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Wer ein paar einfache Dinge beim Wandern beachtet, ist sicherer unterwegs.
Foto: Unsplash | Thomas Galler
Wandern

9 Tipps für mehr Sicherheit beim Wandern

Anzeige • 26. Oktober 2021
von Veronika Habich

Wandern ist beliebt. Nicht zuletzt deshalb, weil im Prinzip jede(r) jederzeit die Wanderschuhe schnüren und losmarschieren kann, auch ohne umfassende Vorkenntnisse oder Tourenplanung. Doch wer in den Bergen und in der freien Natur unterwegs ist, bewegt sich fernab von Infrastruktur, oft im alpinen Gelände – und ist damit auch gewissen Gefahren ausgesetzt. Damit die Sicherheit bei Wandern nicht auf der Strecke bleibt, hier ein paar hilfreiche Tipps:

1. Nicht allein gehen

Manche Wanderer lieben es, solo unterwegs zu sein. Zum Abschalten mag das gut sein, vernünftig sind Alleingänge in den Bergen nur bedingt. Das merkt man spätestens, wenn’s mal nicht mehr weitergeht. Ob verletzt oder verstiegen, im Notfall ist es enorm hilfreich, wenn du jemanden hast, der dir zur Seite steht, Erste Hilfe leistet oder Unterstützung organisiert. Und auch bei der Orientierung ist es im Zweifelsfall gut, wenn vier oder mehr Augen auf die Karte und aufs Gelände schauen.

2. Daheimgebliebene informieren

In jedem Fall solltest du – und das gilt ganz besonders für Einzelgänger – immer mindestens ein oder zwei nahestehenden Personen daheim Bescheid geben, was du vorhast und in welchem Gebiet du unterwegs bist. Falls du einmal nicht wie vereinbart von einer Tour zurückkehrst, können Freunde und Familie so rasch reagieren und gegebenenfalls die Bergrettung alarmieren.

Im Notfall ist es wichtig, jemanden zur Seite zu haben, der oder die Erste Hilfe leisten oder Unterstützung organisieren kann.
Foto: RMBH | Stephan Zenz
Im Notfall ist es wichtig, jemanden zur Seite zu haben, der oder die Erste Hilfe leisten oder Unterstützung organisieren kann.
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3. Handy mitnehmen und Notrufnummern kennen

Damit du, falls nötig und möglich, selbst Hilfe anfordern und geortet werden kannst, solltest du immer ein geladenes Handy dabeihaben. Sofern du Empfang hast, kannst unter den folgenden Nummern einen alpinen Notruf machen:

  • Österreich: 140 – Bergrettung (in Vorarlberg auch: 144)
  • Schweiz: 1414 – Schweizerische Rettungsflugwacht REGA (wer mit der SIM-Karte eines nicht-schweizerischen Netzbetreibers telefoniert, wählt +41 333 333 333) / 144 – Bergrettung Wallis
  • Deutschland: 112 – Euronotruf (dieser verständigt dann die Bergrettung)
  • Italien: 118 – Bergrettung
  • Frankreich: 15 – Rettungsleitstelle Chamonix

Falls keine Funkverbindung besteht, wählst du die 112 (Euro-Notruf). An diese europaweite Nummer gehen auch Notrufe, die über die „Notruf-Funktion“ moderner Handys abgesetzt werden; sie funktionieren auch ohne Netz und sogar ohne SIM-Karte.

4. Touren gut auswählen und planen

Wer sich auf eine Wanderung begibt, sollte sich vorab immer fragen, ob er oder sie der Tour gewachsen ist – sowohl vom Können als auch von der Fitness. Denn wer sich überfordert, kann sich und andere unnötig in Gefahr bringen. Jede Tour will deshalb bewusst ausgewählt und geplant sein. Je entlegener und anspruchsvoller die Route, desto wichtiger ist es, mit der Wegführung vertraut zu sein, damit du gesund und sicher nach Hause kommst. Also: Karten, GPS etc. zur Orientierung verwenden. Der Sicherheit und der Natur zuliebe immer auf dem Weg bleiben. Und ganz wichtig: Umkehren ist jederzeit erlaubt.

Beim Wandern essenziell: Den Weg kennen und Kartenmaterial sowie Handy dabeihaben.
Foto: Unsplash | Patrick Schopflin
Beim Wandern essenziell: Den Weg kennen und Kartenmaterial sowie Handy dabeihaben.

5. Ins Gipfel- und/oder Hüttenbuch eintragen

Ein Eintrag im Gipfelbuch oder Hüttenbuch kann Leben retten. Denn beide können wichtige Hinweise bei der Suche nach Vermissten geben. Wenn ein Wanderer oder Bergsteiger sich ordnungsgemäß mit vollem Namen, Wohnort, Datum, Uhrzeit und geplanter Tour bzw. weiterem Ziel eingetragen hat, kann die Bergrettung im Fall der Fälle das Suchgebiet eingrenzen und die Person so schneller finden.

6. Beim Proviant nicht sparen

Beim Proviant solltest du nie sparen, auch wenn du eine Hütteneinkehr planst. Denn gerade, wenn auf dem Weg mal etwas dazwischenkommt und die Tour länger dauert als geplant, ist eine ausreichende, regelmäßige Energie- und Flüssigkeitszufuhr enorm wichtig, um leistungsfähig, klar im Kopf und gegebenenfalls auch warm zu bleiben. Ein paar extra Müsli- und Energieriegel im Rucksack sind daher immer eine gute Idee, und speziell im Frühjahr und Herbst ist es sinnvoll, einen warmen Tee einzupacken.

7. Auf Alkohol am Berg verzichten

So verlockend das Gipfelbier auch sein mag, beim Wandern lässt man lieber die Finger vom Alkohol. Denn auch wenn Bier grundsätzlich ein guter Mineralienlieferant ist – der Alkoholgehalt beeinflusst deine Konzentration und Kondition; damit steigt die Unfall- und Verletzungsgefahr. Wer auf einer Bergtour nicht auf sein Gipfelbier verzichten möchte, greift deshalb besser zu alkoholfreiem Bier. Auch auf den Hütten steht alkoholfreies Bier inzwischen selbstverständlich auf der Getränkekarte. Besonders oft findet man dort Edelweiss Alkoholfrei, das mit seinem vollmundigen, fruchtigen Weizenbiergeschmack viele Hüttenwirte und -gäste überzeugt. Die alkoholfreie Sorte des beliebtesten Weizenbiers Österreichs ist preisgekrönt – und ideal, um deinen Durst nach einer Wanderung zu löschen und dir neue Kraft zu geben.

Wohlverdient: ein alkoholfreies Bier am Gipfel oder auf der Hütte, z. B. ein Edelweiss Alkoholfrei.
Foto: RBMH | Stephan Zenz
Wohlverdient: ein alkoholfreies Bier am Gipfel oder auf der Hütte, z. B. ein Edelweiss Alkoholfrei.

8. Die richtige Ausrüstung dabeihaben

Auch die richtige Ausrüstung trägt entscheidend zu deiner Sicherheit bei. Neben Wanderschuhen mit gutem Grip und an die Verhältnisse und Jahreszeit angepasster Kleidung (Zwiebelprinzip!) sollte das Wichtigste in deinen Wanderrucksack passen: Wetter- und Kälteschutz, Sonnencreme, Kopfbedeckung, evtl. leichte Handschuhe, GPS-Gerät und Kartenmaterial, Handy, Erste-Hilfe-Set sowie Biwaksack und Stirnlampe, falls sich der Aufenthalt am Berg unerwartet in die Länge zieht. Stöcke können außerdem Sicherheit geben, insbesondere wenn rutschige Passagen und Schneefelder zu überqueren sind.

9. Verhältnisse sowie Wettervorhersage checken und beobachten

Beim Wandern bist du den Elementen voll ausgesetzt, daher solltest du nur bei guten Verhältnissen und entsprechender Wettervorhersage losgehen. Im Frühjahr und Herbst gilt es, die Schneelage im Auge zu behalten ­– in mittleren bis höheren Lagen kann es regelmäßig schneien. Im Sommer zählen Gewitter zu den größten Gefahren, weil sie Blitzschlaggefahr, Kälte (Risiko der Unterkühlung) und Nässe (Ausrutschgefahr) mit sich bringen. Egal, zu welcher Jahreszeit du wanderst, in den Bergen kann das Wetter schnell umschlagen. Deshalb immer den Wetterbericht checken und Informationen über die aktuellen Bedingungen vor Ort einholen, z. B. über die folgenden alpinen Auskunftsstellen:

  • Deutschland: Alpine Auskunft des DAV – +43 89 29 49 40
  • Österreich: Alpine Auskunft des OeAV – +43 512 58 78 28
  • Südtirol: Alpine Auskunft des AVS – +39 0471 99 99 55
  • Frankreich: Chamonix, Office de haute montagne – +33 450 53 22 08

Sollte sich das Wetter während der Tour negativ entwickeln, heißt es: abbrechen und sicher ins Tal absteigen.

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