulazione ab) verdient werden. Der Aufwand lohnt sich, meist sitzt man allein am Hauptgipfel.

    Die wichtigsten Infos in Kürze

    • Stützpunkt: Rifugio Vittorio Emanuele II (2.732 m), öffnet im Normalfall zur Karwoche
    • Höhenmeter Aufstieg Tag 2: 1.330 m
    • Höhenmeter Abfahrt: bis 2.100 m
    • Zeit Tag 2: je nach Verhältnissen und Andrang am Gipfelgrat gute 4,5 – 5,5 h zum Gipfel
    • Schlüsselstelle: Steilaufschwung auf die Shiena d’Asino und der Gipfelgrat
    • Ausrüstung: Standard-Gletscherausrüstung, Steigeisen, Pickel
    • Alternative Touren/Varianten: Col del Gran Paradiso,Tresenta, Ciarforon
    • Lokale Experten: Bergführerverband Valgrisenche, Loc. Capoluogo 25, 11010 Valgrisenche (AO), Tel. 0039 329 0857865, E-Mail: info@guidevalgrisenche.com; www.guidevalgrisenche.com
    • Beste Jahreszeit: März – Juni
    • Steilheit: bis 35°
    • Ausgesetztheit: Rutschwege nicht immer sanft auslaufend
    • Geländeform: überwiegend offene Hänge mit kurzen Steilstufen (Spitzkehren nötig)
    • Engpässe (in der Abfahrt): engpässe kurz und mäßig steil
    💡

    Obwohl technisch nicht allzu schwierig ist der Gran Paradiso eine recht ordentliche Skitour nicht zuletzt auch wegen seiner Höhe. Der obere Teil des Anstiegs ab der Schiena d’Asino ist sehr windexponiert und kann kältetechnisch daher zu einer großen Herausforderung werden.

    Da sehr beliebt, gibt es gerade an Wochenenden spätestens am Gipfelgrat meist ein ordentliches Gedränge – wer also auswählen kann, besteigt den Gran Paradiso an einem normalen Wochentag. 

    Anfahrt

    Über die A4 über Verona, Mailand und Ivrea ins Aostatal bis nach Villeneuve und dort abzweigend die SR23 im Val Savarenche bis Pont.

    Parkplatz

    Parkplatz in Pont (1960 m) am Ende der befahrbaren Straße des Val Savaranche.

    Öffentliche Verkehrsmittel

    Mit der Bahn nach Innsbruck. Weiter mit dem Linienbus Nr. 590 direkt zur Talstation Mutterberg. In der Hauptsaison (Anfang Oktober - Anfang Mai) können Fahrgäste mit Wintersportausrüstung die Busse zwischen Schönberg und Mutterbergalm kostenlos nutzen.

    Zustieg zum Rifugio Vittorio Emanuele.

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