Weitwandern

Wiener Höhenweg: In 6 Etappen durch die Schobergruppe

Touren-Tipps • 10. November 2016
von Christina Geyer

Der Wiener Höhenweg führt in 6 Etappen durch die Schobergruppe im Nationalpark Hohe Tauern. Immer entlang der Grenze von Kärnten zu Osttirol führt die Tour vom Iselsberg entlang des Debanttals bis zum Glocknerhaus und passiert dabei unter anderem den Keeskopf (3.081 m) und das Böse Weibl (3.121 m). Wir stellen euch die Etappen im Detail vor.

Adolf-Nossberger-Hütte in Kärnten
Foto: mauritius images / imageBROKER / Edwin Stranner
Etappe 3: Die Adolf-Nossberger-Hütte (2.488 m) in der Schobergruppe in Kärnten

Etappe 1: Iselsberg - Winklerner Hütte

Etappe 1 des Wiener Höhenwegs führt von der Passhöhe am Iselsberg (1.209 m) vorwiegend durch Wald vorbei am Gasthof Schöne Aussicht bis zur Winklerner Hütte (1.907 m), dem ersten Etappenziel entlang des Höhenwegs.

Die Winklerner Hütte im Detail:

Winklerner Hütte
Die Winklerner Hütte oberhalb des Ortsgebietes von Winklern an der Landesgrenze zwischen Kärnten und Tirol liegt auf einer Anhöhe, von der man den Straßkopf ausgezeichnet sehen kann. Dieser ist in eineinhalb Stunden zu erreichen und ist vor allem im Winter bei Tourengehern beliebt. Er gilt als lawinensicher. Im Sommer ist die Winklerner Hütte durch ihre ruhige Lage im Nationalpark Hohe Tauern perfekt zum Entspannen und bietet sich für Tagestouren an, einerlei, ob man ins Mölltal oder nach Osttirol wandern möchte. Mountainbiker fühlen sich wohl, auch Kletterer kommen auf ihre Rechnung. Die Küche ist bodenständig und gut.
  
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Etappe 2: Winklerner Hütte - Wangenitzseehütte

Von der Winklerner Hütte führt Etappe 2 zunächst durch idyllisches Weideland zur Roaner Alm (1.903 m), ehe es in Richtung Obere Seescharte (2.603 m) allmählich felsiger wird. Mit Erreichen der Scharte wird zugleich der höchste Punkt der Etappe passiert und die Grenze von Osttirol nach Kärnten überschritten. Über Geröll und verblocktes Gelände geht es schließlich steil bergab zum Wangenitzsee und der idyllisch gelegenen Wangenitzseehütte (2.508 m).

Die Wangenitzseehütte im Detail:

Wangenitzseehütte
Die Wangenitzseehütte (2.508 m) liegt direkt am Wangenitzsee im Nationalpark Hohe Tauern. Sie ist die höchste Schutzhütte in der Kärntner Schobergruppe und idealer Stützpunkt für Bergwanderer, Kletterer und Hochtourengeher. Die Hütte ist einer von sieben Stützpunkten am Wiener Höhenweg und beliebter Ausgangspunkt für Begehungen der umliegenden, hochalpinen Gipfel wie Petzeck und Kruckelkopf.
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Etappe 3: Wangenitzseehütte - Adolf-Nossberger-Hütte

Die Westflanke des Hohen Perschitzkopfs (3.125 m) querend steigt man auf Etappe 3 zunächst ins Perschitzkar ab, ehe es hinauf zum Kreuzseeschartl (2.810 m) und teils seilversichert auf die Niedere Gradenscharte geht. Mit herrlichen Blicken ins Gradental geht es vorbei am malerisch gelegenen Eissee über Felsstufen und Granitblöcke auf den Gipfel des Keeskopfs (3.081 m). Ein letzter Abstieg hinunter zum Gradensee führt schließlich zur Adolf-Nossberger-Hütte (2.488 m), dem nächsten Etappenziel.

Die Adolf-Nossberger-Hütte im Detail:

Adolf-Nossberger-Hütte
Die Adolf-Nossberger-Hütte, von Kennern auch „Nossi“  genannt, liegt auf 2.488 m paradiesisch im Herzen der Kärntner Schobergruppe mitten im Nationalpark Hohe Tauern. Umgeben von drei malerischen Bergseen wie dem Gradensee und 15 Dreitausendern wie dem Großen Friedrichskopf, dem Georgskopf, dem Petzeck oder dem Keeskopf ist sie sowohl Stützpunkt für sportliche Bergsteiger und Kletterer, als auch ein gemütlicher Rückzugsort für erholungssuchende Familien mit Sinn für’s Kulinarische. Es gibt genug Möglichkeiten für allerlei Aktivitäten wie Kanufahrten auf dem Großen Gradensee, einen Klettergarten bei der Hütte, eine Bogenschießanlage, eine Seilrutsche über den See, ein gespanntes Drahtseil für Balanceakte oder ein gemütliches Bad in dem finnischen Badefass. Schneeschuhwanderern und Skitourengehern steht ein beheizter Winterraum zur Verfügung.
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Etappe 4: Adolf-Nossberger-Hütte - Elberfelder Hütte

Etappe 4 stellt als hochalpiner Übergang die Schlüsseletappe des Wiener Höhenwegs dar. Zwei Varianten führen von der Adolf-Nossberger-Hütte zur Elberfelder Hütte: Die erste verläuft über die extrem steile Klammerscharte und das Gößnitzkees, die zweite über die ebenfalls sehr steile und teilweise seilversicherte, aber immerhin gletscherfreie Hornscharte (2.958 m) mit beeindruckendem Blick auf den Großglockner. Nach erfolgtem Abstieg geht es weiter über santes Gelände bis hin zur idyllisch gelegenen Elberfelder Hütte (2.346 m).

Die Elberfelder Hütte im Detail:

Elberfelder Hütte
Hütte • Kärnten

Elberfelder Hütte (2.346 m)

Die Elberfelder Hütte (2.346 m) steht am Talschluss des Gössnitztales in der Schobergruppe. Das Nebental des Mölltales in Kärnten führt von Heiligenblut weg. Es liegt in der Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern. Das unbewohnte Gössnitztal gilt als eines der ursprünglichsten und am wenigsten durch den Menschen veränderten Täler der Ostalpen. Er erstreckt sich vom Gössnitzfall am Tal-Ausgang bis zur Hütte über eine Strecke von etwa neun Kilometern. Die Hütte liegt in einer prachtvollen, hochalpinen Gipfel-Arena. Sie ist umgeben von etwa 30 Dreitausendern wie Roter Knopf, Böses Weibl, den Talleitenspitzen, den beiden Hornköpfen, Kristallkopf, Gössnitzkopf, etc. Die Elberfelder Hütte ist Etappenziel auf dem Wiener Höhenweg und liegt auf Wegen die alpine Grunderfahrungen und Konditionsstärke voraussetzen.
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Etappe 5: Elberfelder Hütte - Glorer Hütte

Die vorletzte Etappe des Wiener Höhenwegs führt tief hinein in die Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern und stellt einen landschaftlich besonders reizvollen Übergang dar. Entlang der Nordostflanken vom Roten Knopf (3.281 m) und dem Kristallkopf (3.160 m) geht es zunächst hinauf auf den Kesselkeessattel (2.926 m). Hier bietet sich mit dem Bösen Weibl (3.121 m) die Besteigung eines weiteren Dreitausenders an. Der Abstieg führt schließlich ins Peischlachtörl (2.484 m), das zugleich auch den Übergang von der Schober- in die Glocknergruppe markiert. Weiter über sanfte Almwiesen erreicht man endlich das nächste Etappenziel: die Glorer Hütte (2.642 m).

Die Glorer Hütte im Detail:

Glorerhütte
Hütte • Tirol

Glorer Hütte (2.642 m)

Die Glorer Hütte (2.642 m) ist vom Lucknerhaus in Kals am Großglockner in zwei Stunden zu erreichen. Der Zustieg führt entlang eines sogenannten geomorphologischen Lehrpfades, der Kindern und Erwachsenen interessante Informationen rund um die Beschaffenheit des Bodens und des Gesteins liefert. Oben angekommen, kann man die beiden Hausberge, die Medlspitze und den Glocknerblick, in jeweils einer halben Stunde besteigen. Entlang des Wiener Höhenwegs wandert man Richtung Iselsberg oder Glocknerhaus.
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Etappe 6: Glorer Hütte - Glocknerhaus

Die letzte Etappe führt zunächst in Richtung Heiligenblut leicht bergab, ehe man der Abzweigung zur Salmhütte folgt. Sanft ansteigend geht es nun über weite Almböden zur Glatzschneid (2.910 m) und wieder bergab, diesmal steil und teilweise versichert, in den Talboden. Mit der Salmhütte wird eine willkommene Raststation erreicht, ehe es weiter steil in die Stockerscharte (2.442 m) hinab geht. In engen Kehren folgt man schließlich nordseitig dem Pfad zum Margaritzenstausee und weiter zum Glocknerhaus (2.132 m), dem finalen Ziel des Höhenwegs.

Das Glocknerhaus im Detail:

Glocknerhaus
Hütte • Kärnten

Glocknerhaus (2.132 m)

Das Glocknerhaus ist ein Berggasthof auf 2.132 m Seehöhe und befindet sich an der Großglockner-Hochalpenstraße, etwas unterhalb des Endes der Pasterze, im Gemeindegebiet von Heiligenblut am Großglockner in Kärnten. Die Hütte kann direkt mit PKW oder Bus über die Großglockner-Hochalpenstraße erreicht werden und ist Ausgangspunkt für zahlreiche und teils sehr anspruchsvolle Bergtouren. Aber auch Biker, Kletterer und Motorradfahrer schätzen das Haus als Einkehrstation. Nicht nur der Großglockner (3.798 m), sondern auch andere Dreitausender wie etwa der Johannisberg (3.453 m) oder Großer Bärenkopf (3.406 m) können von hier aus bestiegen werden.
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