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Berge und ihre Geschichten

4 Hütten und ihre Hausberg-Sagen

Österreich von oben • 16. März 2017
2 Min. Lesezeit
von Christina Geyer

Fast jeder Berg hat seine Geschichte: An der Schnittstelle von Mythos und Wirklichkeit entstehen Sagen, die mitunter fester Bestandteil ganzer Regionen geworden sind. Wir haben für euch vier besonders abenteuerliche Geschichten zusammengesucht – samt nahe gelegener Hütten, damit ihr die Märchen abends mit dem Wirten diskutieren könnt.

Hütten und ihre Hausberge: 4 Sagen
Foto: Mauritius/Trigger Image
An der Schnittstelle von Mythos und Wirklichkeit: Fast jeder Berg hat seine Geschichte
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1. Zittauer Hütte – Reichenspitze

Zillertaler Alpen/Salzburg

Reichenspitze, Kuchelmooskopf und Richterspitze - Drei grandiose Gipfel in den Zillertaler Alpen in Tirol: Die Tour wird am besten in zwei Tagen ­aufgestiegen um einen zeitigen Aufbruch für die anspruchsvolle Hochtour von der Plauener Hütte auf drei 3.000er zu ermöglichen. Unterschiedliche alpine Herausforderungen, von leichter Kletterei über Gletscherquerungen, warten auf den drei Gipfeln der Reichenspitze (3.303 m), dem Kuchelmooskopf (3.214 m) oder der Richterspitze (3.052 m). Eine wunderschöne Hochtour mit einer grandiosen Bergkulisse in der Tiroler Tourismusregion Mayrhofen.
10 h, 16,3 km 

Zittauer Hütte
Foto: Irene Nussbaumer
Die Zittauer Hütte in den Zillertaler Alpen

Die Zittauer Hütte ist idealer Ausgangspunkt für diverse Gipfeltouren – unter anderem zur ganzjährig von Schnee bedeckten Reichenspitze (3.303 m), einem sagenumwobenen Berg, der einige geheime Höhlen beherbergen soll. Das Pikante daran: Darin sollen sich wertvolle Edelsteine und kostbare Metalle befinden. Wer zu den Höhlen vorstößt, darf vom Schatz mitnehmen, soviel er tragen kann. Einzig: Seine Seele wird nach dem Tod keine Ruhe finden, denn sie ist dazu verdammt, die Höhle und ihre Schätze zu hüten.

Ein Bauer will diese Geschichte bestätigen können und seinen verstorbenen Nachbarn auf die Reichenspitze steigen gesehen haben. Er soll nur wenige Jahre zuvor auf rätselhafte Art und Weise über Nacht zu beachtlichem Reichtum gekommen sein...

2. Dachstein-Südwand Hütte – Dachstein

Dachsteingebirge/Steiermark

Das Dachsteingebirge

Bevor der Dachstein (2.995 m) vergletscherte, sollen seine Mulden mit Butter aufgefüllt und die ansässigen Höfe mit Käse gepflastert worden sein. Verwöhnt von der Fruchtbarkeit ihrer Region, sollen die Bauern gar in Milch gebadet haben. Der Sage nach hat Gott die Maßlosigkeit schließlich gnadenlos bestraft und dem Überfluss mit einem ungeheuren Unwetter ein Ende bereitet.

Erst schickte er ein Gewitter über den Dachstein herein, es folgten Hagel und Schnee – bis schließlich Lawinen losbrachen und alles Leben unter sich begruben. Käsewege und Buttermulden sucht man mittlerweile zwar vergeblich, der Gletscher aber besticht heute noch durch seine Schönheit – ganz gleich, ob sein Ursprung nun in einer Strafe liegt oder nicht.

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3. Watzmannhaus – Watzmann

Berchtesgadener Alpen/Bayern

Watzmannhaus in den Berchtesgadener Alpen
Foto: Admin-Team München und Oberland
Das Watzmannhaus in den Berchtesgadener Alpen

Der Watzmann (2.713 m): ein steinernes Andenken an den grausamen König Watzmann und seine Familie. Viele Mythen ranken sich um den berüchtigten Gebirgsstock und erzählen von den Gräueltaten des Königs, der Blut aus den Brüsten seiner Mutter getrunken haben soll und dessen Leidenschaft einzig der brutalen Jagd galt. Gleich und gleich gesellt sich gern – und so soll der König eine ebenso brutale wie durchtriebene Frau geehelicht haben.

Nachdem die Hunde des Königs unter dessen Duldung eine Hirtenfamilie zu Tode gebissen hatten, entsandte Gott endlich seine Strafe und soll den König samt seiner Familie zu Stein verwandelt haben. Die Mittelspitze des Watzmanns (2.713 m) soll der König Watzmann selbst sein, der Kleine Watzmann (2.307 m) seine Frau – die von den beiden eingerahmten kleineren Gipfel ihre Kinder. Es bleibt zu hoffen, dass die grausamen Königsleute nicht wieder aus ihrer steinernen Starre erwachen...

4. Stöhrhaus – Untersberg

Berchtesgadener Alpen/Bayern

Hochthron
Foto: Naturfreunde
Blick auf den Hochthron: Hier irgendwo soll ein König ruhen...

Eine weitere Sage kreist um das Untersberger-Massiv: Hier sollen – je nach Version – entweder Karl der Große oder Friedrich I ruhen. Welcher Kaiser letztlich auch gemeint ist: Er soll für jeweils 100 Jahre im Untersberg schlafen, umsorgt von treu ergebenen Zwergen, den „Untersberger Mandln“. Solange Raben um das Bergmassiv kreisen, bleibt dem Kaiser seine Auferstehung verwehrt – auf die er ohnehin nur alle 100 Jahre eine Chance hat.

Alle Spielarten der Sage sind sich darin einig, dass mit der Auferstehung des Königs auch das Ende der Welt anbricht und eine letzte große Schlacht das Schicksal der Menschheit besiegelt. Noch aber braucht man sich vor diesem Szenario nicht zu schrecken: Die Raben kreisen nach wie vor zahlreich um den Untersberg.

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