Weiterwandern am Thayatalweg – Kajabachmündung.
Foto: Waldviertel Tourismus - Studio Kerschbaum
Natur und Kultur von Raabs bis Retz

Thayatalweg 630: Die Highlights der Route in 5 Tagen erleben

Anzeige • 10. Juli 2020

Rein in die Wanderschuhe, Rucksack packen und los geht’s! – Auf dem Thayatalweg 630 erwandert man in mehreren erlebnisreichen Etappen die ursprüngliche Natur des Waldviertels: durch dichte Wälder und verwunschene Moorlandschaften, über aussichtsreiche Gipfel und vorbei an mittelalterlichen Burgen, Schlössern und Ruinen – wir verraten dir jene fünf Plätze, die das Weitwandern von Raabs bis Retz zum unvergesslichen Erlebnis machen.

Wer die Vielfalt des Waldviertels zu Fuß erkunden möchte, ist auf dem Thayatalweg 630 genau richtig: Während der Nebelstein, an dem der Weitwanderweg startet, eine fantastische Aussicht bietet, taucht man später in den Hochmooren bei Schrems und Heidenreichstein in völlig unberührte Naturlandschaften ab, lässt sich auf dem Weg hier und da von nordisch anmutenden Landstrichen zum Staunen bringen oder von skurrilen Felsformationen beeindrucken.

Im Thayatal hat der Fluss seine eigene Landkarte in 3-D gezeichnet: Imposante Felswände wechseln mit sanften, bewaldeten Hügeln; wilde Flussufer zeugen von der Kraft des Wassers. Nicht ohne Grund wurde dieses einzigartige Gebiet zum Nationalpark erklärt – und zwar zum kleinsten Österreichs, der aber die Hälfte aller in Österreich vorkommenden Pflanzenarten beherbergt. Vom legendären Umlaufberg, der von der Thaya in einer großen Schleife fast komplett umschlossen wird, genießt man den wohl schönsten Ausblick. Was für ein würdiger Abschluss einer unvergesslichen Wanderreise!

Die wichtigsten Infos zum Thayatalweg 630 in Kürze:

  • Start: Nebelstein
  • Ziel: Retz
  • Schwierigkeit: mittel
  • Strecke: 182 km
  • Höhendifferenz: knapp 4.100 m
  • Etappen: 12 Etappen im Original
  • Beste Jahreszeit: April bis Oktober
  • Alternative Route: verkürzte Variante in 5 Etappen von Raabs bis Retz
  • Literatur: Wanderführer „Thayatalweg 630 – Vom Nebelstein nach Retz
  • Tipp: Besonders entspannt wandert es sich ohne Gepäck. Übernachtung und Gepäcktransport sind auf zwei verschiedenen Routen mit jeweils 5 oder 6 Etappen buchbar.

1. Der Nebelstein – eine sagenhafte Aussicht erleben

Der Nebelstein (1.017 m) ist einer der höchsten Berge der Region und bekannt für seine schöne Aussicht sowie die markante Gesteinsformation im Gipfelbereich. An klaren Tagen kann der Blick von der neuen Aussichtsplattform in ungeahnte Ferne schweifen: in der einen Richtung erheben sich die dicht bewaldeten Gratzener Berge in Tschechien. Auf der anderen Seite präsentieren sich die Tiefebene der Lainsitz und das Waldviertler Hügelland. 

Mindestens ebenso beeindruckend wie die Aussicht ist der Aufstieg: zwischen markanten Felsformationen und dicht bewaldeten Stellen hindurch geht es hinauf zur Nebelsteinhütte und zur neu errichteten Aussichtsplattform. Mit etwas Glück entdeckt man auf der Wanderung den einen oder anderen tierischen Begleiter: Rotfuchs, Wildschwein, Reh, Feldhase oder Eichhörnchen fühlen sich rund um den Nebelstein richtig wohl.

Tipp: Auf der Nebelsteinhütte bekommt man nicht nur frisch zubereitete Hausmanns- und Hüttenkost, auf der Sonnenterrasse genießt man auch eine fabelhafte Aussicht.

Abendstimmung am Nebelstein.
Foto: Gemeinde Moorbad Harbach – Reinhard Podolsky
Abendstimmung am Nebelstein.

2. Die Hochmoore Schrems und Heidenreichstein – in unberührte Natur abtauchen

Das 300 Hektar große Torfmoor zwischen den Orten Langschwarza, Gebharts und Schrems bildete einst das größte Moor Niederösterreichs. Heute machen Kiefernwälder, saftig grüne Moospolster sowie artenreiche Nassflächen die Moorlandschaft zu einem malerischen Naturschauplatz, der stark an die nordische Landschaftsform Schwedens erinnert.

Tipp: Von der 20 Meter hohen Himmelsleiter am Eingang des Naturparks hat man eine atemberaubende Aussicht auf die Schremser Moorlandschaft.

Von der 20 Meter hohen Himmelsleiter hat man eine atemberaubende Aussicht.
Foto: Waldviertel Tourismus – Studio Kerschbaum
Von der 20 Meter hohen Himmelsleiter hat man eine atemberaubende Aussicht.

Mindestens ebenso bezaubernd ist der Naturpark Heidenreichsteiner Moor. Die 30 Hektar große Moorlandschaft ist Naturpark, Naturschutzgebiet, Natura-2000-Habitat und Vogelschutzgebiet zugleich. Auf dem sogenannten „Prügelsteg“ können die Besucher tief in das Hochmoor eintauchen. Heimlicher Star des Naturparks ist jedoch eine Felsformation! Der „Hängende Stein“ ruht auf einem Gebilde aus Granitrestlingen und scheint förmlich in der Luft zu schweben. Aufgrund seiner verwunderlichen Form diente der Klotz Überlieferungen zufolge in früheren Zeiten als Kultplatz.

Tipp: Im Heidenreichsteiner Moor bieten Kneippanlage und Naturteich an heißen Tagen eine willkommene Abkühlung.

Hoch hinaus geht's am „Hängenden Stein“ im Heidenreichsteiner Moor.
Foto: Waldviertel Tourismus – weinfranz
Hoch hinaus geht's am „Hängenden Stein“ im Heidenreichsteiner Moor.

Der Naturpark Blockheide ist ein weiteres Highlight entlang der Route. Bizarre Granitformationen, stille Wälder, sanfte Wiesen- und Heidelandschaften, versteckte Waldteiche und naturnahes Bachtal laden zum Entdecken genauso wie zum Verweilen und Krafttanken ein. Vom 30 Meter hohen Aussichtsturm im Zentrum des Naturparks verschafft man sich am besten erst einmal einen Überblick.

Der sogenannte „Prügelsteg“ im Naturpark Hochmoor Schrems bietet tiefe Einblicke in die einzigartige Flora und Fauna der Moorlandschaft.
Foto: Waldviertel Tourismus - weinfranz
Der sogenannte „Prügelsteg“ im Naturpark Hochmoor Schrems bietet tiefe Einblicke in die einzigartige Flora und Fauna der Moorlandschaft.

3. Die Burgruine Kollmitz – ins Mittelalter reisen

Die Ruine Kollmitz ist wohl eine der schönsten Burgruinen Niederösterreichs. Steil und äußerst imposant ragt sie in einer Thayaschlinge auf einem markanten Felsen empor. Im Mittelalter diente das ehrwürdige Gebäude lange Zeit als Grenzverteidigung gegen Böhmen. Heute ist die Ruine frei begehbar. Vor allem der Hungerturm und der Burgfried sind noch gut erhalten und bieten eine traumhafte Aussicht über das Thayatal. Den Schlüssel für die Türme erhält man an der Jausenstation.

Übrigens: Entlang des Thayatalweges 630 warten aber noch viele weitere Burgen, Schlösser und Ruinen. Besonders sehenswert sind die Burg Raabs, das Barockschloss Ruegers, die Burgruine Kaja und die Burg Hardegg.

Die Burgruine Kollmitz ist ein schönes Plätzchen zum Entspannen.
Foto: Waldviertel Tourismus – Studio Kerschbaum
Die Burgruine Kollmitz ist ein schönes Plätzchen zum Entspannen.

4. Der Nationalpark Thayatal – Natur pur erleben

Hier, wo die Natur noch ihren Lauf nehmen darf, kann der Mensch ihre Schönheit am intensivsten erleben. Mit nur 13 Quadratkilometern ist der Nationalpark Thayatal an der tschechischen Grenze zwar der kleinste Nationalpark des Landes, jedoch beherbergt er die Hälfte aller in Österreich vorkommenden Pflanzenarten. Mit der Wildkatze und dem Elch wurden im Thayatal bereits verschwundene Tierarten wieder gesichtet. Wer die scheuen Wildkatzen live sehen möchte, kann beim Wildkatzengehege bei der Fütterung zuschauen.

Tipp: Der „Hennerausblick“ bietet eine wunderbare Aussicht auf die Stadt Hardegg mit ihrer gleichnamigen mittelalterlichen Burg.

5. Der Überstieg am Umlaufberg – grandioses Finale mit Weitblick

Zwischen Hardegg und Merkersdorf wartet wohl einer der schönsten Abschnitte des gesamten Thayatalweges 630: Der Fluss hat sich hier so tief ins Gestein gegraben, dass eine enge Schlinge sowie zwei „Bergzwillinge“ entstanden sind. Der Berg aus Gneis wird am sogenannten „Überstieg“ somit fast vollständig von der Thaya umflossen. Oben am Umlaufberg (378 m) tut sich dem fleißigen Wanderer dadurch ein spektakulärer Ausblick auf – eine wirklich einzigartige Aussicht, die zum Verweilen einlädt.

Blick vom Überstieg auf die Thayaschleife.
Foto: Waldviertel Tourismus – Studio Kerschbaum
Blick vom Überstieg auf die Thayaschleife.

Kontakt & Information
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T +43 2822 54109
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