
Steph Davis: „Einfachheit ist Freiheit“
Foto: Steph Davis
von Daniel Kubera
Wie ich mein Leben bis jetzt gelebt habe und dass ich meinen eigenen Weg durch diese Welt gefunden habe. Das war nicht immer leicht, ist aber sehr erfüllend.
Freiheit hatte bei mir immer oberste Priorität. Natürlich gibt es gewisse Einschränkungen, wie zum Beispiel die Schwerkraft. Ich bin gut darin, diese natürlichen Rahmenbedingungen zu akzeptieren. Und genau darum geht es beim Klettern, vor allem in den Bergen: die natürlichen Faktoren zu respektieren und zu lernen, sich mit ihnen zu arrangieren. Tiere haben das perfektioniert. Wir Menschen müssen das – je nachdem, wo wir leben – oft erst wiedererlernen.

Es war mir immer sehr wichtig, das Gefühl zu haben, dass ich meine eigenen Entscheidungen frei treffen kann – im Rahmen der natürlichen Einschränkungen. Ich habe großes Glück, diese Freiheit zu besitzen.
Es gibt vieles in unserem Leben, das wir uns nicht aussuchen können. Wir haben jedoch Einfluss darauf, wie wir uns fühlen. Ich weiß, das ist leicht gesagt und schwer in harten Zeiten umzusetzen. Aber je älter man wird, umso mehr versteht man, dass es am Ende des Tages nur darauf ankommt.
„Freiheit beruht auf Absichtlichkeit. Man muss verstehen, was einem wirklich wichtig ist, seine Entscheidungen dahingehend treffen und wahrhaftig schätzen, was man hat.“
Beim Klettern erreiche ich einen Flow-Zustand. Das ist ein großartiges Gefühl. Angst hindert dich daran, in den Flow zu kommen. Also muss man einen Weg finden, negative Emotionen auszublenden.

Je stressiger und komplizierter das Leben wird, umso unfreier fühlen wir uns. Deshalb bevorzuge ich einen gewissen Minimalismus. Wobei es immer eine Balance geben muss. Ich bin verheiratet, habe einen Hund und zwei Katzen. Ich habe ein enges Verhältnis mit meinem Bruder, meiner Nichte und meinen Neffen. Viele meiner Entscheidungen drehen sich also um meine Familie. Ich glaube, Freiheit beruht auf Absichtlichkeit. Man muss verstehen, was einem wirklich wichtig ist, seine Entscheidungen dahingehend treffen und wahrhaftig schätzen, was man hat.
Man kann alles tun, was man möchte – nur nicht auf einmal. Es gibt für alles im Leben die richtige Zeit. Man sollte lernen, das, was man gerade tut, voll und ganz zu genießen.
Mein Mann und ich bauen gerade mit der Hilfe von zwei Freunden ein Haus in Moab. Ich habe zwar schon kleinere Bauprojekte realisiert, aber das ist nochmal ein ganz neues Level – ein großes Abenteuer, in dem wir ständig dazulernen. Deswegen trainiere ich aktuell „nur“ auf meinem Grasshopper- und Moonboard. Zu mehr komme ich gerade nicht. Aber ich freue mich auf viele Abenteuer, wenn das Haus im Herbst dann steht.

Lass dich inspirieren

Lass dich inspirieren

Lass dich inspirieren
Thomas Bubendorfer: „Beim Klettern hat alles seine Zeit, seinen Platz“