Hütten-Know-How

4 Unterkunftsformen im Gebirge

Wissenswertes • 23. Oktober 2017

Biwak, bewirtschaftete Hütte, Selbstversorgerhütte, Alm: Nicht immer sind die Unterschiede klar. Wir geben euch einen Überblick zu den verschiedenen Unterkunftsformen im Gebirge.


1. Die bewirtschaftete Hütte


Pinzgauer Hütte in Salzburg
Foto: Naturfreunde
Die Pinzgauer Hütte (1.700 m) in Salzburg

Bewirtschaftete Berghütten werden – wie der Name schon vermuten lässt – von einem Hüttenwirt bewirtschaftet. Das heißt: Jemand ist vor Ort, der sich um die Abwicklung kümmert. Auf einer bewirtschafteten Hütte wird man auch kulinarisch versorgt. Je nach Größe und Lage der Hütte kann die Speisekarte beachtlich lang ausfallen oder nur aus ein bis zwei Speisen bestehen. Auf bewirtschafteten Hütten kann man gegen Voranmeldung auch übernachten. Schutzhäuser alpiner Vereine müssen darüber hinaus – anders als private Hütten – mit einem Winterraum ausgestattet sein. Bewirtschaftete Hütten gehören entweder einem alpinen Verein, einer Privatperson oder dem Staat beziehungsweise Bundesland.

Gut zu wissen: In Italien heißt die Schutzhütte „Rifugio“, in Frankreich „Rèfuge“, in den ladinischen Tälern Südtirols „Utia“ und im Engadin „Chamanna“.


2. Die Alm


Die Ebenforstalm in Oberösterreich
Foto: Robert Maybach
Die Ebenforstalm (1.105 m) in Oberösterreich

Als Alm (oder Alp) bezeichnet man ein Gebiet, das über die Sommermonate für Tiere zum Weiden oder zum Heuen genutzt wird. Im allgemeinen Verständnis hat sich der Begriff als Bezeichnung für eine bewirtschaftete Almhütte durchgesetzt. Eine solche dient den Viehhirten (Sennern) während der Betreuung ihrer weidenden Tiere als Unterkunft. Einige dieser Almhütten stehen Besuchern offen. Angeboten werden dort in der Regel kulinarische Produkte aus eigenem Erzeugnis. Klassiker sind unter anderem frische Buttermilch mit Preiselbeeren und hauseigener Käse mit selbstgebackenem Brot.


3. Die Selbstversorgerhütte


Petzhütte in der Steiermark
Foto: Doris Wenischnigger
Die Petzhütte (1.620 m) in der Steiermark

Selbstversorgerhütten sind nicht bewirtschaftete Unterkünfte am Berg. Das heißt: Für Essen und Trinken muss man selbst Sorge tragen. Aber auch hier gilt es im Vorfeld zu reservieren, um sicherzustellen, dass beim Eintreffen die gewünschte Anzahl an Schlafplätzen verfügbar ist. Für einige Selbstversorgerhütten gibt es Online-Belegungspläne, wo man direkt einsehen kann, wie es um die Auslastung bestellt ist. Die hüttenbesitzende Sektion der alpinen Vereine oder der private Besitzer der Selbstversorgerhütte stellen weitere Informationen rund um den Nächtigungspreis, die Ausstattung und den Erhalt des Schlüssels zur Verfügung.


4. Das Biwak


Das Fleischer-Biwak in der Steiermark
Foto: Sektion Voisthaler
Das Fleischer-Biwak (2.153 m) in der Steiermark

Als Biwak wird eine spartanisch ausgestattete Unterkunft im Hochgebirge bezeichnet. An sich steht das Biwak für eine Notunterkunft. Biwakieren meint somit auch das Übernachten unter freiem Himmel im Biwaksack oder auf einer Isomatte mit Schlafsack.  Biwakschachteln hingegen sind frei zugängliche Unterkünfte, die stets ohne Voranmeldung genutzt werden können.

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