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Ab ins Wasser

11 Wildbadeplätze in den Bergen

Es gibt Orte, wo man bequemer zum Wasser kommt. Aber ganz ehrlich: Es gibt nichts Schöneres, als mitten in der Natur zu schwimmen. Elf Geheimtipps zum Wildbaden in den Alpen.

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Foto: Gregor Kuntscher
In der Natur gibt es viele schöne Plätze am Wasser. So wie hier im Höllental im südlichen Niederösterreich.
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1. Höllental, Niederösterreich

Das Höllental ist nicht sehr weit von Wien entfernt, und doch kann man sich nach der schnellen Anreise kaum vorstellen, dass man sich kurz vorher noch durch die Hitze der Großstadt geschleppt hat. Alle paar hundert Meter sehen die Schwarza und ihre Umgebung ganz anders aus. Mal reicht eine kleine Wiese bis zum Wasser, mal wird das Tal zu einer engen Schlucht, vereinzelt gibt es sogar kleine Sandbuchten, manchmal Kiesstrände.

  • Lage: im südlichen Niederösterreich bei Reichenau an der Rax

  • Hinkommen: mit dem Auto direkt ins Tal, zahlreiche Parkmöglichkeiten entlang der Straße; vom Bahnhof Payerbach/Reichenau führt ein Regionalbus ins Höllental

  • Wassertemperatur: an guten Tagen bis zu 16 Grad

  • Besonderheit: spektakuläre, abwechslungsreiche Schluchtenlandschaft, eine Autostunde von Wien entfernt

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Foto: Gregor Kuntscher
Unweit von Wien findet man in der Schwarza im südlichen Niederösterreich Erfrischung an heißen Tagen.

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2. Taugl, Salzburg

Nicht immer liegen die schönsten Naturbadeplätze am anderen Ende der Welt. Die Taugl in Salzburg ist so ein Fall. Der Gebirgsbach bei Bad Vigaun, ein paar Kilometer südöstlich von Hallein, hat über die Jahrtausende spektakuläre Schluchten in die Landschaft gespült. Besonders im Oberlauf des Flusses sind so einige schöne Badeplätze entstanden. Hier gibt es auch mehrere tiefere Becken. Auf den abgeschliffenen Steinplatten rundherum können Besucherinnen und Besucher sich ausbreiten.

An ein paar Stellen ist das Wasser tief genug, um von den Felsen reinzuspringen. In den Sommermonaten kann an Wochenenden nahe der Römerbrücke einiges los sein. Ein Stück flussaufwärts werden die Schluchten enger und die Badegäste weniger.

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  • Lage: bei Bad Vigaun, südlich von Hallein

  • Hinkommen: mit Zug oder S-Bahn nach Hallein, von dort mit dem Bus zur Station Bad Vigaun Tauglmühle; mit dem Auto von Salzburg in 30 Minuten

  • Wassertemperatur: 18 Grad im Sommer

  • Besonderheit: angrenzendes Naturschutz­ gebiet mit Themenwanderweg

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Foto: Peter Podpera
Etwas unterhalb der ältesten Brücke Salzburgs, zwischen den Orten Bad Vigaun und Kuchl, befindet sich das Naturbad Taugl.

3. Stuibenfälle, Tirol

Es nicht ganz leicht, entlang der Stuibenfälle den perfekten Platz zu finden, um ins herrlich klare Gebirgswasser zu springen. Aber das ist ein Luxusproblem, denn hier gibt es nun einmal wirklich viele Möglichkeiten. Entlang des Baches reiht sich zwischen Felsen und kleinen Wasserfällen eine Gumpe an die nächste. An einigen Stellen kann man aus mehreren Metern Höhe von Felsen ins Wasser hüpfen.

Von Reutte aus führt der Hermannsteig den Bach entlang und weiter bis zum Plansee, in dem man übrigens auch wunderbar schwimmen kann.

  • Lage: östlich von Reutte

  • Hinkommen: mit dem Zug oder Bus nach Reutte; mit dem Auto zum Parkplatz beim E­-Werk Breitenwang, dort beginnt der Wanderweg

  • Wassertemperatur: 16 Grad im Sommer

  • Besonderheit: alles da – Felsen, Kaskaden, Wasser­fälle mit schönen Becken

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Foto: TVB Naturparkregion Reutte/Fotostudiorene
Entlang des Bachs gibt es viele Möglichkeiten, um ins klare Gebirgswasser zu springen.
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4. Feichtauseen, Oberösterreich

Wer die Feichtauseen in ihrer ganzen Pracht sehen will, muss sich schon ein bisschen an­strengen. Der Aufstieg auf das Nockkar lohnt sich allerdings, denn am schönsten sehen die beiden smaragdfarbenen Bergseen im Natio­nalpark Kalkalpen von oben aus.

Schwimmen kann man sowohl im Großen als auch im Kleinen Feichtausee, wobei Letzte­rer einen Tick wärmer ist. Aber dass das Was­ser generell eher frisch ist, macht nach einer der zahlreichen, unterschiedlich anstrengen­ den Wandertouren überhaupt nichts.

  • Lage: im Nationalpark Kalkalpen

  • Hinkommen: mit dem Auto zum Truppenübungsplatz Molln, dann 2,5 Stunden Richtung Feichtaualm wandern

  • Wassertemperatur: auch im Sommer mehr als erfrischend

  • Besonderheit: nach der Wanderung ins eiskalte Wasser abtauchen

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Foto: Adobe Stock/Wolfgang
Nach dem Aufstieg auf das Nockkar kann man sich in den Feichtauseen abkühlen.

5. Salza-Stausee, Steiermark

Ein Stück südlich von Bad Mitterndorf, zwischen dem Kemetgebirge und den Ausläufern des Grimming, wird die Salza breiter und schließlich zum Salza-Stausee. Der wurde 1947 auf einer Länge von fünf Kilometern angelegt. Und wäre da nicht die Staumauer an seinem Ende, würde man nicht auf die Idee kommen, dass der See ein künstlich angelegtes Gewässer ist. An einigen Stellen könnte man glatt meinen, dass man an einem norwegischen Fjord unterwegs ist. Es gibt rund um den See viele Wege ins Wasser. An der Nordseite kann man sich aber auch einfach ein Boot ausleihen, damit rausfahren und dann in den wilden Stausee hüpfen.

  • Lage: bei Bad Mitterndorf im Ausseerland

  • Hinkommen: mit dem Zug nach Bad Mitterndorf; mit dem Auto zum Nordufer – und los geht’s

  • Wassertemperatur: 20 Grad

  • Besonderheit: ein künstlich angelegtes Gewässer, das aussieht wie ein Bergsee in Kanada

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Foto: Adobe Stock/MioKenny
Die Salza-Stauseen erinnern ein wenig an einen norwegischen Fjord.

6. Eschenlainetal, Bayern

In das Tal zwischen Walchensee und Eschen­lohe kommt man entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Bis man von Einsiedl am Wal­chensee zu den ersten guten Badeplätzen an der Eschenlaine kommt, dauert es zwar etwas mehr als eine Stunde, aber das zahlt sich aus. Denn dort gibt es einige Becken, die teilweise tief genug sind, dass man von umliegenden Felsen aus reinspringen kann.

Man muss hier aber nicht gleich sein Quar­tier aufschlagen, denn auch über den restlichen Bachverlauf bis Eschenlohe gibt es immer wieder schöne Stellen mit Wasserzugang. Vor allem wenn man mit Kindern unterwegs ist, zahlt es sich aus, noch ein Stück weiterzu­gehen und in einem der flacheren Bereiche zu baden.

  • Lage: zwischen Walchensee und Eschen­lohe in den Bayerischen Voralpen

  • Hinkommen: von Einsiedl oder Eschen­lohe zu Fuß oder mit dem Rad

  • Wassertemperatur: bis zu 18 Grad

  • Besonderheit: eine Menge unterschied­ licher Zugänge zum Wasser

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Foto: Adobe Stock/Fotolla
Tiefe Becken zum Reinspringen oder flache Stellen fürs Baden mit Kindern: an der Eschenlaine findet man beides.

7. Felsenbad Faistenau, Salzburg

Es gibt eine gute Nachricht für alle, die sich seit ihrem letzten Korsika-Urlaub nach den herrlichen Flussbädern auf der Insel sehnen: So etwas gibt es auch in Österreich – zum Beispiel in der Region Fuschl in Salzburg. Das Felsenbad Faistenau liegt im Zuflussbereich des Stausees Strüblweiher.

Entlang der größeren und kleineren Becken gibt es viele Möglichkeiten, ins Wasser zu gehen. Auf den Felsterrassen oder schön schattig am Waldrand können Besucherinnen und Besucher es sich bequem machen. Alle, die sich mit dem Felsenbad belohnen wollen, können vorher wandern. Vom Kugelberg-Rundwanderweg, der in Faistenau startet, kann man bequem zum Bad abzweigen und sich dort in die Gumpen schmeißen, bevor es wieder zurück geht.

  • Lage: im Flachgau südwestlich des Fuschlsees

  • Hinkommen: von Salzburg aus etwas mehr als 30 Minuten mit dem Auto oder rund 40 Minuten mit dem Bus

  • Wassertemperatur: 19 Grad

  • Besonderheit: Baden in Gumpen wie auf Korsika

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Foto: Peter Podpera
Die Felsterrassen und der schattige Waldrand im Felsenbad laden zum Verweilen ein.

8. Erlaufschlucht, Niederösterreich

In der Erlaufschlucht hat es an vielen Stellen etwas von Dschungel. Die Ufer der Erlauf sind dicht bewachsen, alles ist sattgrün und Äste wuchern über den Fluss. Wenn es im Sommer heiß ist, wird die Luft hier schon mal richtig feucht. Aber das macht nichts, weil man entlang des Weges, der durch die Schlucht im Mostviertel führt, an mehreren Stellen wunderbar baden kann. Okay, beim Start in Purgstall ist es nicht ganz leicht, sich das vorzustellen. Denn los geht es beim Parkplatz vor dem Bowlingcenter. Aber schon nach wenigen Metern ist man mitten in der Natur. An beiden Ufern führt ein Weg durch die Schlucht, am linken Ufer gibt es in der Nähe der Romantikbrücke ein Seil, mit dem man sich ins Wasser schwingen kann.

  • Lage: mitten im Mostviertel nördlich von Scheibbs

  • Hinkommen: mit dem Zug oder Auto nach Purgstall, dann auf den Wanderweg entlang der Erlauf

  • Wassertemperatur: 17 Grad

  • Besonderheit: einige Bade­plätze entlang eines ge­mütlichen 11 Kilometer lan­gen Rundwanderweges

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Foto: mauritius images/Volker Preusser
Entlang der Erlaufschlucht im Mostviertel kann man an mehreren Stellen wunderbar baden.

9. Seewaldsee, Vorarlberg

Für Familien, die gerne wildbaden gehen möchten, aber trotzdem ein wenig Infrastruktur schätzen, ist der Seewaldsee im Großen Walsertal eine gute Wahl. Das Auto muss man in Fontanella Säge stehen lassen und einen halbstündigen Spaziergang zum See zurücklegen. Wer viel zu tragen hat, kann aber mit dem kleinen Bummelzug von hier zum See hinauffahren.

Rund um den kleinen See ist viel Platz zum Liegen und Spielen, er ist nämlich von grünen Almwiesen umgeben. Dort stehen auf einer Seite des Sees das Gasthaus Seewaldsee, auf der anderen das Seestüble – Essen mitzunehmen kann man sich also getrost sparen.

  • Lage: auf 1.200 Meter Höhe im Großen Walsertal, 30 Kilometer von Bludenz entfernt

  • Hinkommen: von Fontanella Säge in 30 Minuten zu Fuß oder mehrmals täglich mit dem Bummelzug

  • Wassertemperatur: bis zu 24 Grad im Sommer

  • Besonderheit: perfekt für Familien

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Foto: Carlos Blanchard
Der Seewaldsee liegt inmitten grüner Almwiesen im Herzen Vorarlbergs.

10. Isar, Bayern und Tirol

Ist es heiß, pilgert halb München an die Isar, um beim Sprung ins klare Wasser wieder einen kühlen Kopf zu bekommen. Wer auf mehr Einsamkeit steht, folgt dem Fluss besser in Richtung seines Ursprungs im Tiroler Karwendel. Je weiter man ins Hinterautal vorstößt, desto eher hat man die weitläufigen Kiesbänke und den verzweigten Flusslauf der Isar ganz für sich allein.

Aber Achtung: die Strömung der Isar kann stark sein, deshalb sollte man fürs Baden lieber in den seichten Bereichen bleiben.

  • Lage: Die Isar fließt auf fast 300 Kilometern vom Tiroler Karwendel bis in die Donau. Mögliche Badestellen gibt es also genug. Besonders schön: das Hinterautal, wo man nur zu Fuß oder mit dem Rad hingelangt.

  • Hinkommen: Zwischen Mittenwald und Scharnitz verläuft die B2 direkt neben der Isar. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann weiter bis zum Isarursprung radeln.

  • Wassertemperatur: erfrischende 17 Grad

  • Besonderheit: Breite Schotterbänke und blitzblaues Wasser

Isar
Foto: Mirco Taliercio
Isar

11. Seealpsee, Appenzell Innerrhoden

Zugegeben, Geheimtipp ist der Seealpsee an sich keiner. Spätestens, seitdem das Magazin „National Geographic“ das Berggasthaus Äscher zu einem der 10 Orte der Welt gekürt hat, die man gesehen haben muss, ist der Wanderweg dorthin gut besucht. Im See selbst ist man hingegen meist allein – bloß als Fotomotiv muss man vielleicht herhalten.

  • Lage: Der Seealpsee liegt auf 1.141 Metern im Alpsteingebiet

  • Hinkommen: Mit der Appenzeller Bahn bis Wasserauen, von dort führt ein gemütlicher Wanderweg in etwa einer Stunde zum See

  • Wassertemperatur: wie es sich für einen Bergsee gehört: kalt, um die 15 Grad

  • Besonderheit: am Weg zum Seealpsee duckt sich das Berggasthaus Äscher an die Felsen – ein beliebtes Fotomotiv

Seealpsee
Foto: Martin Schachenhofer
Seealpsee

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