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Höchster Berg Österreichs

10 Dinge, die du vor einer Besteigung des Großglockners wissen solltest

21. März 2024
2 Min. Lesezeit
von Klaus Haselböck

Mit 3.798 Meter ist er der höchste Berg Österreichs, mit der höchsten Hütte und am Gipfel dem höchsten Kunstwerk Österreichs, dazu ein gutes Dutzend an Routen, die inmitten des größten Nationalparks der Alpen ganz hinaufführen: Der Großglockner steckt voller Superlative. Das sollte man wissen, bevor es losgeht.

Großglockner Hochalpenstraße
Foto: Adobe Stock / serkat Photography
Bei der Fahrt über die Hochalpenstraße kann man den Großglockner auch ohne körperliche Anstrengung bewundern – macht aber nur halb so viel Spaß.
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1. Bin ich fit für den Großglockner?

Schwer zu sagen: Durchschnittlich trainierte Berg-Rookies, die gut steigen können, genießen die Tour, während Top-Sportler ohne Trittsicherheit hart am Limit sein können. Sich geschickt bewegen zu können und nervenstark zu sein, ist genauso wichtig wie eine gute Kondition. Denn geschenkt bekommt man den Berg nicht.

2. Führt ein Klettersteig auf den Gipfel des Großglockners?

Nein, es sind zwar Taue verlegt und es gibt etwa Stangen zum Sichern. Trotzdem ist der Weg zum Gipfel keine Klettersteig-Tour oder eine Wanderung, sondern eine ernsthafte Hochtour, bei der man spätestens ab der Erzherzog-Johann-Hütte (der höchsten Hütte Österreichs) mit Seil, Klettergurt und Steigeisen im Schnee und im Fels unterwegs ist.

3. Sind am Großglockner nicht die Horden unterwegs?

Klar, der Glockner ist ein besonderes Ziel und – zu Recht – sehr beliebt. Für eine tolle Bergtour ist stets das richtige Timing entscheidend: Wer Ende Juni oder im September und bevorzugt unter der Woche unterwegs ist, bzw. dann losgeht, wenn nicht alle starten, wird es am Glockner ruhiger und vielleicht sogar den Gipfel für sich haben.

Großglockner in Österreich, Nationalpark Hohe Tauern
Foto: Adobe Stock / Gerold H. Waldhart
Der Großglockner im Nationalpark Hohe Tauern ist ein begehrter Berg, dementsprechend viel ist auf seinem Gipfel los.

4. Brauche ich einen Bergführer für den Großglockner?

Das hängt vom eigenen Können ab. Überlässt man die Tourenplanung und das Risikomanagement von Gletscher-Querungen bis zum Felsklettern lieber den Profis aus Kals und Heiligenblut, so erhöht man die eigene Sicherheit und kann den Berg deutlich mehr genießen.

5. Wie viel soll ich an Essen und Trinken mitnehmen?

Am Großglockner ist die Dichte an Berghütten mit schmackhafter Küche hoch und die Wege dazwischen kaum weiter als – maximal vier–  Stunden. Dementsprechend reichen eine kleine Jause und etwas Flüssigkeit im Rucksack (den man ohnehin kompakt halten sollte), um gut von Tisch zu Tisch zu kommen.

6. Kann ich auch bei Schnee auf den Großglockner?

Frischer Schnee in Maßen ist am Glockner prinzipiell kein Nachteil und im Sommer auch nichts Ungewöhnliches. Manchmal erleichtert eine Auflage sogar das Steigen. Viel problematischer ist hingegen eine Wetter-Prognose mit starkem Wind, Gewitter oder zähem Nebel. Dann heißt es meist unten bleiben.

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Großglockner Ansicht vom Lucknerhaus
Foto: Peter Podpera
Ein wenig Schnee ist keine Seltenheit am Großglockner. Am besten, man erkundigt sich bei Experten vor Ort, ob die Bedingungen eine Besteigung zulassen.

7. Welche Route soll ich auf den Großglockner nehmen?

Der Normalweg vom Lucknerhaus in Kals ist der kürzeste und einfachste Weg. Kletterer nehmen den begehrten Stüdlgrat, den schwereren Nordwestgrat, den einsamen Meletzkigrat oder die spektakuläre Glocknerwand, während Profis gerne im Spät-Winter die Mayerlrampe, die bekannteste Eistour des Großglockners, machen.

8. Ist es am Großglockner nicht auch im Sommer bitterkalt?

Nicht unbedingt. Im August können am Gipfel T-Shirt-Temperaturen herrschen oder kalte Winde wehen. Deutlich kühler als im Tal ist es definitiv. Neben Steigeisen, Helm, Klettergurt, Pickel oder Skistock braucht es auch eine Windbreaker, Handschuhe, Mütze, Unterwäsche und eine leichte Wärmejacke, um sich an die jeweilige Wetter-Situation anpassen zu können.

9. Wie komme ich mit der dünnen Luft zurecht?

Man sollte großzügig planen und zumindest eine Nacht in der Region verbringen. Noch besser ist es, vor dem Glockner einen einfacheren Dreitausender wie das Böse Weibele zu besteigen. Unterwegs geht man langsam, atmet ruhig und trinkt viel. Dann wird man beim Gipfelkreuz, dem höchsten Kunstwerk Österreichs, an dem breiten Grinsen zu erkennen sein.

10. Gibt es für den Großglockner noch einen Geheimtipp?

In der Früh vom Lucknerhaus zur Erzherzog-Johann-Hütte los und – ganz flexibel – noch am selben Tag oder am nächsten Vormittag auf den Gipfel. Hinunter geht es deutlich einsamer und wunderschön über die Hohenwartscharte und die Salmhütte zurück zum Startpunkt. Den Berg hat man dann in ganz unterschiedlichen Perspektiven erlebt. Nicht weitersagen!

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