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Auf den Dreisessel

Auf den Dreisessel

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Tourdaten

Sportart
Winterwandern

Anspruch
WT1 leicht
Dauer
2:00 h
Länge
7,5 km
Aufstieg
200 hm
Abstieg
200 hm
Max. Höhe
1.107 m

Details

Beste Jahreszeit: Januar bis Februar
Dezember
  • Einkehrmöglichkeit
  • Familientour
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Wenn es einen Gipfel im Bayerischen Wald gibt, der alle anderen an Bekanntheit übertrifft, dann ist das der Dreisessel. Auch wenn er im Vergleich mit dem Mount Everst vom Bayerischen Wald – dem Großen Arber – etwas niedriger ausfällt, der Dreisesselfelsen mit seiner bizarren Form bleibt in Erinnerung. Oben auf dem Berg befindet sich ein wunderbarer Berggasthof und wenn genügend Schnee liegt, brettert mancher Wanderer mit dem Schlitten zurück zum Start.

„Waldwoge steht hinter Waldwoge, bis eine die letzte ist, die den Himmel schneidet" schrieb der österreichische Schriftsteller Adalbert Stifter in „Der Hochwald“ über den Dreisessel. Beide, Dichter und Berg, gehören zusammen wie Stan und Olli, Reinhold Messner und Yeti oder Niki Lauda und James Hunt.

Fasziniert ist Stifter von diesem Berg gewesen, in dessen Nähe drei Länder zusammentreffen: Österreich (Mühlviertel), die Tschechische Republik (Böhmerwald, Nationalpark Šumava) und Deutschland. Wie eng alles geographisch in dieser Ecke vom Bayerischen Wald beieinander liegt, zeigt die Grenze zur Tschechischen Republik: Sie verläuft über diesen Berg.

Im Winter ist der Dreisessel ein beliebtes Ziel: Mit Schneeschuhen oder Langlaufski kommen die meist Einheimischen herauf. Schon Adalbert Stifter schrieb im Roman „Witiko“ und „Aus dem baierischen Walde“ wie populär zu seiner Zeit der Dreisessel bei den Wanderern gewesen ist.

Alle, denen nach einer mittelschweren Winterwanderung mit spektakulärem Ziel ist, gehen am Dreisessel Parkplatz los. Verlaufen ist bei diesem Weg ausgeschlossen und das GPS darf ausbleiben. Stetig geht es die nächsten vier Kilometer bergauf durch den dichten Wald.

Alle, die eine flotte, sportlich gepflegte Schlittenabfahrt lieben, nehmen eine Rodel mit hinauf zum Dreisessel. Oben angekommen fällt sofort der urige Berggasthof auf. Doch bevor dort die Winterwanderer einkehren, lohnt es sich zum eigentlichen Gipfe,l dem Hochstein, weiterzugehen.

Was hier sofort auffällt, sind die kahlen Stämme. Wie am Lusen oder auf der Rachel zerstörten die Borkenkäfer hier die Bäume. Seit 1995, so Experten, hat der nur acht Millimeter kleine Schädling etwa 5.000 Hektar Wald im Nationalpark Bayerischer Wald vernichtet. Das entspricht über 7.000 Fußballfelder!

Zum Konzept des Nationalparks gehört es, den Wald in Ruhe zu lassen. Aus diesem Grund gab es keine Maßnahmen, wie das von manchen geforderte Gift, in den Naturzonen. Lediglich am Rand fällten die Forstleute Bäume, in denen sich der Borkenkäfer eingenistet hatte. Das Ergebnis: Der Befall ging deutlich zurück und der Bayerische Wald erholt sich von dieser Plage!

Vom Hochstein reicht, wenn günstige Wetterverhältnisse herrschen, der Blick bis zu den Alpen. Ein knapper halber Kilometer ist es vom Dreisesselgipfel zu der Felsformation, die dem Berg seinen Namen gab. Diese markante Granitformation befindet sich beim Berggasthof. Bereits 1888 gab es hier eine Schutzhütte vom Bayerischen Waldverein. Nach dieser Wanderung kommt eine deftige Einkehr gerade recht.

Wer mit dem Schlitten auf den Dreisessel gewandert ist, der darf sich nun auf eine flotte Abfahrt freuen. Mit ordentlich Schwung beginnt die rasante Rückfahrt zum Parkplatz Dreisessel. Wie schrieb Adalbert Stifter so treffend: "Waldwoge steht hinter Waldwoge, bis eine die letzte ist, die den Himmel schneidet"

Alle anderen wandern auf dem gleichen Weg zurück.

💡

Es lohnt sich noch ein Abstecher zur Bischof-Neumann-Kapelle. Dieser katholische Heilige stammte aus dem Böhmerwald und missionierte in den USA. Auch Kaiser Franz Joseph von Österreich wandte sich bittend an den Papst, um Johann Nepomuk Neumann selig zu sprechen.

Während des Kommunismus in der damaligen CSSR, sprach im Jahr 1977 Papst Paul VI den Bischof Neumann heilig. In seiner Heimat ist eine Verehrung des Heiligen zu diesem Zeitpunkt unmöglich gewesen. Pragmatisch wie die Menschen im Böhmer- und Bayerischen Wald nun mal sind, errichteten Sie die Kapelle zu Ehren vom heiligen Bischof Neumann kurz hinter der Grenze im sicheren Bayern.

Anfahrt

Auf der A3 Richtung Passau fahren. Die Ausfahrt Aicha vorm Wald nehmen. Dort in Richtung Freyung auf der B12 halten. Von Philippsreut weiter bis nach Bischofsreut fahren. Weiter geht es nach Haidmühle und von dort nach Frauenberg.

Parkplatz

Der kotenpflichtige Parkplatz befindet am Dreisesselberg, nahe dem stillgelegten Skilift.

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